Die Trainerin der Nesslau Sharks mit klaren Worten: «Wir wollen NLB-Meister werden»
An den Unihockey-Frauen der Nesslau Sharks führt zurzeit kein Weg vorbei. Sie führen die Tabelle in der Nationalliga B mit grossem Vorsprung an. In acht Runden musste sich das Team erst einmal beim 0:4 gegen Zäziwil geschlagen geben.
Trainerin Christine Kündig erklärt, worauf der Erfolg zurückzuführen ist und weshalb ein Aufstieg in die Nationalliga A kein Thema ist.
Defensive ist das Prunkstück
«Wir waren vom Start weg in der Defensive sehr solid unterwegs, das hat uns sicher geholfen», sagt Kündig und benennt einen der Gründe, warum sie so gross auftrumpfen. Damit meint sie auch die beiden Torhüterinnen, insbesondere Neuzugang Alina Räuftlin. Sie und Joy Schöni würden sehr gute Leistungen abliefern.
Dass es nahezu perfekt läuft, sei gar nicht so selbstverständlich, denn es hätte doch einige Veränderungen im Kader gegeben. «Wir sind aber schon gut eingespielt und harmonieren miteinander.» Der Trainerin ist aber bewusst, dass einige der Matches sehr eng waren.
Die Defensive mag mit lediglich 19 Gegentoren, der beste Wert der Liga, das Prunkstück der Mannschaft sein. Dennoch braucht es vorne jemanden, der weiss, wo das gegnerische Tor steht. Hier glänzt besonders die Tschechin Hana Polakova, die mit neun Toren und drei Assists aktuell die Nummer 6 der NLB-Torschützenliste ist. «Sie zeigt ihre beste Saison, seit sie bei uns ist», sagt Kündig.

Wichtige Tore hat auch Saskia Schöni erzielt. Stark in Szene setzen konnten sich bisher auch Vera Gebert und Kamonwan Phumma. Und dann sollte Rückkehrerin Karin Schlumpf nicht unerwähnt bleiben. Nach ihrem Mutterschaftsurlaub belebt sie die Offensive zweifellos. Vier Tore und zwei Assists stehen bei ihr zu Buche.
Zuletzt Mühe mit Toreschiessen
In den letzten Spielen tat sich die Mannschaft beim Toreschiessen allerdings schwer. Waren es in den ersten vier Spielen 17 Tore, kamen in den folgenden vier Runden nur noch deren zehn hinzu. Mit 27 Treffern nehmen die Sharks in dieser Statistik lediglich einen Mittelfeldplatz ein. Zum Vergleich: Die Aergera Giffers aus dem Kanton Freiburg haben schon 48-mal getroffen.
Nun kommt ein weiteres Handicap hinzu. Saskia Schöni hat sich so schwer verletzt, dass sie wohl die ganze Saison ausfallen wird. «Das schmerzt, ihre Skorerpunkte werden wir vermissen», sagt Christine Kündig. Fünf Tore und ein Assist waren es bis zu ihrem verletzungsbedingten Ausfall.
Wie sehr hat Kündig genervt, dass das Team im Cup mit den Zulgtal Eagles (1:2) gegen einen Zweitligisten ausgeschieden ist? «Klar hat es mich genervt.» Und natürlich sei die Niederlage bitter gewesen. «Sie hat bei Aussenstehenden auch für Verwunderung gesorgt und zu einigen Kommentaren geführt.» Der Gegner habe sich aber sehr gut gewehrt und dann sei es halt ein Spiel gewesen, bei dem sie trotz drückender Überlegenheit das Tor nur einmal getroffen haben. «Die Niederlage ist längst verarbeitet und die Meisterschaft eh oberste Priorität.»
Aufstieg ist kein Thema
Apropos Meisterschaft. Ein Aufstieg kommt für die Sharks weiterhin nicht in Frage. «Er ist aufgrund der Vereinsstrukturen und der lokalen Begebenheit auch in nächster Zeit kein Thema», sagt Kündig. Sie hätte das Saisonziel schon vor dem Meisterschaftsstart gemeinsam mit dem Team definiert. Kündig sagt: «Wir wollen die Qualifikation in den Top 3 beenden, um uns eine gute Ausgangslage für die Playoffs zu verschaffen.» Und ganz zuoberst würde dieses Jahr das Ziel sein, NLB-Meister zu werden. «Darauf arbeiten wir hin, es ist, trotz gutem Start, aber noch ein weiter Weg.»
Dass dieses Ziel nicht unmöglich ist, zeigen die Siege gegen die Spitzenteams Basel und Wasa St.Gallen. Bekanntlich sind die Sharks gegen Letztere in den Playoff-Halbfinals der vergangenen Saison mehr oder weniger sang- und klanglos ausgeschieden. «Die Siege in der Qualifikation sind zwar schön, wichtig wäre aber, dass wir uns in den Playoffs durchsetzen.» Gegen die Top-Teams hätten sie in der Qualifikation schon letztes Jahr oftmals gewonnen.
Zum Abschluss der Vorrunde gastieren die Nesslauer Sharks am Samstag um 19 Uhr in Appenzell. Vor einem Jahr war die Ausgangslage ähnlich. Damals reisten die Toggenburgerinnen ungeschlagen zum Tabellenletzten, kassierten aber eine ärgerliche Niederlage.
Nun konnte Appenzell mit zwei Siegen am letzten Wochenende die rote Laterne abgeben und viel Selbstvertrauen tanken. Die Trainerin der Sharks ist sich im Klaren, dass die Duelle um den Säntis immer besonders umkämpft sind. Zumal die Appenzellerinnen einer der Angstgegner der Sharks sind. (bl)
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben







Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.