Flüchtlingszentrum Auboden in Neckertal: Umnutzungsgesuch bei Gemeinde eingegangen
Nun ist es definitiv: Der Trägerverein Integrationsprojekte St.Gallen (Tisg) hat bei der Gemeinde Neckertal ein Umnutzungsgesuch für das Flüchtlingszentrum Auboden eingereicht. Der Tisg möchte die Kapazität im «Auboden» von 47 auf 127 Betten erhöhen, bauliche Massnahmen sind hierfür keine erforderlich.
Die Baugesuchsunterlagen liegen vom 2. bis 16. November in der Bauverwaltung Neckertal an der Lettenstrasse in Mogelsberg zur Einsicht auf. Diese Zeitung berichtete bereits im Juni dieses Jahres darüber, dass der Tisg eine Kapazitätserhöhung plant, gemäss der Gemeinde musste der Trägerverein sein Baugesuch jedoch noch überarbeiten.
Innert Auflagefrist kann schriftlich und begründet Einsprache gegen das Baugesuch erhoben werden. Zur Einsprache ist berechtigt, wer ein eigenes schutzwürdiges Interesse hat.
Anwohnende haben Einsprache angekündigt
Bereits im Sommer haben die betroffenen Anwohnenden im Auboden – die beiden Brüder Stefan und Daniel Grob mit ihren Partnerinnen Bettina Raschle und Gisela Grob – angekündigt, gegen das Tisg-Gesuch Einsprache zu erheben. Stefan Grob sagt: «Wir haben es sehr schön hier, wir sind hier aufgewachsen und hier ist unser Zuhause. Wenn hier mal eben fast 150 Fremde nebenan wohnen, wäre es nicht mehr dasselbe.»
Seit der Eröffnung des Zentrums im Dezember 2025 wird es von Menschen aus der Ukraine beherbergt wird. Bisher bietet das Flüchtlingszentrum Platz für 47 Personen, bisher waren jeweils knapp 40 Flüchtlinge im «Auboden» untergebracht. Tisg-Geschäftsführerin Claudia Nef sagt: «In der Regel bleiben sie rund drei Wochen, bevor sie einer unserer 75 Gemeinden zugewiesen werden.»
Jedoch bleibe die Zahl der Schutzgesuche von Personen aus der Ukraine schweizweit hoch, wie der Tisg angibt. Im September habe das Staatssekretariat für Migration über 1200 Gesuche verzeichnet. Dem Kanton St.Gallen werden monatlich rund 60 Personen zugewiesen, die in den Flüchtlingszentren Auboden sowie Wier in Ebnat-Kappel untergebracht werden.

Längerer Aufenthalt und Deutschkurse
Künftig sollen die Geflüchteten länger im «Auboden» bleiben, wie die Gemeinde Neckertal schreibt. Während ihres Aufenthalts sollen sie gezielt auf den Alltag in einer St.Galler Gemeinde vorbereitet werden. Dafür sind verschiedene Integrationsangebote wie die Vermittlung von Deutschkenntnissen vorgesehen. Die längere Aufenthaltsdauer trage auch der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt Rechnung.
Bereits im Frühling 2025 hatten die Gemeindepräsidien eine Erhöhung der Kapazität auf 150 Betten beschlossen. Ein wesentlicher Grund dafür seien die hohen Kosten eines rund um die Uhr betreuten Kleinzentrums mit knapp 50 Plätzen. «Mit einer höheren Belegung kann die vorhandene Infrastruktur effizienter genutzt und der Betrieb langfristig wirtschaftlicher geführt werden», schreibt die Gemeinde Neckertal.
Gemäss der geltenden Brandschutzbestimmungen seien ab einer Kapazität von 128 Betten bauliche Massnahmen erforderlich. Darum reichte der Tisg ein Gesuch für den Kapazitätsausbau auf 127 Betten bei der Gemeinde ein – ohne bauliche Massnahmen.
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