­
­
­
­

Flüchtlingszentrum Auboden: Baugesuch wird erst nach den Sommerferien publiziert

Die Gemeinde Neckertal gibt an, dass das Baugesuch für eine Kapazitätserhöhung im Flüchtlingszentrum Auboden erst nach den Sommerferien publiziert wird. So wolle man es Direktbetroffenen nicht zusätzlich erschweren, Einsprache zu erheben.
Aktuell wohnen knapp 40 ukrainische Flüchtlinge im Zentrum Auboden in Neckertal. Der TISG plant, die Kapazität zu erhöhen. (Bild: Josef Bischof)
Christian Gertsch ist Präsident der Gemeinde Neckertal. (Bild: Benjamin Manser)
Claudia Nef ist Geschäftsführerin des Trägervereins Integrationsprojekte St.Gallen (Tisg). (Bild: Ralph Ribi)

Das Flüchtlingszentrum Auboden in der Gemeinde Neckertal soll massiv wachsen. Seit der Eröffnung im Dezember 2025 wohnten jeweils knapp 40 ukrainische Flüchtlinge im Zentrum. Doch Anfang Juni hat der Trägerverein Integrationsprojekte St.Gallen (Tisg), der den «Auboden» betreibt, ein Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht. Der Tisg plant, die Bettenkapazität im Flüchtlingszentrum auf 146 Plätze zu erhöhen.

Diese Zeitung berichtete am 10. Juni über das eingereichte Baugesuch, das die Gemeinde Neckertal aufgrund des grossen öffentlichen Interesses auch im Gemeindeblatt publizieren wird. Im «Neckerblatt» vom 26. Juni suchten Leserinnen und Leser aber vergeblich nach dem Baugesuch, und auch in der Ausgabe, die am Freitag, 17. Juli, erscheint, wird das Tisg-Gesuch noch nicht drin sein.

Tisg-Baugesuch muss noch ergänzt werden

Auf Anfrage gibt Gemeindepräsident Christian Gertsch an, dass die interne Prüfung der Gemeinde einerseits ergeben habe, dass das Baugesuch des TISG noch ergänzt werden müsse. Andererseits habe die Gemeinde beschlossen, das Baugesuch nicht während der Sommerferien zu publizieren, sondern erst danach. «Dies um eine mögliche Einsprache nicht zusätzlich terminlich zu erschweren», sagt Christian Gertsch.

Die Geschäftsführerin des Trägervereins Integrationsprojekte, Claudia Nef, schreibt auf Anfrage, dass das Baugesuch mit den aktuellen Grundrissplänen aller drei Liegenschaften des Zentrums Auboden ergänzt werden müsse. Ausserdem werde die Zeit während der Sommerferien genutzt, um die Betriebskonzepte zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Christian Gertsch ist Präsident der Gemeinde Neckertal. (Bild: Benjamin Manser)

Baugesuch wird voraussichtlich Ende August publiziert

Gemeindepräsident Christian Gertsch gibt an: Sofern die Unterlagen bereinigt sind, ist die Publikation des Baugesuchs im «Neckerblatt» vom Freitag, 28. August, vorgesehen. Ausserdem werden sämtliche Anstösser des Flüchtlingszentrums im Umkreis von 30 Metern persönlich informiert – dabei handelt es sich um fünf Parzellen im Auboden. Alle Direktbetroffenen haben nach Publikation des Baugesuchs 14 Tage Zeit, Einsprache zu erheben.

Diese Zeitung sprach im Juni mit Stefan und Daniel Grob sowie Bettina Raschle und Gisela Grob, die vis-à-vis des Flüchtlingszentrums wohnen und somit direkt von der geplanten Kapazitätserhöhung betroffen wären. Gisela Grob sagt: «Kämen 150 Flüchtlinge, wäre das für uns undenkbar.» Bettina Raschle fügt an: «Wir werden ziemlich sicher Einsprache erheben.»

Claudia Nef ist Geschäftsführerin des Trägervereins Integrationsprojekte St.Gallen (Tisg). (Bild: Ralph Ribi)

Unter Umständen nicht mehr nur Ukrainer

Auch Tisg-Geschäftsführerin Claudia Nef gab im Vorfeld an, dass sie fest mit Einsprachen rechne und es daher noch Monate oder Jahre dauern könnte, bis ein allfälliges Rechtsverfahren abgeschlossen sein könnte. Dementsprechend könne sie auch keine Versprechungen machen, welche Flüchtlinge dann im Flüchtlingszentrum untergebracht würden.

Aktuell handelt es sich dabei ausschliesslich um Ukrainerinnen und Ukrainer, seit Dezember waren insgesamt 223 Menschen im «Auboden» untergebracht. Doch Claudia Nef sagt: «Es kann sein, dass in einem Jahr die globale Situation eine andere ist als heute und nicht mehr nur Personen aus der Ukraine untergebracht werden.» Es ist zu erwähnen, dass der Tisg grundsätzlich für Personen zuständig ist, die in der Schweiz bleiben dürfen.

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Abo

Diese Schule macht nur zwei Wochen Sommerferien – das Echo ist erstaunlich

Belp wagt mit der 4-Tages-Woche und weniger Ferien pro Jahr die Schulrevolution. Jetzt erklären Eltern, warum sie ihr Kind dafür angemeldet haben. Und die Initiatorin verrät die grösste Knacknuss.
04.07.2026

Roadtrip auf der A1 oder Schweige-Retreat im Kloster: Wir schicken den Bundesrat in die Ferien

Nach dem traditionellen Bundesratsreisli verabschiedet sich unsere Landesregierung in die Sommerferien. Wohin es sie dieses Jahr zieht? Wir hätten da ein paar Ideen.
27.06.2026
Abo

Darauf müssen Sie vor den Ferien achten: Wann die Schweiz Ihnen zur Hilfe eilt – und wann nicht

Wenn im Ausland etwas schiefläuft, zählt gute Vorbereitung. Was Reisende vor der Abreise in die Sommerferien wissen sollten – und welche Hilfe das Aussendepartement im Notfall bietet.
23.06.2026

Wettbewerb

5. Vaduzer Beatles Party - 10x 2 köstliche Drinks zu ...
Beatles Party

Umfrage der Woche

Wie beeinflussen die steigenden Preise Ihre Ferienpläne?
­
­