Die höchste St.Gallerin zeigt den Kantonsräten ihre Toggenburger Heimat
Andrea Abderhalden-Hämmerli (FDP Nesslau) ist seit Juni Kantonsratspräsidentin und damit die höchste St.Gallerin. Traditionell lädt die Ratspräsidentin ihre Kolleginnen und Kollegen während der Herbstsession zu einem Ausflug in ihre Heimatregion ein. Am Dienstagnachmittag führte die Reise deshalb ins Toggenburg.
Nach mehreren Betriebsbesichtigungen traf sich der Kantonsrat am Abend zum Nachtessen in der Kantonsschule Wattwil. Eine der Stationen war die Schwägalp, wo Abderhalden-Hämmerli als Präsidentin des Schwägalp-Schwingets Einblicke hinter die Kulissen des Bergklassikers gab.
Wie die Kantonsratspräsidentin eingangs betonte, ist der Schwägalp-Schwinget das einzige der sechs Bergfeste mit nationaler Bedeutung. Dieses Jahr kamen 13'000 Zuschauende. Das OK will den Schwägalp-Schwinget mit Rücksicht auf die Infrastruktur nicht weiter wachsen lassen. Wichtig ist fürs OK ebenfalls, dass sich Familien den Besuch leisten können. Die Preise für die Tickets sollen deshalb die Kaufkraft der Fans nicht ausreizen.
Auch Spitzenschwinger helfen mit
Träger des Schwägalp-Schwinget sind die Schwingverbände von St. Gallen und beider Appenzell. Aus ihren Reihen rekrutieren sich die über 1'000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, vom Teenager bis zum AHV-Bezüger. Zu den freiwilligen Helfern zählen unter anderem die Spitzenschwinger Damian Ott (Dreien), Martin Roth (Herisau) und Werner Schlegel (Hemberg).
Wie Andrea Abderhalden betonte, ist das OK nicht nur ehrenamtlich tätig, sondern die OK-Mitglieder leisten auch einen Einsatz in einem anderen als «ihrem» Ressort. Die Präsidentin musste oder durfte deshalb «fetzeln». Das OK ist, das unterstrich sie, auch keine Männerbastion.
Sägemehl und Stehplatzfan kommen früh
Der Aufbau der Infrastruktur beginnt nach dem Ende des Alpsommers. Am Dienstag vor dem Fest startet der Aufbau der Tribünen. Noch früher war allerdings ein Fan, der ein Stehplatzticket hatte. Er stellt seinen Klappstuhl schon am Montag im dafür bestimmten Sektor auf. Relativ früh wird immer das Sägemehl angeliefert. Der Grund: Es muss gewalzt und auch befeuchtet werden, damit es wie eine Turnmatte wirkt.
Wichtig ist dem OK, das lokale Gewerbe zu berücksichtigen. Als Beispiele nannte Andrea Abderhalden die Nussgipfel fürs Zvieri oder die Getränkelieferungen. Die Festwirtschaft bietet am Sonntagmorgen ein traditionelles Frühstück an, das bei vielen Schwingfans beliebt ist. Hochbetrieb im Festzelt herrscht dann am Mittag, wenn innert 75 Minuten 2'400 Menüs serviert werden. Und davon profitiert auch das Hotel, denn die Hotelküche kann jedes Mal über 900 Fleischvögel liefern.
Bis Montagabend bauen sie alles ab
Der Abbau beginnt am Sonntagabend. Am Montag sind 240 Helferinnen und Helfer – davon 50 Angehörige der Armee oder des Zivilschutzes – im Einsatz. Das Ziel: Am Montagabend ist alles Material wieder im Lager des OK versorgt.

Zugleich soll die Festarena sauber übergeben werden. «Wir wollen im folgenden Jahr wieder zurückkehren», sagte Andrea Abderhalden. Das heisst, dass Freiwillige auf dem Boden liegende Abfälle, etwa Papierchen und Zigarettenstummel, mit Zangen auflesen. Das Sägemehl wird mit einer Saugvorrichtung entfernt.
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