Zum ersten Mal hielt im Seniorenzentrum Solino ein Bewohner die Festrede
«Im vergangenen Jahr kam eine Bewohnerin auf mich zu und fragte mich, warum denn immer Politiker die Festansprache halten», erzählte Ralph Rütsche, Geschäftsleiter des Seniorenzentrums Solino, wo die Bütschwiler Bundesfeier stattfand. «Eine gute Frage», fuhr Rütsche fort. Vor einem Jahr sprach in Bütschwil FDP-Kantonsrat Ruben Schuler. Der habe zwar mit spannenden Anekdoten zu überzeugen gewusst. «Und trotzdem überlegten wir uns, in diesem Jahr einem Bewohner die Möglichkeit zu geben, uns seine Gedanken zu präsentieren.» Fündig wurden die Organisatoren in Edgar Koller.

So durfte man gespannt sein auf die erste 1.August-Ansprache eines Solino-Bewohners. Neugierig warteten Kollers Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, Gäste und Mitarbeitende des Seniorenzentrums auf Kollers Auftritt.
Der 80-Jährige verstand es dann, Politisches gekonnt mit Persönlichem zu vermischen. «Der 1. August ist ein Symbol für Zusammenhalt, Neutralität und Eigenständigkeit», sprach Koller, der in Alt St. Johann aufgewachsen ist. Er fuhr fort: «In einer Welt voller Wandel und Unsicherheiten erinnert der heutige Tag daran, wie wertvoll direkte Demokratie, kulturelle Vielfalt und föderale Einheit sind. Unser Land verändert sich stetig. Politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich steht unser Land an einem entscheidenden Punkt. Wir brauchen Brücken und keine Gräben. Zu viel Links schadet der Schweiz ebenso wie zu viel Rechts.»

Koller erinnerte sich an das Jahr 2012, als die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft versuchte, den Text der Nationalhymne, des Schweizerpsalms, zu ändern, weil dieser zu nationalistisch, zu kompliziert, zu bombastisch sei, gar frauen- und ausländerfeindlich. Widerstand wurde laut, das Vorhaben scheiterte. Koller dazu: «Wir werden sehen, wie lange uns der Schweizerpsalm in dieser Form erhalten bleibt.»

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