Damals im Toggenburg: Von Doppelsitzen, Dengelkursen und Alpakas
Vor 100 Jahren
16. Juni: Oberhelfenschwil. Die Landwirtschaftliche Genossenschaft Oberhelfenschwil veranstaltete vor dem Heuet einen zweitägigen Dengelkurs. Rechtzeitig fanden sich 15 Teilnehmer ein. Der Kursleiter hatte es vorzüglich verstanden, die jungen Burschen in das Rüsten des Dengelgeschirrs, das Anstellen, Schleifen und Ausklopfen der Sensen, Dengeln von Hand, mit dem rechten und mit dem verkehrten Geschirr, wie auch in das Wetzen einzuführen. Wie an allen anderen landwirtschaftlichen Kursen haben auch hier wieder diejenigen am meisten gelernt, die schon einen Begriff von dieser Arbeit hatten. Am zweiten Nachmittag wurden speziell die bis heute im Gebrauch stehenden Dengelmaschinen demonstriert.
Vor 50 Jahren
14. Juni: Alt St. Johann. Die am 26. Juli 1946 eröffnete Bahn von Alt St. Johann auf die Alp Sellamatt wurde nach einem Umbau auf Doppelsessel wieder in Betrieb genommen. Es steht nun eine modernste Anlage mit Thyristor gesteuertem Motor zur Verfügung. Die 148 Doppelsessel erlauben im Sommerbetrieb eine Förderleistung von 550 und im Winter von rund 900 Personen in der Stunde. In einer Bauzeit von nur acht Wochen ist aus der 30-jährigen Bahn eine der modernsten Sesselbahnen der Schweiz entstanden, die durch verschiedene technische Neuerungen einen wesentlich erhöhten Komfort für die Passagiere bietet.
Vor 20 Jahren
13. Juni: Wattwil. Der ersten internationalen Neuwelt-Kamelidenausstellung in der Markthalle Wattwil war ein guter Erfolg beschieden. Seien es Lamas oder Alpakas, die Tiere aus Südamerika oder Australien begeisterten Fachleute und die breite Öffentlichkeit. Schnell war auch dem Laien klar, dass in der Markthalle ein grosser Anlass durchgeführt werde. Eine solche Schau mit derart vielen Tieren und gleichzeitiger Auktion sei für die Schweiz etwas Neues, erklärte die gut gelaunte Mit-Organisatorin Ruth Scherrer aus Ebersol.
Vor 10 Jahren
13. Juni: Bütschwil. 25 Jahre nach der Stilllegung rattern wieder Webmaschinen im Soorpark. Die Rigotex AG, Herstellerin der bekannten Kult-Küchentücher, feierte am Samstag die Heimkehr der Textilproduktion. Auch Ständerätin Karin Keller-Sutter war dabei. Nein, sie sei nicht gekommen, um über die nicht ganz unbelastete Beziehung der Frau zum Geschirrtuch zu sprechen, meinte Karin Keller-Sutter scherzhaft in ihrer Grussbotschaft. Sie erinnerte vielmehr daran, dass die Geschichte der Industrialisierung der Schweiz im Allgemeinen auch die Geschichte der Ostschweizer Textilindustrie im Speziellen sei. Auch freue sie sich, dass hier 14 Arbeitsplätze entstanden sind. (red)
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