• Vertretende der Internationalen Bodensee Konferenz und Interreg unterzeichneten eine Vereinbarung mit der Internationalen Bodensee-Hochschule.  (Hannes Thalmann)

Bodensee-Hochschule feiert 15 Jahre Bestehen

Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH blickte bei ihrem 15-jährigen Jubiläum vor allem in die Zukunft: Vertretende der zehn beteiligten Länder und Kantone der vier Bodensee-Anrainerstaaten ebneten den Weg für neue grenzüberschreitende Forschungsnetzwerke. Sie geben der Kooperation zwischen den 30 Hochschulen im IBH-Verbund eine nachhaltige Struktur, um mit ihren Impulsen die Region zu stärken.
Kreuzlingen. 

Mit der Initiierung von drei neuen IBH-Labs hat die Internationale Bodensee-Hochschule – der Verbund von 30 Hochschulen um den Bodensee – am Montagabend ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Vor Beginn des Festakts unterzeichneten Vertretende der Internationalen Bodensee Konferenz und Interreg eine Vereinbarung mit der IBH. Damit stellten sie über das Interreg-V-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ einen Förderbetrag von 6.2 Millionen Euro für die IBH-Labs zur Verfügung. Die Labs sollen zudem durch Eigenmittel von Hochschulen oder Drittmittel ihre Budgets auf 12.4 Millionen Euro verdoppeln. «Vorgängig haben wir mit einer Potentialanalyse ermittelt, welches die grossen Herausforderungen der Bodenseeregion für die nächsten Jahre sind», erklärte Sebastian Wörwag, Vorsitzender des IBH-Kooperationsrats und Rektor der Fachhochschule St.Gallen. Ein Lab widmet sich Fragen des demografischen und sozialen Wandels, beispielsweise der Migration. Mit Digitalisierung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit beschäftigt sich ein weiteres Lab. Beim dritten Lab geht es um den Bildungs- und Wissensraum Bodensee – hiermit soll auch dem Fachkräftemangel begegnet werden.

Die Willenshochschule
«Die IBH-Labs sind Denkfabriken und Netzwerke, die pionierhafte Lösungen entwickeln, die weit über die Region hinausstrahlen», sagte Wörwag. Dies unterstrich auch Baden-Württembergs Europa-Minister Peter Friedrich: «Nirgendwo gibt es so viel Kooperation – trotz EU-Aussengrenze.» Andere Regionen wären froh, sie hätten, was am Bodensee gelebt werde. «Die IBH hat dazu beigetragen, unsere Region als herausragende Arena für Wissenschaft, Forschung und Bildung zu positionieren.» Auch die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill pries die IBH als Erfolgsmodell in Europa dank seiner grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. «Grenzen überwinden wir zudem auch über die Hochschultypen, denn in der IBH kooperieren Universitäten mit Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen. Die IBH ist eine Willenshochschule», freute sich Knill. Andernorts blieben die Hochschultypen meist unter sich. «Während Verbünde oft politisch gewünscht oder verordnet werden, ist die IBH ein Willenskonstrukt», bestätigte auch Wörwag.

Gegenseitig Stärken nutzen
Der IBH-Vorsitzende erklärte, die Vielfalt sei ein wesentliches Merkmal der IBH. Dem stimmten auch die anwesenden Rektoren der 30 Mitgliedhochschulen zu. Klaus Näscher, Rektor der Universität Liechtenstein, schätzt dass die IBH Menschen und Themen über die Grenzen zusammenbringt: «Die Universität Liechtenstein will sich insbesondere bei den Themen Digitalisierung und Innovation aktiv an den neuen Labs beteiligen.» Das will auch Lothar Ritter, Rektor an der NTB Buchs, tun. «Die NTB Buchs fokussiert sich ganz auf Technik. In der IBH können wir uns mit einer grossen Vielfalt an Disziplinen vernetzen.» Daniel Miescher, Leiter der Abteilung Mittel und Hochschulwesen des Liechtensteiner Schulamts ist von den Vorteilen eines Hochschulverbunds und den Labs überzeugt: «Es gehört zu unserem Selbstverständnis, uns als Teil einer grösseren Region zu sehen.» Der Löwenanteil der Liechtensteiner würde im Ausland studieren, während an der Universität Liechtenstein zum grossen Teil Ausländer eingeschrieben seien. «Wir können hier nicht alle Studienrichtungen anbieten, gleichzeitig leisten wir mit unseren Schwerpunkten Wirtschaft und Architektur einen Beitrag für die Region.» (pd)

24. Nov 2015 / 16:57
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