• Der chinesische Aussenminister Wang Yi hat mit Blick auf die von den USA angekündigte Entsendung von weiteren tausend Soldaten in die Golfregion gewarnt, es dürfe keine "Pandora-Büchse" geöffnet werden.
    Der chinesische Aussenminister Wang Yi hat mit Blick auf die von den USA angekündigte Entsendung von weiteren tausend Soldaten in die Golfregion gewarnt, es dürfe keine "Pandora-Büchse" geöffnet werden.  (KEYSTONE/AP Pool AFP/FRED DUFOUR)

Russland und China besorgt über USA und Iran

Angesichts der verschärften Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat China beide Länder zur Zurückhaltung aufgefordert. "Wir rufen alle Parteien auf, vernünftig zu bleiben", sagte der chinesische Aussenminister Wang Yi am Dienstag in Peking.
Peking. 

Es dürfe keine "Pandora-Büchse" geöffnet werden, sagte Wang mit Blick auf die am Vortag von den USA angekündigte Entsendung von weiteren tausend Soldaten in die Nahost-Region.

Auch Russland reagiert besorgt auf US-Pläne, weitere Soldaten in die Golfregion zu entsenden. "Dies bereitet uns grosse Sorgen", sagte Vizeaussenminister Sergej Rjabkow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

"Und das allein schon der Tatsache wegen, dass eine starke Konzentration von Kräften und Mitteln das Risiko eines Zusammenstosses oder einer unerwünschten Zuspitzung erhöht." Allerdings sei noch nicht ganz klar, worauf Washington mit einem solchen Schritt abziele, sagte Rjabkow.

Der Kreml rief zur Zurückhaltung auf. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte: "Wir würden lieber keine Schritte sehen, die in einer ohnehin schon unruhigen Region weitere Spannung schaffen würden."

Aufforderung an Iran

Der chinesische Aussenminister forderte zugleich die iranische Regierung auf, das 2015 unterzeichnete Atomabkommen nicht "leichtfertig" aufzugeben.

Die iranische Atomenergiebehörde hatte am Montag angekündigt, das Land werde noch im Juni die in der Vereinbarung festgelegte Menge von angereichertem Uran überschreiten. Damit erhöhte Teheran den Druck auf die Europäer, mehr für die Umsetzung der wirtschaftlichen Seite des Atomabkommens zu tun.

Die USA und der Iran sollten "zurückhaltend" bleiben und "nicht irgendwelche Massnahmen ergreifen, um eine Eskalation der Spannungen in der Region zu provozieren", sagte Wang bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem syrischen Aussenminister Walid Muallem. "Vor allem die Vereinigten Staaten sollten ihre Praxis des extremen Drucks ändern", sagte er.

Zuletzt verschärften mutmassliche Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der japanische Tanker "Kokuka Courageous" und die "Front Altair" aus Norwegen hatten am Donnerstag im Golf von Oman Notrufe abgesetzt, nachdem es bei beiden Schiffen an der Wasserlinie Explosionen gegeben hatte.

Iran verantwortlich gemacht

US-Präsident Donald Trump wies Teheran die Verantwortung zu. Am Montag veröffentlichten die USA neue Bilder, welche die Verantwortung des Iran für die Attacken belegen sollen. Iran weist die Anschuldigungen zurück.

Die Vorfälle ereigneten sich einen Monat nach mutmasslichen Sabotageakten gegen vier Schiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Auch in diesen Fällen machten die USA den Iran verantwortlich - und Teheran wies dies ebenfalls zurück. Die USA hatten zuvor ihre Truppen in der Golfregion unter Verweis auf eine angebliche Bedrohung durch den Iran massiv verstärkt. (sda/afp/dpa)

18. Jun 2019 / 12:58
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