Cüpli anstossen statt einkaufen: Wattwiler Einkaufsnacht zog viele Besucher an
Ein schöner Spätsommertag ging am Freitag zu neige, doch viele Wattwiler Geschäfte schlossen an diesem Abend ihre Türen nicht. Ganz im Gegenteil. Denn dort, wo im Normalfall nur noch wenige Verweilen würden, schlenderten nun gemütlich Hunderte von Geschäft zu Geschäft. Der Grund: Wattwil feierte seine alljährliche Einkaufsnacht.
Es geht heute nicht um Grosseinkäufe
Die Wattwiler Karin und Rolf streichen sich den Termin jedes Jahr rot in der Agenda an. «Es geht uns nicht in erster Linie ums ‹Lädele›, aber wir treffen an der Einkaufsnacht meistens zufällig jemanden, den wir sonst praktisch das ganze Jahr über nicht sehen. Das schätzen wir sehr», erklärt Karin.

Schnell wird klar: In diesen Stunden werden nicht in erster Linie Geschäfte gemacht – wohl aber die Kundenbeziehungen gepflegt und dabei die Basis für zukünftige Geschäfte gelegt. «Wer etwas über unsere Produkte wissen möchte, dem geben wir natürlich gerne Auskunft, aber in erster Linie wollen wir heute mit unseren Kundinnen und Kunden einfach eine gute Zeit haben», erklärt Nicole de Jager-Ott von der Augenoptik Ott.
Und das ist gut ersichtlich. Denn das Geschäft gleicht für einmal eher einem geselligen Lokal, in dem man gerne mehr als nur ein paar Momente verweilt. Aufgestellte Festgarnituren, Rotwein und Chili con Carne laden ebenso zum geselligen Bleiben ein wie auch die Jazz-Standards, die ein Duo im Eingangsbereich zum Besten gibt.

Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein
Tatsächlich braucht es nicht viel, um Passanten und Geschäftsinhaber gleichermassen glücklich zu machen. Ein erfolgreiches Drehen am Glücksrad eines Mobilfunk-Anbieters lässt nicht nur Kinderherzen höherschlagen – was die lange Schlange Anstehender beweist.

Prozente würfeln in der Papeterie, ein frisch aufgebrühter Früchtetee beim Drogisten oder eine Hautbehandlungsberatung zwei Türen weiter: Es scheint wenig zu geben, für das sich Anbieter und Konsumenten nicht gleichermassen zu erwärmen wissen. In der Ferne erklingt das Horn eines Nostalgie-Postautos. Viele Kinder haben, auch wenn es mittlerweile dunkel geworden ist, eine Hüpfburg in Beschlag genommen. In dieser Nacht, in der in Wattwil vieles für einmal anders ist als in den anderen Nächten des Jahres.

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