«Seid endlich still!»: Bankier Vreneli im Fürstentum Liechtenstein
«Still! Seid endlich still! Ich will, dass es still bleibt um meine Konten!», schreit der Genfer Bankier namens Vreneli im Comic-Klassiker «Asterix bei den Schweizern». Der Mann ist mit den Nerven am Ende. In seinem Tresorraum herrscht Chaos. Die beiden gallischen Helden haben einen Safe aufgesprengt, wenn auch ohne böse Absicht. Dummerweise trampeln gleich darauf ein paar Römer in den Keller und sehen die Bescherung. «Ist das eure weltberühmte Sicherheit der Konten?», ruft einer. Der gute Ruf der Bank ist im Eimer, Vreneli muss sich mit Pflaumenschnaps trösten. Dabei hat er Asterix und Obelix kurz zuvor vom Schweizer Bankgeheimnis vorgeschwärmt: «Für mich seid ihr nur zwei anonyme Nummern.»
Leider starb Autor René Goscinny schon mit 51 Jahren und kam nicht mehr dazu, ein Asterix-Abenteuer in Liechtenstein zu schreiben. Dort spielt sich gerade ein weiteres Vreneli-Drama ab. Seit das Transparenzregister gehackt wurde, das offenbar nicht allzu transparent werden darf, fürchtet der Finanzplatz des Fürstentums um seine Reputation. Zum Beispiel, weil Personendaten in die Hände ausländischer Steuerbehörden fallen könnten.
Haben Sie selbst Schwarzgeld in Liechtenstein? Keine Sorge. Sie können das mit einer straflosen Selbstanzeige beim Steueramt in Ordnung bringen. In St.Gallen sind auf diese Weise schon recht hübsche Millionensummen ans Licht gekommen. Das Steuergeld können wir gut brauchen, schliesslich startet die Schweiz im Herbst ebenfalls ein Transparenzregister, und das ist nicht gratis. Noch ein Glas Pflaumenschnaps gefällig?
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