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Diese Rezepte machen Bock auf Broccoli

Das krausköpfige Kohlgemüse hat vielerorts einen schlechten Ruf: Langweilig sei er. Dabei braucht es wenig, um daraus ein Festmahl zu machen.
von Kaspar Enz
Broccoli lässt sich vielseitig einsetzen. (Bild: Kaspar Enz)
Pasta con Broccoli: schnell, einfach, gut. (Bild: Kaspar Enz)
Beef and Broccoli: Asiatischer Take-Out-Klassiker für zu Hause. (Bild: Kaspar Enz)
Broccoli-Pakora: gesunder Snack. (Bild: Kaspar Enz)
Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)

Der Broccoli-Test soll Leuten beim Abnehmen helfen, die zwischendurch immer wieder Lust auf Essen haben: Nur wenn man die Frage «würde ich jetzt auch einen Teller Broccoli leer essen?» mit Ja beantworten kann, ist der Gang in die Küche erlaubt. Denn: Wer hat denn schon einfach so mal Bock auf Broccoli? Dieses langweilige Grünzeug? Dann lieber gar nichts, oder?

Damit tut man dem gekrausten Kohlgewächs natürlich Unrecht. Zugegeben, Broccoli ist weder besonders würzig, noch süss oder scharf. Ein ausgeprägter Eigengeschmack fehlt. Doch eben deshalb kann man auch viel damit machen – ein paar Zutaten, und man würde den Teller im Broccoli-Test locker leer essen. Versprochen.

Minimalistisches Geschmackserlebnis

Etwas Knoblauch kann da wahre Wunder wirken. Das zeigt sich bereits, wenn man den Broccoli damit im Ofen gart oder den blanchierten Broccoli mit etwas Öl und Knoblauch anbrät. Oder ihn etwas verkocht, wie in diesem simplen Pasta-Rezept. Dafür kocht man erst mal einen Topf Wasser auf. Während das Wasser heiss wird, schneidet man einen Kopf Broccoli zu. Ins kochende Wasser kommt dann erst genug Salz und dann das Gemüse, das kann dann gut fünf Minuten drinbleiben. Zeit genug, um zwei, drei Knoblauchzehen fein zu hacken und eine Bratpfanne aufzuheizen.

Wer welche zur Hand hat, kann gleich noch ein paar Pinienkerne anrösten. Falls die aus sind, Öl rein und dann den Knoblauch, wer mag, gibt noch ein paar Chiliflocken dazu – oder mehr. Dabei sollte die Pfanne nicht zu heiss sein – um ein Anbrennen des Knoblauchs zu verhindern, kann man jetzt schon einen Esslöffel des Kochwassers zugeben, dann kommen die Broccoli zum Knoblauch. Ins Kochwasser kommt jetzt die Pasta Ihrer Wahl: Penne oder Orecchiette sind gut, Spaghetti aber auch. Dabei die Menge an den Broccoli anpassen: Ein 500-grämmiger Broccoli reicht für etwa zwei Portionen.

Pasta con Broccoli: schnell, einfach, gut. (Bild: Kaspar Enz)

Nebenher raffeln wir eine Handvoll Parmesan oder Pecorino. Und nach ein paar Minuten geben wir einen Gutsch Kochwasser zu den Broccoli, die nun langsam etwas matschig werden. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil, das wollen wir so. Ist das Gemüse schon etwas verkocht, helfen wir mit einem Kartoffelstampfer - oder einer Kelle oder einer Gabel - etwas nach, ohne aber alle Broccoli zu zerstampfen. Dazu kommt noch ein Schuss Kochwasser und so langsam entwickelt sich in der Pfanne eine crèmige grüne Sauce. Hier hinein geben wir nun die Nudeln, kurz bevor sie wirklich al dente sind. Dabei darf durchaus etwas mehr Kochwasser mit in die Pfanne rutschen. Kurz köcheln, dann den Herd abstellen und den Käse beigeben.

Etwa zwei Minuten lang rühren wir das alles noch in der Pfanne, dann servieren wir es, falls vorhanden ein paar Pinienkerne drüber und staunen.

Das Ersatzprodukt macht das Rennen

Wir wechseln an die Westküste der USA vor etwa 100 Jahren. Die ersten chinesischen Einwanderer versuchen, sich hier langsam einzuleben. Auf der Suche nach dem geliebten Gai-Lan, einem chinesischen Kohlgewächs, stossen sie auf dessen Cousin, den Broccoli, den italienische Einwanderer mitgebracht hatten. Bald wurde er ein fixer Bestandteil chinesisch-amerikanischer Rezepte, und noch heute ist «Beef and Broccoli» ein Klassiker in chinesischen Restaurants, vor allem in den USA. Dabei kann man es in der heimischen Küche ganz leicht nachkochen.

Beef and Broccoli
  • ca. 300 Gramm Rindfleisch, z.B. Huftsteak
  • 1 Broccoli
  • 1 kleine Karotte
  • 1 kleines Stück Ingwer, 2 Knoblauchzehen

Zuerst schneiden wir das Fleisch in Streifen und marinieren es mit:

Marinade
  • 1 TL Backpulver
  • 1 EL Austernsauce
  • 1 EL Sojasauce
  • 2 EL Wasser
  • 1 EL Maisstärke
  • 1 EL Reiswein (z.B. Shaoxhing) oder Sherry
  • 1 TL Zucker
  • weisser Pfeffer
Beef and Broccoli: Asiatischer Take-Out-Klassiker für zu Hause. (Bild: Kaspar Enz)

Während das Fleisch sich mit der Marinade anfreundet, setzen wir den Reis auf, natürlich am besten im Reiskocher. Dann hacken wir Ingwer und Knoblauch fein und schneiden die Broccoli in Röschen. Auch das Innere des Stengels kann man in mundgerechte Scheiben schneiden. Die Karotten schneiden wir ebenfalls in Scheiben und blanchieren sie zusammen mit dem Broccoli kurz in heissem Salzwasser – und kühlen sie dann kurz in eiskaltem Wasser ab: So bleibt der Broccoli schön grün. Dann rühren wir die Sauce an.

Sauce für Beef & Broccoli
  • 1 EL Austernsauce
  • 2 TL Sojasauce
  • 1 - 2 EL Wasser
  • 1 EL Reiswein (Shaoxing) oder Sherry
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Maisstärke
  • 1 TL Sesamöl
  • 1/4 TL weisser Pfeffer

Nun stellen wir am besten alles bereit. Wie immer bei Wok-Gerichten geht es nun nämlich schnell. Im Wok - oder einer Bratpfanne - erhitzen wir jetzt Öl. Ist es schön heiss, geben wir das Fleisch bei und braten es etwa eine Minute. Wenden, ein bis zwei Minuten weiterbraten, dann herausnehmen. Nun Knoblauch und Ingwer kurz anbraten, dann das Gemüse zugeben, ein bis zwei Minuten kochen. Das Fleisch wieder hinzugeben, eine knappe Minute kochen, die Sauce zugeben und verrühren, falls nötig, 1 -2 EL Wasser hinzugeben. Mit Reis servieren.

Ein Happen Broccoli

Sie hätten die Broccoli gern als Snack oder Vorspeise? Da hätten wir eine Idee: Wir orientieren uns an indischen Pakora: Gemüse, frittiert in einem Backteig aus Kichererbsenmehl und Gewürzen.

Broccoli-Pakora
  • 1 Kopf Broccoli, in Röschen
  • ca. 100-120 Gramm Kichererbsenmehl
  • 2 EL Reismehl
  • 1 TL Backpulver
  • Salz
  • Gewürze, z.B. Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, Paprika, Garam Masala
  • ca. 150 ml Wasser
  • Reichlich Öl zum Frittieren
  • Weissmehl in einem Teller zum Bemehlen
Broccoli-Pakora: gesunder Snack. (Bild: Kaspar Enz)

Die Broccoliröschen werden kurz blanchiert und abgetropft. Dann wird der Backteig angerührt. Der geht im Prinzip auch ohne Reismehl, dieses macht die Pakora aber knuspriger. Jedenfalls werden das Kichererbsenmehl und das Reismehl mit dem Backpulver, dem Salz und den Gewürzen vermischt. Dann Wasser zugeben bis ein dickflüssiger Backteig entsteht, eine halbe Stunde stehen lassen. Damit der Teig besser am Broccoli haftet, kann man die Röschen noch im Mehl wenden, bevor man sie in den Backteig gibt. Derweil schon mal einen Topf etwa zwei Fingerbreit mit hitzebeständigem Öl füllen und erhitzen. Ob es heiss genug ist, kann man mit einem Essstäbchen oder einer Kelle testen: Steigen Bläschen auf, rein mit dem Broccoli.

Am besten frittiert man die Pakora portionenweise und backt sie auf allen Seiten goldbraun. Die fertigen Pakora mit Saucen ihrer Wahl servieren - zum Beispiel einer Raita oder Tsatsiki. En Guete!

Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/broccoli-rezepte-drei-einfache-ideen-fuer-mehr-geschmack-art-736559

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