• Nordkorea hat am Sonntag einen "sehr wichtigen Test" von seiner Abschussbasis Sohae aus vermeldet. (Symbolbild)
    Nordkorea hat am Sonntag einen "sehr wichtigen Test" von seiner Abschussbasis Sohae aus vermeldet. (Symbolbild)  (KEYSTONE/EPA/JEON HEON-KYUN)

Nordkorea meldet "sehr wichtigen Test"

Nordkorea hat inmitten der festgefahrenen Denuklearisierungsgespräche mit den USA einen wichtigen Test am Satellitenbahnhof Sohae vorgenommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag mitteilte, war es ein "erfolgreicher Test von grosser Bedeutung".
Seoul. 

Das Ergebnis des jüngsten Tests werde "wichtige Auswirkungen" durch eine Veränderung des "strategischen Status" Nordkoreas haben, erklärte ein Sprecher der nordkoreanischen Wissenschaftsakademie.

Es wurde allerdings nicht angegeben, was genau getestet worden war. Der Standort wurde zuvor zum Start von Raketen ins All und zum Testen von Raketentriebwerken genutzt. Das südkoreanische Militär, das in der Regel Warnmeldungen herausgibt, wenn eine Rakete von Nordkorea aus gestartet wird, lehnte eine direkte Stellungnahme zu den Informationen ab.

In Südkorea wurde aber spekuliert, dass Nordkorea einen Raketenantrieb auf der Anlage an der Westküste getestet haben könnte. Der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte habe keine Hinweise darüber, dass von der Rampe etwas abgefeuert worden sei, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Der US-Nachrichtensender CNN hatte am Samstag berichtet, Satellitenfotos würden darauf hindeuten, dass Nordkorea die Vorbereitungen treffe, um die Tests von Triebwerken für den Start von Satelliten und Interkontinentalraketen wiederaufzunehmen.

Aufkommende Zweifel

Die Aussichten auf eine atomare Abrüstung Nordkoreas hatten sich zuletzt eingetrübt. Das Thema Denuklearisierung sei in den Verhandlungen mit den USA nicht mehr auf dem Tisch, hatte Nordkoreas Uno-Botschafter Kim Song am Samstag erklärt. Es seien derzeit auch keine ausführlichen Gespräche mit den USA erforderlich. Der von den USA geforderte nachhaltige und substanzielle Dialog sei nur ein Trick, um Zeit zu gewinnen, damit das Thema in die innenpolitische US-Agenda passe. Kim spielt damit auf die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um seine Wiederwahl Ende 2020 an.

Bei einem weltweit mit Spannung verfolgten Gipfel hatten sich Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Mitte 2018 in Singapur erstmals persönlich getroffen und danach erklärt, sie hätten einen Abbau aller strategischen Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel vereinbart. Schon bald aber kamen Zweifel auf, ob die Pläne auch umgesetzt werden. Ein zweiter Gipfel im Februar 2019 wurde dann vorzeitig abgebrochen. Zu einem in Aussicht gestellten dritten Gipfel ist es bisher allerdings nicht gekommen. (sda/reu/afp/dpa)

08. Dez 2019 / 03:48
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