Unfall, Rega-Einsatz und Zuschauerrekord: 9000 Schaulustige pilgern ans Bergrennen Hemberg
Der Shuttle-Bus von Wattwil nach Hemberg ist in Wattwil gut besetzt. Auch Familien mit Kindern sind unter den Passagieren. Sie alle wollen zum Bergrennen, das dieses Wochenende stattfindet. Etwa der Toggenburger Patrick Zuberbühler mit Frau, Tochter und Sohn. «Wir sehen es gerne und hören es gerne, und das Bergrennen ist ein Ereignis in der Nähe», sagt Patrick Zuberbühler. Der Parkplatz bei der Haltestelle Weier ist halb voll und der Shuttle-Bus füllt sich ganz.
Auf vielen Vorplätzen stehen Rennwagen und die Fahrer oder ihre Helfer sitzen an Tischen und plaudern. Kinder und Erwachsene bestaunen die Boliden. Ein Hemberger lobt die friedliche Stimmung am Bergrennen Hemberg. Er trägt das Kleinkind auf dem Rücken, das selig schlummert.
Eine Gruppe sitzt auf den Treppen der evangelischen Kirche. Michael Grob sagt, dass er immer nach Hemberg kommt und auch andere Bergrennen, etwa am Gurnigel oder in Hallau, besucht. An der Scherbstrasse steht Gemeindepräsident Christian Gertsch. Auch er freut sich über die gute Stimmung und die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer.
Kurz nach dem Mittag passiert der Unfall
Der Zuschauerbereich 1 liegt am Abhang Richtung Bächli. Er zieht viel Publikum an. Einige sitzen auf der Wiese. Andere haben sich mit Badetüchern oder Klappstühlen häuslich eingerichtet, die Ziellinie im Blick. Kinder schlecken Soft-Ice. Schon bald rast ein Bolide nach dem andern über die Bächlistrasse in Richtung Hemberg. Der Speaker ist offensichtlich gut vorbereitet. Er redet sich den Mund fusselig und weiss über jeden Starter etwas zu sagen.
12.05 Uhr. Ein Fahrer verliert die Kontrolle über sein Auto. In einer sanften Linkskurve bricht es unterhalb des Zuschauerbereichs 1 aus und prallt in die rechte Abschrankung. Helfer und Sanitäter eilen zum Unfallort. Eine Ambulanz fährt vor, später die Feuerwehr. Der Fahrer wird geborgen. Rettungssanitäter stecken beim Verunfallten, einem Toggenburger, eine Infusion.
Nach einer Viertelstunde kommt der Helikopter
Nach einer Viertelstunde, die gefühlt viel länger dauerte, landet ein Rega-Helikopter. Viele Zuschauer realisieren, dass es dauern könnte, bis es weitergeht, und die Warteschlangen vor den Essensständen wachsen rasch an. Helfer improvisieren einen Sichtschutz.

Als der Speaker verkündet, dass der Verunfallte ansprechbar sei, brandet spontaner Applaus auf. Die Stimmung wirkt dennoch gedrückt. Um 12.45 Uhr hebt der Helikopter wieder ab. Kurz nach halb zwei Uhr geht der Wettkampf weiter.
Sandra, Andrea und Joel sind zum ersten Mal am Bergrennen in Hemberg. «Wir waren gerade in der Stimmung», sagen sie und lassen sich die Freude nicht verderben. Sie hoffen, dass es dem verunfallten Fahrer gut geht, sagen aber auch, dass jeder Teilnehmer um die Risiken wisse.

OK freut sich über Rekord-Teilnehmerzahl
Das OK spricht in einer ersten Bilanz von einem tollen Wochenende mit fast 9000 Besucherinnen und Besuchern. Die 215 Fahrer stellten zudem einen neuen Teilnehmerrekord dar und bildeten zugleich eine grosse Belohnung für die aufwendige Arbeit im Hintergrund.
Ob das diesjährige Bergrennen mit schwarzen Zahlen abschliesst, kann das OK derzeit noch nicht sagen. Am späten Nachmittag gab es auch keine neuen Informationen zum Befinden des verunfallten Fahrers. Sonst habe es aber keine aussergewöhnlichen Vorfälle gegeben, so das OK.

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