Mit KI zum regionalen Stimmungsbild: «echo» bringt 45 Ostschweizer Gemeinden ins Gespräch
Die Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee lanciert mit «echo» einen regionalen Zukunftsprozess für 45 Städte und Gemeinden aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Thurgau. Im gemeinsamen Gebiet leben rund 300'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Ziel sei es, die Attraktivität und Strahlkraft der Region zu stärken, heisst es in einer Pressemitteilung der Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee.
Den Auftakt bildet der echo-Dialog. Seit dem 15. Juni sind Personen eingeladen, in einem KI-gestützten Videocall mit ihrem 20 Jahre älteren Zukunfts-Ich über Wünsche, Herausforderungen und die Zukunft der Region zu sprechen. Teilnehmen können Personen ab 14 Jahren über echo-dialog.ch/dialog. Die Kampagne läuft bis Ende September.
Eine unkonventionelle Bestandesaufnahme
Die Regio beschreibt den Prozess als «mehrjährig, partizipativ und ergebnisoffen». Gemeinsam mit der Bevölkerung sollen in den kommenden Jahren Ideen, Formate und Projekte entstehen, welche den Lebens- und Wirtschaftsraum stärken und die Region sichtbarer machen. Der Prozess orientiert sich laut Mitteilung an den Werten mutig, überraschend, nachhaltig und partizipativ.
Aus den Gesprächen des echo-Dialogs solle zunächst ein Stimmungsbild entstehen. Daraus will die Regio wünschenswerte Zukunftsbilder und Themenfelder ableiten. Im Dialog geht es laut Medienmitteilung um Fragen wie: Wie wohl fühle ich mich in der Region? Was ist mir wichtig? Welche Veränderungen wünsche ich mir? Der Dialog sei damit eine unkonventionelle Bestandesaufnahme, auf der die weiteren Prozessphasen aufbauen sollen.
Reflektierter Umgang mit KI
«Mit dem echo-Dialog und dem Einsatz von KI denken wir Partizipation neu», lässt sich Leila Hauri, Geschäftsleiterin der Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee, in der Mitteilung zitieren. Das Gespräch mit dem Zukunfts-Ich verleihe dem abstrakten Begriff Zukunft eine persönliche Dimension, mache sie erfahrbar und fördere das Zukunftsbewusstsein.
Zum Einsatz der KI schreibt die REGIO, die Daten würden verschlüsselt übertragen und gespeichert. Sensible Informationen würden nicht für das Training von KI-Modellen verwendet, und es sei jederzeit ersichtlich, wann KI im Einsatz sei. Simon Mayer, Professor am Institute of Computer Science der Universität St.Gallen, sagt, der echo-Dialog biete die Chance, für einen reflektierten Umgang mit KI zu sensibilisieren.
Der Zukunftsprozess ist in vier Phasen angelegt. Nach dem echo-Dialog 2026 folgen 2026/2027 die Auswertung und Diskussion, 2027/2028 eine Ideenwerkstatt und ab 2028 die Umsetzung von Projekten. (pd/red)
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