Bio, Bauherr, Büezer: Der Biber ist back!
Kürzlich erzählte eine Kollegin, im Kanton St.Gallen habe lange Zeit nur ein Biber gewohnt. Über Jahre hielt er allein die Stellung, und voilà: Der Biber erlebt ein Revival. In den 60er- und 70er-Jahren, der Zeit als die Schweiz die Anzahl ausländischer Arbeiterinnen und Arbeiter kontingentierte, wilderte man wieder Biber aus. Heute leben wieder tausende dieser pelzigen Anarchisten im Land, wie sie die WOZ einst liebevoll nannte. Rund 600 «Bibo» hausen im Thurgau, mehr als 400 im Kanton St.Gallen. Der Biber ist back!
Und er bewirkt Wunder. Biber stauen, bauen und renaturieren, was das Zeug hält. Arten, von denen der Mensch nicht einmal wusste, dass er sie verscheucht hatte, kehren zurück. Ein wahrer Schöpfer. Was der Kanton St.Gallen bei seiner Biodiversitätsstrategie sparen muss, macht der Biber wieder wett. Mancher Landwirt zerbricht sich seinetwegen aber auch den Kopf: Denn das zweitgrösste Nagetier der Welt staut Felder, stiehlt Gemüse oder verstopft Rohre. Nicht nur in St.Gallen schaltete sich die Politik mit Fragen zum «Biber-Management» ein. Wer einen Biberbau abbaut, stellt aber schnell fest: Der Biber baut ihn ebenso schnell wieder auf.
«Der Biber ist nicht nur Anarchist, er ist auch Büezer», schrieb die WOZ. Und solche sind gesucht. Die SVP will wieder mehr Schweizer Arbeitskräfte, die Wohnungsknappheit bekämpfen und den Druck von der Natur nehmen. Der Biber erfüllt diese Voraussetzungen im Alleingang. Gut, deshalb, ist er zurück: Denn er ist nicht nur Bio, sondern auch Bauherr und Büezer! (ddm)
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