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Hochspannung im Abstiegskampf vor den beiden Schlussrunden

Im Thurtal könnte Ende Saison ein Alptraum Wirklichkeit werden.  Mit Bütschwil (2. Liga) sowie den Drittligisten Kirchberg, Wattwil Bunt und Ebnat-Kappel stecken gleich vier Teams tief im Schlamassel. Noch bleiben jeweils zwei Spiele, um dem Absturz zu entgehen. Bereits fix abgestiegen ist Drittligist Neckertal-Degersheim.
von Beat Lanzendorfer
Soll es beim FC Bütschwil nicht zum Absturz in die 3. Liga kommen, muss in den beiden letzten Runden gepunktet werden. (Bild: Beat Lanzendorfer)
Nun müssen die Leistungsträger Mario Kuhn (links, Kirchberg) und Silvan Bechtiger (rechts, Wattwil Bunt) noch mehr Verantwortung übernehmen, um die Liga halten zu können. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Diese Meisterschaft könnte bitter enden. Gleich vier der Toggenburger Zweit- und Drittligisten stecken kurz vor dem Abschluss der Saison 2025/2026 mitten im Abstiegskampf. Einzig Bazenheid, das sich vor einem Jahr aus der 2. Liga Inter verabschieden musste, kann den beiden Schlussrunden entspannt entgegenblicken. Als Dritter der Gruppe 2 ist der Aufstiegszug ohne sie abgefahren. Und gegen hinten besteht auch keine Gefahr mehr.

Ihrer Sorgen haben sich auch die Frauen von FF Toggenburg entledigt. Nach dem Glanzstück im Tessin, 2:1-Sieg gegen den NLB-Aufsteiger Gambarogno, wird das letzte Spiel am Samstag um 20 Uhr auf der Breite in Bütschwil zum Schaulaufen. Einziger Wermutstropfen: Dem Vernehmen nach werden mehrere Spielerinnen in den fussballerischen Ruhestand verabschiedet.

So präsentiert sich die Situation vor den beiden Schlussrunden in der 2. und 3. Liga:

Bütschwil braucht in Tägerwilen Punkte

Zwei aus dem Quartett Steinach (24 Punkte/58 Strafpunkte), Wängi (26/82), Bütschwil (28/104) und Gossau 2 (28/52) werden das längst als Absteiger feststehende Sirnach in die 3. Liga begleiten. Das Ärgerliche für Bütschwil: Die Mannschaft holte zuletzt aus sechs Spielen nur noch zwei Punkte und hat dabei unter anderem die beiden Direktduelle gegen Steinach und Gossau 2 verloren.

Nun gastieren sie am Sonntag um 16 Uhr in Tägerwilen. Die Thurgauer befanden sich vor ein paar Wochen noch mitten unter den gefährdeten Teams, haben sich mit fünf Siegen in Serie aber längst in Sicherheit gebracht.

Bütschwil müsste trotzdem punkten, wenn es vor der Schlussrunde sicher über dem Strich bleiben möchte. Vielleicht eilt ja der FC Bazenheid zu Hilfe, der am Sonntag zur selben Zeit in Wängi spielt und mit einem Sieg den Aufsteiger auf Distanz zu den Bütschwilern halten könnte.

Ebnat-Kappel muss wieder zittern

Verrückt, was zurzeit in der Gruppe 4 der 3. Liga abgeht. Ab Rang 5 (Uznach, 27 Punkte/53 Strafpunkte) bis Position 11 (Wattwil Bunt, 23 Punkte/112 Strafpunkte) kämpfen sieben Team um den Verbleib in der 3. Liga. Zu ihnen zählen nebst Wattwil Bunt mit Ebnat-Kappel und Kirchberg zwei weitere Toggenburger. Als Absteiger in die 4. Liga steht mit Neckertal-Degersheim bereits ein Team aus der Region fest.

Dass die Ebnater (25 Punkte) noch einmal in eine derart brenzlige Situation kommen, war vor wenigen Wochen nicht absehbar. Weil es in den letzten sechs Runden nur noch sechs Punkte gab, sind sie in ein gefährliches Fahrwasser geraten. Im Auswärtsspiel am Samstag um 17 Uhr in Aadorf, die Thurgauer haben einen Punkt weniger auf dem Konto, kann die Devise nur «verlieren verboten» lauten. In der Vorrunde war das Verdikt klar: 5:1-Sieg für Ebnat-Kappel.

Kirchberg kann es aus eigener Kraft schaffen

Vor drei Wochen hätte kaum noch jemand einen Pfifferling auf die Kirchberger gewettet. Totgesagte leben bekanntlich länger. Mit drei Siegen am Stück ist der Drittligist mittlerweile über den Strich geklettert. Gegenüber dem punktgleichen Wattwil Bunt (112 Strafpunkte) ist man in der Statistik klar im Vorteil, weil die Kirchberger bisher erst 43 Strafpunkte kassierten.

Die Spieler um das Trainerduo Obrist/Hollenstein haben mit Uznach ein mitgefährdetes Team vor der Brust. Abgeschlossen wird die Saison dann am nächsten Mittwoch mit dem Heimspiel gegen Flawil. Dies, weil tags darauf das Kirchberger Grümpeli beginnt. An den drei wichtigsten Tagen des Jahres möchte man den Ligaerhalt feiern. Dazu sind vorher aber viele Punkte gefordert.

Nun müssen die Leistungsträger Mario Kuhn (links, Kirchberg) und Silvan Bechtiger (rechts, Wattwil Bunt) noch mehr Verantwortung übernehmen, um die Liga halten zu können. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wattwil Bunt mit schlechter Ausgangslage

Es mutet schon etwas komisch an, dass ausgerechnet die Wattwiler um den Ligaerhalt kämpfen. Nachdem zu Beginn der Saison mehrere Ehemalige zurückkehrten, darunter mit Silvan Bechtiger, Joel Pfister oder Ciro Marino Spieler, die schon weiter oben kickten, wollte man zur erweiterten Spitze aufschliessen. Es ist anders gekommen. Nun droht sogar ein weiterer Absturz, nachdem der Verein vor zwei Jahren aus der 2. Liga abgestiegen ist.

Um die komplette Katastrophe abzuwenden, benötigt es gegen Dussnang, mit Platz 3 die Überraschung der Saison, und zum Abschluss in Ebnat-Kappel ein kleines Wunder.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/fussball-im-toggenburg-kurz-vor-dem-saisonende-sieht-es-nicht-gut-aus-art-736173

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