• Gegen die vorzeitige Entsorgung älterer Menschen Arbeitsmarkt: Kundgebung von Aktivisten und Aktivistinnen des Vereins "50plus" im April 2015 in Bern. Schon ab Mitte 40 steigt in der Schweiz das Risiko, in er Sozialhilfe zu landen. (Archivbild)
    Gegen die vorzeitige Entsorgung älterer Menschen Arbeitsmarkt: Kundgebung von Aktivisten und Aktivistinnen des Vereins "50plus" im April 2015 in Bern. Schon ab Mitte 40 steigt in der Schweiz das Risiko, in er Sozialhilfe zu landen. (Archivbild)  (KEYSTONE/LUKAS LEHMANN)

Sozialhilfequoten sind stabil oder sinken

Wer ohne Berufsabschluss oder über 46 Jahre alt ist, hat ein deutlich höheres Risiko, in der Sozialhilfe zu landen. 54 Prozent der Sozialhilfebezüger in den 14 Schweizer Referenzstädten haben keine Berufsausbildung. Generell waren die Sozialhilfequoten 2018 stabil.
Bern. 

Dies zeigt die Langzeitbetrachtung der Städteinitiative Sozialpolitik zum 20-jährigen Bestehen des Monitorings. Sie hat die neusten Kennzahlen zur Sozialhilfe in der Schweiz am Dienstag in Bern vorgestellt. In 8 der 14 Referenzstädte blieb die Sozialhilfequote im letzten Jahr stabil, in 6 Städten ging sie zurück (siehe Extra).

Die Langzeitbetrachtung zeigt, dass es für Personen ohne Berufsabschluss immer schwieriger wird, ein sicheres Einkommen zu erzielen. Sie landen deshalb zunehmend in der Sozialhilfe. Die Wirtschaft verlangt vermehrt nach hoch qualifizierten Personen.

Im vergangenen Jahrzehnt hat das Sozialhilferisiko bei den 46- bis 55-Jährigen von 4,9 auf 5,7 Prozent zugenommen; bei den 56 bis 64-Jährigen sogar stark, von 3,3 auf 4,8 Prozent. Dagegen ist das Risiko für die 18- bis 35-Jährigen in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gesunken.

Klumpenrisiko für Ü46

Für die 46- bis 64-Jährigen kommen laut Städteinitiative verschiedene Problembereiche zusammen: sie fallen dem Strukturwandel in der Wirtschaft zum Opfer, finden generell nicht mehr so leicht eine Stelle in diesem Alter, haben keine oder eine nicht mehr passende Berufsbildung oder kämpfen mit gesundheitlichen Problemen.

Angesichts dieser Befunde begrüsst die Städteinitiative Sozialpolitik die vom Bundesrat vorgeschlagene Überbrückungsleistung für ausgesteuerte Personen ab 60 Jahren, wie sie in ihrer Mitteilung zum Medienanlass schreibt. Dies sei ein kleiner, aber wichtiger Schritt und könne eine Lücke im Sozialsystem schliessen.

Auch ein Vorstoss des Solothurner FDP-Nationalrats und Städteverbandspräsidenten Kurt Fluri zielt für die Städteinitiative in die richtige Richtung. Die Motion verlangt, dass der Bund 40 Millionen Franken zur Verfügung stellt, um Grundkompetenzen und berufliche Qualifizierung von Sozialhilfebeziehenden zu fördern.

Längere Bezugsdauer

Zwar sinkt der Anteil neuer Sozialhilfebezüger in den Städten tendenziell, wer aber Sozialhilfe bezieht, ist länger darauf angewiesen, wie die neusten Kennzahlen zeigen. Die durchschnittliche Bezugsdauer liegt bei 46 Monaten.

Neben Personen über 46 oder solche ohne berufliche Qualifikation ist das Sozialhilferisiko vor allem bei Alleinerziehenden und Familien mit mehreren Kindern hoch. Einelternhaushalte weisen in allen Städten ein Risiko von über 10 Prozent auf.

Die Städteinitiative Sozialhilfe vergleicht seit 20 Jahren die Kennzahlen der Sozialhilfe in den Städten Basel, Bern, Biel, Chur, Lausanne, Luzern, St. Gallen, Schaffhausen, Schlieren ZH, Uster ZH, Wädenswil ZH, Winterthur, Zug und Zürich. (sda)

22. Okt 2019 / 09:30
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