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Vierbeiner verfolgt Siegerreiter – das sagt der CSIO

Es war die wohl kurioseste Verfolgungsjagd des Wochenendes: Ein Hund sprintete beim CSIO St.Gallen plötzlich hinter dem späteren Sieger Marcus Ehning her. Die Szene sorgte für Aufsehen und wirft Fragen auf.
Der ungewöhnlichste Teilnehmer des Wochenendes wird vom Parcours begleitet. Seine Karriere als Sportler endet, bevor sie richtig begonnen hat. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)
GP-Sieger Marcus Ehning auf Coolio und CSIO-Präsidentin Nayla Stössel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Es ist schon ironisch: Vier Tage Pferdesport auf allerhöchstem Niveau vor einer prallvollen Zuschauerkulisse mit insgesamt 28'000 Zuschauenden – und was viele am meisten interessiert, ist ein Hund. Während Marcus Ehning im Grand Prix um den Sieg ritt, riss sich ein Hund aus dem Publikum los und rannte plötzlich hinter Pferd und Reiter her. Für kurze Zeit waren somit gleich drei Teilnehmer auf dem Parcours unterwegs. Während Ehning und sein Pferd Coolio Hindernis um Hindernis meisterten, nahm der Vierbeiner die einfachere Route und sprintete an den Sprüngen vorbei.

Den Hund selbst bemerkte Ehning nach eigenen Angaben zunächst gar nicht. In einem Interview mit dem CSIO erklärte der Deutsche später, er habe lediglich wahrgenommen, dass plötzlich Unruhe im Publikum aufgekommen sei. Deshalb habe er zunächst vermutet, eine Stange abgeworfen zu haben oder dass sein Pferd ein Hufeisen verloren habe. Sein Pferd Coolio sei jedoch konzentriert geblieben, weshalb er seinen Ritt unbeirrt fortgesetzt habe.

Rund 20 Sekunden dauerte die ungewöhnliche Verfolgungsjagd. Dann rannte ein Helfer auf den Hund zu und fing ihn ein. Der Vierbeiner versuchte zwar noch auszuweichen, liess sich anschliessend aber ohne grösseren Widerstand abführen.

Für Ehning hatte der Zwischenfall keine sportlichen Folgen. Trotz Begleitung ritt er später zum Sieg im Grand Prix. Glimpflich ausgegangen ist die Szene damit aber nicht automatisch. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit auf dem Veranstaltungsgelände auf.

GP-Sieger Marcus Ehning auf Coolio und CSIO-Präsidentin Nayla Stössel. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Noch keine Entscheidung über Konsequenzen

Auf den tierischen Zwischenfall angesprochen, hält CSIO-Medienchef Roman Gasser fest, dass der Vierbeiner – wie auf den Bildern gut erkennbar – entsprechend der am CSIO geltenden Leinenpflicht angeleint war. «Anscheinend konnte er sich trotzdem losreissen und gelang mitsamt der Leine in den Parcours.»

Ob der Vorfall Konsequenzen nach sich zieht, ist noch offen. Die Verantwortlichen wollen die Thematik laut Gasser in den kommenden Wochen und Monaten intern besprechen und danach entscheiden, ob für die nächste Austragung Anpassungen nötig sind.

Aus Sicht des Reglements hätte Marcus Ehning seinen Ritt bei Gefahr abbrechen können. In diesem Fall wäre es ihm erlaubt gewesen, die Runde nach Beseitigung der Gefahr straffrei an der Stelle fortzusetzen, an der er unterbrochen hatte. Weil der Deutsche jedoch weiterritt, habe er die Situation offenbar nicht als gefährlich eingeschätzt, sagt Gasser. Hätte sich Ehning trotz Weiterreitens von dem Hund beeinflussen lassen und Fehler gemacht, wären diese regulär in die Wertung eingeflossen.

Zu den Hundebesitzern macht der CSIO keine Angaben, die Personalien seien den Verantwortlichen jedoch bekannt. Ob die Person mit Konsequenzen rechnen müsse, sei derzeit noch offen. Gasser verweist darauf, dass letztlich niemand zu Schaden gekommen sei und Ehning die Situation später selbst mit Humor genommen habe. Zumindest sportlich scheint die ungewöhnliche Begleitung dem Deutschen jedenfalls nicht geschadet zu haben.

 
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