Wenig Abfall, viele Zigarettenstummel: Clean-Up-Day am Thurufer in Ebnat-Kappel
Der Mensch ist von Natur aus Jäger und Sammler. Wer in den Wald geht, um Pilze oder Beeren zu finden, möchte mit einer möglichst grossen «Beute» heimkehren. Bei den zehn motivierten Sammelnden, die sich am Samstagvormittag beim Bahnhof in Ebnat-Kappel auf den Weg machten, verhielt es sich genau umgekehrt. «Es wäre schön, wenn wir nicht allzu viel finden würden. Das würde uns zeigen, dass hier die Menschen ihrer Umwelt Sorge tragen», hoffte Julia Scheidegger, die beim WWF Regiobüro AI/AR-SG-TG ein Praktikum Umweltbildung absolviert und den Clean-up-Day leitet.
Die Sammelroute führte vom Bahnhof über die Gleise, der Thur entlang und am Sportplatz vorbei. Die Gruppe kam gut voran und schritt die Route mit Handschuhen, Greifzangen und Abfallsäcken und -eimern ausgerüstet ab.

Clean-Up-Day auf der Bucketlist
Für viele ist es das erste Mal, entsprechend ist vieles neu. Auch für Vivien und Jan Walser aus Uzwil. Speziell ist jedoch ihre Motivation fürs Mitmachen. «Wir haben uns Ende des letzten Jahres eine Liste mit 25 Dingen zusammengestellt, die wir dieses Jahr gemeinsam angehen wollten; eine davon war die Teilnahme an einem Clean-up-Day», erzählte Vivien.
Ein älterer Herr aus Brunnadern, selbst langjähriges WWF-Mitglied, sagte beim Zigi-Stummel-Aufklauben, dass er nun sein Programm an die neuen, gesundheitlichen Gegebenheiten angepasst habe. «Früher bin ich auf die Alp und habe bei der Ausbesserung der Infrastruktur geholfen. Aber jetzt machen meine Knie nicht mehr richtig mit. Da ist so ein Clean-up-Tag für mich gerade das Richtige.»

Der grösste Fund war kein Abfall
Das Grösste, was die Gruppe an diesem Vormittag fand, ist ein Fussball. Allerdings sah er noch nigelnagelneu aus und der Sportplatz befindet sich in unmittelbarer Umgebung. Also: Return to Sender – und kein Fall für den Güselsack.
Am Ende der Tour – jemand fiel beim Versuch, einen Caffe-Latte-Becher aus einem Nebenbächlein zu holen in ein Brennnesselfeld - standen 2,6 Kilo in der Sammelbilanz, was ungefähr einen 35-Liter-Kehrrichtsack ergibt. Darunter fanden sich einige Dosen, rund ein halbes Kilo Glas sowie viele Zigarettenstummel.
«Verglichen mit anderen Clean-up-Days ist es wenig, was wir gefunden haben. Das spricht fürs Umweltbewusstsein der Menschen hier», sagte Nathalie, die als WWF-Mitglied schon bei etlichen Clean-up-Days mitgemacht hat. Manchmal seien es die kleinen Sachen, welche Fauna und Flora – und somit am Ende auch den Menschen schädigen. Julia Scheidegger erklärte: «In einem Zigarettenstummel sind 4000 Gifte enthalten. Wenn diese in die Umwelt gelangen, wird diese am Ende auch entsprechend belastet.»

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