«Es war innerlich wie eine Explosion»: Spezielle Gefühle bei FF Toggenburg gegen GC
Wenn eine 0:7-Niederlage glücklich macht. Das Cupspiel am Samstagabend im Women’s Schweizer Cup zwischen FF Toggenburg und den Grasshoppers schrieb viele Geschichten.
Da wäre eine 16-Jährige, die erstmals drei Tore schiesst. Eine Torhüterin, die über sich hinauswächst. Ein ehemaliger Bütschwiler Trainer, der sich als GC-Fan outet. Eine GC-Rampe auf der Breite, die mit 500 Zuschauerinnen und Zuschauern gut gefüllt ist und und und.
Dem Aussenseiter Respekt gezollt

Die 34-jährige Laura Vetterlein, seit Januar 2026 Trainerin der Grasshoppers, zollte den Gegnerinnen Respekt. Sie sagte: «FF Toggenburg hat es uns vor allem zu Beginn nicht leicht gemacht, letztlich war es von uns aber eine souveräne Leistung.» Es habe Spass gemacht, vor dieser tollen Kulisse zu spielen. Sie hätten FF Toggenburg nicht auf die leichte Schulter genommen und sich schon unter der Woche auf das Spiel vorbereitet.

Auf den guten Saisonstart angesprochen, GC führt die Women’s Super League nach zwei Runden verlustpunktlos an, sagte sie: «Obwohl Titelverteidiger Servette wieder Favorit ist, nehmen wir die Jägerrolle gerne an.» Eine Zürcherin war nach dem Sieg speziell glücklich. Drei der sieben Tore gehen auf das Konto der 16-jährigen Soraya Bandia. Seit Sommer bei den Grasshoppers, hat die U17-Nationalspielerin erstmals bei den Aktiven dreifach getroffen.

Auf der Stehtribüne, die vor 39 Jahren eigens für das Cupspiel Bütschwil – Grasshoppers erbaut wurde und seither GC-Rampe heisst, stand auch Ruedi Eisenhut. Im Sommer hat er das Traineramt nach sieben erfolgreichen Jahren bei den Herren des FC Bütschwil abgegeben. Noch länger schlägt sein Herz für die Grasshoppers, was er mit dem Tragen eines blau/weissen Trikots zum Ausdruck brachte. Er sagte: «Ich bin gefühlt ewig GC-Fan und habe seit vielen Jahren eine Saisonkarte.» Das sei schon so gewesen, als noch im Hardturm gespielt wurde. Das legendäre Stadion der Grasshoppers wurde 2008 abgebrochen.
Michaela Clerc hält einen Penalty
Eine Kanterniederlage erzeugt in der Regel viel Frust. Am Samstag strahlte aber sogar FF-Toggenburg-Trainer Vitor Domgjoni. Er sagte: «Das war ein einmaliges Erlebnis. So etwas gibt es nicht jeden Tag, gegen einen solchen Top-Gegner spielen zu dürfen.» Etwas leid taten ihm jene Spielerinnen, die er aufgrund des Auswechselkontingents nicht einsetzen konnte. «Sie haben mit ihrer Einstellung dem Team trotzdem viel Energie gegeben.»

Eine, die natürlich auf dem Platz stand, war Torhüterin Michaela Clerc. Und wie. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte sie mehrere starke Paraden und wehrte sogar einen Elfmeter ab. Sie sagte nach Spielschluss: «Das Gefühl, das in mir aufgekommen ist, als ich den Penalty gehalten habe, kann ich gar nicht richtig beschreiben, es war innerlich wie eine Explosion.»

Nun kehrt für die Spielerinnen von FF Toggenburg der Alltag zurück. Und dort muss das Team am nächsten Sonntag zu Aufsteiger Bühler, der mit einer Niederlage in die Saison gestartet ist. Für FF Toggenburg geht es darum, den klaren 6:1-Sieg gegen Balerna zu bestätigen.
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