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140 Kubikmeter Wasser oder keinen Tropfen: Bewässerung der Rasen zwischen Flawil und Wildhaus

Viele Fussballplätze in der Region werden weiterhin bewässert, auch wenn die Gemeinden zum Wassersparen aufrufen. Die Bewässerung ist für den Sportbetrieb notwendig. Im mittleren Toggenburg müssen die Vereine jedoch auf trockenem Rasen spielen.
von Anjali Sharma
Der Sportplatz Untersand des FC Ebnat-Kappel wird nicht bewässert. (Bild: Beat Lanzendorfer)
Der Rasen des Fussballplatzes Grüenau in Wattwil vertrocknet. (Bild: Simon Dudle)
Für den Sportbetrieb müssen die Fussballplätze bewässert werden. (Bild: Andrea Häusler)

Braun und trocken – so sieht der Platz des FC Neckertal-Degersheim aus. Diese Zeitung berichtete über den Fussballplatz, der wegen Trockenheit nicht mehr bespielt werden kann und deshalb gesperrt wurde. Wie im Fall Neckertal dürfen sich nicht alle Fussballvereine auf einen grünen Rasen zum Saisonauftakt freuen.

Das Fussballfeld des FC Wattwil Bunt wird von der Gemeinde nicht bewässert. So schlimm wie im Neckertal sei die Lage bisher nicht, sagt der Sportchef des Clubs, Albert Geiger. Es werde jedoch abgeklärt, ob der Rasen noch bespielbar ist. «Es ist schade, wir hatten einen schönen Rasen», sagt Geiger.

Als Ausweichlösung verfügt der Fussballverein auch über einen Kunstrasenplatz. Wenn die Meisterschaftsspiele auf dem Kunstrasen ausgetragen werden, macht der Verein keine zusätzlichen Einnahmen, da es dort kein Restaurant gibt. Auch für die Fans des FC sei es kein Vergnügen, das Spiel hinter einem Zaun verfolgen zu müssen.

Der Rasen des Fussballplatzes Grüenau in Wattwil vertrocknet. (Bild: Simon Dudle)

Bewilligung zurückgezogen

«Wir würden gerne, aber wir dürfen nicht», sagt der Präsident des FC Ebnat-Kappel, Ueli Landert, auf die Frage, ob ihre Fussballplätze bewässert werden. Laut ihm hatte die Gemeinde die Bewässerung bewilligt. Nach einer einmaligen Bewässerung wurde die Bewilligung jedoch zurückgezogen.

Der Meisterschaftsbetrieb kann auf dem Hauptplatz des FC stattfinden. Da dieser vor den Sommerferien saniert werden konnte, ist er weniger stark von der Trockenheit betroffen. Das Trainingsfeld weise jedoch einige verbrannte Stellen auf. Landert spricht auch die Mehrkosten an, die durch die Sanierung des Felds entstünden.

Mit Gebrauchtwasser bewässern

Zwischen vielen trockenen Feldern finden sich grüne Fussballplätze. In der Stadt Wil wird der Sportplatz Bergholz weiterhin bewässert, wie TVO berichtete. Auch in der Gemeinde Flawil werden die Fussballplätze bewässert, wie der Leiter der Unterhaltsdienste, Heini Reinli, erklärt. Dafür wird aber kein Trinkwasser verwendet, sondern Gebrauchtwasser. Die Gemeinde bewässert den Rasen mit gesäubertem Wasser der Abwasseranlage. Diese Idee kam diesen Sommer das erste Mal auf.

Die Bewässerung wird zielgerichtet durchgeführt. Wie oft der Rasen bewässert werden muss, wird situativ entschieden. Ausschlaggebend sind die Bodentemperatur und -feuchtigkeit, welche anhand von Proben gemessen werden.

Dass die Fussballfelder bewässert werden, obwohl das Wasser knapp ist, stösst auch auf Kritik. Reinli sagt, dass sie sich vereinzelt rechtfertigen müssen. Sein Argument sei, dass die Erneuerung eines kaputten Rasens ebenfalls viel Wasser benötigen würde. «Entweder man steht zum Fussballplatz oder man lässt ihn kaputtgehen», sagt Reinli.

Pro Platz werden 140 Kubikmeter benötigt

In der Gemeinde Zuzwil werden von drei Fussballplätzen noch zwei bewässert, so der Gemeindepräsident Roland Hardegger. Pro Platz werden rund 140 Kubikmeter Wasser verbraucht. Mit Rücksicht auf die aktuelle Situation, werden die Plätze einmal wöchentlich bewässert, anstatt zwei bis drei Mal, wie es üblich wäre.

Für den Sportbetrieb müssen die Fussballplätze bewässert werden. (Bild: Andrea Häusler)

«Im Zusammenhang mit dem Sportbetrieb ist eine minimale Bewässerung einfach notwendig», sagt Hardegger. Im Mitteilungsblatt der Region werden die Anwohnerinnen und Anwohner darüber informiert, dass Sportplätze vom Bewässerungsunterbruch ausgenommen sind: «Um grössere Schäden an den Rasenspielfeldern zu vermeiden und deren Bespielbarkeit sicherzustellen, muss die Bewässerung mittels Sprinkleranlage regelmässig, jedoch mit Augenmass erfolgen.»

«Solange es kein Verbot ist, nutzt man das aus»

In Uzwil werden nur noch zwei Gross- und ein Kleinfeld bewässert. «Solange es kein explizites Bewässerungsverbot ist, nutzt man das noch aus», sagt Marcel Huber, Betriebsleiter Infrastruktur in Uzwil.

Der Fussballrasen wird alle drei Tage bewässert. Jedoch verwendet die Gemeinde nur noch die halbe Menge Wasser, die es eigentlich bräuchte. Trotzdem löst die Bewässerung vor allem bei der Sportanlage Rüti in Henau auch Skepsis oder Unverständnis aus. Würde der Sportrasen nicht bewässert werden, müsse er gesperrt werden, sagt Huber. Bei einer Sperrung würde es auch für die Vereine in Wil eng.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/fussballplaetze-im-wassersparmodus-bewaesserung-bleibt-umstritten-art-750085

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