• Die Krankenkassen sollen nach dem Willen des Bundesrates Pflegematerial wie etwa Verbände immer bezahlen, unabhängig davon, wer das Material verwendet. (Themenbild)
    Die Krankenkassen sollen nach dem Willen des Bundesrates Pflegematerial wie etwa Verbände immer bezahlen, unabhängig davon, wer das Material verwendet. (Themenbild)  (KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Kassen sollen alles Pflegematerial zahlen

Die Krankenkassen sollen Pflegematerial wie Spritzen oder Verbände immer bezahlen, unabhängig davon, wer es wo verwendet. Der Bundesrat will das Gesetz entsprechend anpassen. Für die Grundversicherung dürfte die Neuerung rund 65 Millionen Franken im Jahr kosten.
Bern. 

Der Bundesrat will sicherstellen, dass Material wie etwa Verbände oder Spritzen, das in Heimen oder von der Spitex gebraucht wird, bezahlt wird und Patienten im Heim oder zuhause das Material erhalten, das sie benötigen.

Nicht immer vergütet

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) sieht heute zwar eine Vergütung vor, wenn Patienten selbst oder nichtberufliche Helferinnen und Helfer Pflegematerial verwenden. Für in Heimen oder von der Spitex verwendetes Pflegematerial hingegen gibt es diese Vergütung nicht, wie der Bundesrat am Freitag schrieb.

Er will deshalb das Krankenversicherungsgesetz anpassen und dabei keinen Unterschied mehr machen zwischen beruflicher und nicht beruflicher Verwendung und dem Ort, an dem das Material eingesetzt wird. Die neue Regelung soll nach dem Willen des Bundesrates landesweit einheitlich sein.

Die Vorlage dazu hat er nun in eine Vernehmlassung gegeben, die bis zum 6. Februar dauert. Dass die Krankenkassen die Kosten für dieses Pflegematerial übernehmen, fordert auch das Parlament. Es überwies im vergangenen Sommer eine Motion dazu.

Rund 65 Millionen Franken

Die Krankenkassen müssten nach Schätzung des Bundes wegen der neuen Regelung für das Pflegematerial zusätzliche 65 Millionen Franken im Jahr bezahlen. Entlasten dürfte sie, dass sie die Unterscheidung zwischen beruflicher und nicht beruflicher Verwendung des Materials nicht mehr vornehmen müssen.

Wegen eines Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts vom Herbst 2017 müssen Krankenkassen Pflegematerial in Heimen heute nicht separat vergüten. Die Kosten bleiben an Pflegeheimen, Spitexorganisationen und letztlich an Kantonen oder Gemeinden hängen.

Grundlage dieses Grundsatzentscheides war die neue Pflegefinanzierung. Seit Januar 2018 müssen auf Grund des Urteils die Kantone oder Gemeinden als Restfinanzierer für Verbände, Spritzen, Gehhilfen und weiteres Material zahlen. Einige Kassen forderten von den Heimen nach dem Urteil rückwirkend Geld zurück. (sda)

06. Dez 2019 / 10:44
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
21. Februar 2020 / 10:15
21. Februar 2020 / 09:40
Meistkommentiert
02. Februar 2020 / 09:25
Aktuell
21. Februar 2020 / 14:20
21. Februar 2020 / 11:58
21. Februar 2020 / 11:52
21. Februar 2020 / 11:38
21. Februar 2020 / 11:22
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
fankhauser
Zu gewinnen 5 Konzert-Packages "Let Life Flow" für Samstag, 14. März 20 Uhr im SAL, Schaan. Den 5 Konzert-Gewinnern winken je 2 Tickets mit Meet’n’Greet, einer handsignierten CD und zwei Gratisgetränken.
30.01.2020
Facebook
Top