Hinrunden-Bilanz: Ebnat-Kappel und Wattwil Bunt legen erstaunlichen Wandel hin
Was für ein Wandel innert weniger Monate. In der letzten Saison schafften sowohl der FC Ebnat-Kappel als auch der FC Wattwil Bunt praktisch auf den letzten Drücker in der 3. Liga den Ligaerhalt. Nun mischen beide an der Spitze mit. Nicht nur das: Mit sechs Punkten Vorsprung in der Gruppe 4 stehen die Zeichen bei Ebnat-Kappel auf Aufstieg. Beide Trainer ziehen nun ein Halbjahresfazit und sagen, wie es weitergeht.
Der Aufstieg ist noch ganz weit weg

Ebnat-Kappel-Trainer Stefan Hinterberger will von der 2. Liga nichts wissen. Er sagt: «Nur weil wir eine sensationelle Vorrunde gespielt haben, ändert sich an unseren Zielen nichts, denn vor dem Saisonstart wollten wir einen Platz im Mittelfeld.» Klar sei es schön, die Tabelle jetzt anzuschauen. Das Ebnater Urgestein denkt aber auch an die Saison 2022/2023. «Damals noch in der 4. Liga hatten wir nach der Vorrunde zehn Punkte Vorsprung und haben den Aufstieg trotzdem verpasst.»
Hinterberger war in jenem Jahr noch Spieler, der Trainer hiess Andi Büsser, auch ein Ebnater Urgestein. Auf was führt der Trainer den jetzigen Erfolg zurück? «Es waren viele enge Spiele dabei, von denen halt bis auf eine Ausnahme alle auf unsere Seite gefallen sind.» Mit der Ausnahme meint er die abschliessende Niederlage gegen Schlusslicht Sirnach. «Die zeigt, wie ausgeglichen die Liga ist, da kann im nächsten Frühjahr noch viel passieren.»
Darauf angesprochen, ob er auch ein Haar in der Suppe findet, sagt Hinterberger: «Wir haben zuletzt in vier Spielen zehn Gegentore erhalten, zuvor waren es in sieben drei Gegentreffer. Wir müssen uns defensiv unbedingt wieder stabilisieren.» Müsste Hinterberger Namen nennen, die aus dem Kollektiv herausgeragt haben, würde er sich für Captain Joel Roth, «er geht als Leader immer voraus», und Basil Güttinger, «er steht hinten wie eine Wand», entscheiden. «Aber im Grunde genommen bin ich auf die ganze Mannschaft stolz, was sie geleistet hat.»
In den nächsten Wochen gehen es die Jungs etwas ruhiger an und trainieren bis Weihnachten einmal in der Woche in der Halle. Ab Januar startet dann die Vorbereitung, die im März mit einem Trainingslager an der Wärme abgeschlossen wird. Bis dann hofft Hinterberger, dass ihm die Langzeitverletzten Simon Götte, Robin Vetsch und Neuzugang Damian Stark, der sich zu Beginn an der Hand verletzte, wieder zur Verfügung stehen.
Abschliessend legt der Cheftrainer Wert auf die Feststellung, dass er nicht allein für den Erfolg verantwortlich ist. «Wir stehen zu dritt an der Linie. Zusammen mit Dominik Scheiwiller und Roman Bollhalder war es ein cooles Halbjahr.»
Wattwil Bunt fehlt die Konstanz

Mit Zwischenrang 4 (Gruppe 4) hat sich Wattwil Bunt, das zweite Toggenburger 3.-Liga-Team, ebenfalls achtbar geschlagen. Trainer Roman Kipfer, er hat die Mannschaft im letzten Sommer übernommen, sagt: «Da ist ein gutes Kollektiv am Zusammenwachsen.» Leider würde noch die Konstanz über einen längeren Zeitraum fehlen.
Der Trainer spricht die Niederlagen gegen Gossau 2, Niederwil und das 0:2 gegen Bronschhofen am letzten Samstag an. «Die waren absolut unnötig, da haben wir uns jeweils selbst geschlagen.» Das andere Beispiel sei der Sieg im Cup gegen Bischofszell. «Die bisher wohl beste Saisonleistung.»
Spielerisch sieht Kipfer sein Team weit oben. «Auch deshalb, weil die Stimmung untereinander top ist und die Trainingsbesuche hoch sind.» Hier erwähnt er speziell Captain Marvin Romer. «Er geht mit gutem Beispiel voran, macht Woche für Woche Fortschritte und ist für mich ein starker linker Aussenverteidiger. Er ist lernwillig, es macht Spass, mit ihm zu arbeiten.» Freude hat der Trainer auch an Timo Baumgartner, der im Herbst gute Leistungen abgeliefert hat. Und dann ist Kipfer natürlich glücklich, dass Romario Mladenovic wieder auf dem Platz steht. «Er hat wegen seiner Verletzungen drei Jahre praktisch nicht mehr gespielt, nun verleiht er unserer Abwehr Stabilität.»
Was der 38-jährige Wattwil-Bunt-Trainer hingegen vermisst, ist ein echter Knipser. «Uns fehlt einer, der weiss, wo das gegnerische Tor steht.» Die 27 geschossenen Saisontore würden sich auf 17 Spieler verteilen.
Die Vorbereitung beginnt für den Drittligisten im Januar. Ins Trainingslager reist die Mannschaft an den Gardasee. Kipfer, der die Rückkehr zu seinem Stammverein nicht bereut hat, sagt abschliessend: «Die Mannschaft hat viel Potenzial, wir haben die Möglichkeit, hier etwas richtig Gutes auf die Beine zu stellen.» Wie weit es in dieser Saison noch nach vorne geht, lässt er offen. Seitens des Vereins verspüre er keinen Druck.
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