Am Toggenburger Flüchtlingstag war «König Fussball» Trumpf
Jedes Jahr etwas Neues. Dieses Jahr stand «König Fussball» im Zentrum des regionalen Flüchtlingstages in Ebnat-Kappel. Für Remo Schweizer, Sozialdiakon der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg und Co-Organisator des speziellen Grümpelis «eine gute Gelegenheit, um einmal an diesem Aktionstag etwas anzubieten, an dem sich vor allem die Jungen hervortun können».
Zusammen geht’s besser
Die Stimmung ist locker und man spricht hier nicht über, sondern vor allem miteinander. Auch wenn manchmal dafür die Zeichensprache herhalten muss. Dann zum Beispiel, wenn man einem jungen Mann erklärt, dass das, was er gerade äusserst grosszügig in seinen Kaffee geleert hat, keine Milch, sondern Kaffeecreme war.

Dafür hilft ein anderer Flüchtling Hans Jörg Fehle vom Organisationskomitee bei der Bedienung der Kaffeemaschine. Zusammen geht’s besser. Das könnte auch das Motto nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz sein. Denn die verschiedenen Teams spielen fair. Fouls gibt’s praktisch nicht und die meisten Matches verlaufen ausgeglichen.
Gezielt aufs Turnier hintrainiert
Und doch merkt man, dass insbesondere die beiden Teams des Vereins Akin (Aktion Integration) aus dem Toggenburg und aus St.Gallen taktisch und technisch noch eine Stufe über den anderen spielen. Die anderen, das sind die Teams aus den «b-treff»-Orten Bütschwil, Wattwil und Ebnat-Kappel, die, soweit es ihnen möglich ist, engagiert dagegenhalten.
Die Ungleichheit verwundert aber nicht wirklich. Denn der Verein Akin will Geflüchteten und Migranten durch kostenlose Sportangebote den Einstieg in die Gesellschaft erleichtern. Und das zahlt sich an diesem Tag aus. Vom Publikum gibt’s Applaus, beim Auswechseln wird mit dem Mitspieler, beim Schlusspfiff mit dem Gegner abgeklatscht. Am Ende muss das Elfmeterschiessen entscheiden. Das Team Akin Toggenburg gewinnt dieses mit 2:1 gegen Akin St.Gallen. Preise erhalten sämtliche Teams in Form eines Riesen-Bibers. Und nach dem Abpfiff gibt’s für alle das afghanische Reisgericht Kabuli Palau, das von der Küche des Flüchtlingszentrums Wier in Ebnat-Kappel kommt, so dass gemütlich kulinarisch ein schönes (Fussball-)Fest ausklingt.
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