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Auf der Alp Gamplüt trotzen die Käser der Trockenheit

Wenig Gras, hohe Temperaturen und kaum Regen: Trotzdem wird auf der Alp Gamplüt in Wildhaus während 100 Tagen Alpkäse hergestellt – dabei läuft es überraschend gut.
In der Alpkäserei Gamplüt werden diesen Sommer 16 Tonnen Alpkäse hergestellt. (Bild: zvg)
Thomas Götte in der Alpkäserei Gamplüt; er hat den Käserkurs und eine Vertiefung am Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez absolviert. (Bild: zvg)

Auf 1340 Metern über Meer scheint die Welt trotz Hitze und Trockenheit in Ordnung: Auf Gamplüt oberhalb von Wildhaus wird während 100 Tagen Käse produziert. Nicht irgendein Käse, Alpkäse. Die Milch für den Käse kommt also von Kühen, die auf den Alpen gesömmert werden.

Die Betriebsgemeinschaft Thomas und Bruno Götte bezieht dafür Milch von 50 eigenen Milchkühen und 55 Milchkühen von der Nachbarsalp Tesel. «Das Futter für die Kühe wird zwar langsam knapp, aber wir haben genügend Wasser, weil wir es von der Wasserversorgung beziehen», sagt Thomas Götte. Dadurch sei die Situation auf seiner Alp im Vergleich zu anderen Alpen, die Wasser von Quellen beziehen, deutlich weniger schlimm.

Deshalb rechnet er derzeit nicht damit, dass seine Kühe die Alp frühzeitig verlassen müssen: Wasser sei ohnehin das Wichtigste und die Futterknappheit könne man auch mit etwas Heu aus dem Stall überbrücken. Über Regen würde sich Götte trotzdem freuen – dann könnte mehr Gras für die Kühe wachsen.

Thomas Götte in der Alpkäserei Gamplüt; er hat den Käserkurs und eine Vertiefung am Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez absolviert. (Bild: zvg)

Alpkäserei ist zufrieden mit der Milchmenge

Götte kann sich vorstellen, dass sich die Trockenheit auch auf die Alpkäsereien auswirkt. Etwa weil die Kühe in der Hitze weniger Milch produzieren oder weil weniger Milch vorhanden ist, wenn die Kühe die Alpen früher als gedacht verlassen müssen.

«Wir produzieren einfach so lange, wie wir auf der Alp sind», sagt Götte. «Danach vermarkten wir unsere Milch wieder anders.» Aktuell werde in der Alpkäserei Gamplüt etwas weniger Käse als vergangenes Jahr produziert. «Trotzdem sind wir mit der Milchmenge nach wie vor sehr zufrieden.»

Über den ganzen Sommer verteilt, werden 16 Tonnen Alpkäse auf Gamplüt hergestellt. Zu Beginn der Alpsaison sind das ungefähr 2500 Liter Milch pro Tag, die zu 250 Kilogramm Alpkäse verarbeitet werden. Dabei nimmt die Milchleistung der Kühe mit der Zeit etwas ab, zum Schluss wird nur noch jeden zweiten Tag gekäst. Im Normalfall bis Anfang September.

Der Geschmack leidet bisher nicht

Hat die Trockenheit einen Einfluss auf den Geschmack des Alpkäses? Götte verneint, jedoch könne der Stress einer Kuh aufgrund der Hitze erhöht sein. Dies könne, genauso wie ein verändertes Futterangebot, einen Effekt auf die Milch haben. «Im Moment haben wir aber eine sehr gute Qualität», sagt Götte. «Es gehört aber auch dazu, dass sie nicht immer gleich ist.» Die Qualität werde laufend im Labor untersucht.

Mit seinen Kühen geht Götte schon lange auf die Alp, die Käserei betreibt er jedoch erst seit dem vergangenen Jahr. «In einem normalen Sommer sind wir eher in einem Gebiet, das tendenziell zu nass ist», sagt Götte. Das sei auch der Grund, weshalb das Obere Toggenburg jetzt noch grüne Stellen aufweist und hitzeresistenter ist. «Eigentlich gibt es oft Gewitter in unserer Gegend, bis jetzt wurden wir aber verschont», sagt Götte. Künftig kann er sich vorstellen, dass das Wetter extremer wird – in beide Richtungen.

 
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