• Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Freitag im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz beim berüchtigten Tor mit dem zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei".
    Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Freitag im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz beim berüchtigten Tor mit dem zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei".  (KEYSTONE/AP/MARKUS SCHREIBER)

Merkel im Nazi-Konzentrationslager Auschwitz

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz der Opfer der Nazi-Gräuel gedacht. An der sogenannten Schwarzen Wand hielt sie für eine Gedenkminute inne und legte einen Kranz an der Todeswand nieder.
Oswiecim. 

Dort waren Tausende Häftlinge erschossen worden. Zuvor hatte die Kanzlerin eine Gaskammer und ein Krematorium besichtigt. Merkel wurde am Freitag vom polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki und dem Direktor der Gedenkstätte und Präsidenten der Stiftung Auschwitz-Birkenau, Piotr Cywinski, begleitet.

Zusammen gingen die Kanzlerin, Morawiecki und Cywinski auch zu dem berüchtigten Tor mit dem zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei". Merkel besichtigte Häftlingsblocks, in denen Ausstellungsstücke wie leere Dosen des Giftes Zyklon B zu sehen sind, mit dem Menschen in Auschwitz vergast wurden.

Anschliessend besuchte Merkel das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Danach war ein Gang durch das NS-Vernichtungslager geplant. Es ist der erste Besuch Merkels in Auschwitz. Vor ihr hatten schon die Kanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl die Gedenkstätte besucht.

"Tiefe Scham"

Sie "empfinde tiefe Scham", sagte Merkel. Angesichts der Verbrechen, die die Grenzen alles Fassbaren überschritten, müsse man vor Entsetzen eigentlich verstummen. Dennoch dürfe das Schweigen nicht die einzige Antwort sein. Deutschland sei verpflichtet, die Erinnerung an die damaligen Verbrechen wach zu halten.

Die Kanzlerin betonte, es sei wichtig, deutlich zu benennen, dass damals Deutsche die Täter gewesen seien. Dies sei man auch den Opfern schuldig. Die Verantwortung für die damaligen Taten gehörten untrennbar zu Deutschland, sie seien fester Teil der nationalen Identität.

Geld für Stiftung

Anlass für Merkels Besuch ist das zehnjährige Bestehen der Stiftung Auschwitz-Birkenau, die sich für den Erhalt der Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Lagers einsetzt. Angesichts der historischen deutschen Verantwortung stellen Bund und Länder für die Erhaltung der Gedenkstätte zusätzlich insgesamt 60 Millionen Euro zum Kapitalstock der Stiftung zur Verfügung.

Merkel wurde unter anderen vom Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, begleitet.

Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Nach Schätzungen starben dort mehr als eine Million Menschen, grösstenteils Juden. (sda/dpa)

06. Dez 2019 / 12:16
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