• Michael Nennigg
    Als Kind wollte Michael Nenning noch Förster werden, dann entdeckte er die Liebe für die Musik.  (zvg)

Als Tontechniker in ganz Europa unterwegs

Obwohl der Bekanntenkreis Michael Nenning vom Studium zum Tontechniker abriet, folgte er seiner Leidenschaft – und wurde belohnt.

Michael Nenning ist ein waschechter Vaduzer. Als ruheloser Tausendsassa ist er Teil der Feuerwehr, der Bürgergenossenschaft, aber auch der Triesenberger Joderteifel. Obwohl er beruflich viel im Ausland verkehrt, kommt er seinen Verpflichtungen teils an den freien Wochenenden, teils in den Ferien nach. Die zum Beruf gemachte Leidenschaft für Musik zieht Nenning in Länder wie Tschechien, Ungarn, Slowenien, Bosnien oder nach Mallorca in Spanien.

Von der Kindheit im Wald in die Stadt Zürich
Im Altenbach, ein wenig oberhalb der Bäckerei Dörig, ist Michael Nenning aufgewachsen. Dort verbrachte er seine Kindheit oftmals im Städtle ­– oder im anliegenden Wald. Er mochte die Natur und vor allem die Bewegung. Deswegen hegte er als Primarschüler noch den Wunsch, das Amt des Försters zu bekleiden. Als jedoch die Pubertät einschlug, entdeckte er seine Liebe zur Musik. Er und seine Freunde in der Realschule hörten zum Beispiel Metallica und Nirvana und liessen die Haare wie ihre Idole wachsen.
Der mittlerweile 30-Jährige verfügt seit da an, also über die Hälfte seiner bisherigen Lebenszeit, über eine gewaltige Haarpracht als Zeichen für seine Treue zur Musik und­ – natürlich­ – zum Headbangen. Die Zeit verging. Im Wald hielt er sich nicht mehr auf und als er die Lehre als Elektromonteur begann, entdeckte er mit seinen Freunden aus der Realschule den Ausgang und Heavy-Metal-Festivals für sich. Auf einem Open-Air haben Einzelpersonen des Freundeskreises unabhängig voneinander über die Gründung einer Band gesprochen. Er erzählte daraufhin Christian Schädler davon, welcher überrascht antwortete: «Was - du bist in der selben Band?» Tactical Nuke war geboren. Obwohl die Band lediglich eine Demo-CD veröffentlichte, emanzipierten sie sich schnell durch ihren wilden Bühnen-Shows und dem rauen Sound zu einer der berüchtigsten Thrash-Metal-Bands in der Geschichte Liechtensteins. Im kommenden Jahr spielen sie am Open-Hair-Festival in Balzers.
Nach der Lehre begann er die Berufsmatura Liechtenstein, um später in seinem Studium sein Hobby zum Beruf zu machen. Er entschied sich für die Tontechnik. «Meine Eltern liessen mir alle Freiheiten, doch mein übriges Umfeld riet mir davon ab», berichtet Nenning. Das Studium sei zu ungewiss für eine anständige Zukunft. Doch der Nischenfinder blieb sich treu und später konnte er für seine einstigen Idole die Musik an Konzerten mischen.


Den serbischen Zoll mit CDs bestochen
Er ging mit Bands auf Tourneen, schlief auch in heruntergekommenen und verdreckten Schlafplätzen, um in Budapest oder Mostar für Bands wie Requiem oder Carnal Decay zu spielen. Den Tourbus, den er auch selbst fährt, wird bei den EU-Aussengrenzen regelmässig vom Zoll durchsucht. «Entweder formen die Zöllner mit der Hand ein Heavy-Metal-Zeichen oder sie verlangen ­als Lösegeld CDs», lacht Nenning. Zwischenzeitlich arbeitet er zu 50 Prozent als Mischer im Jugendclub Dynamo in Zürich, reist als selbstständiger Unternehmer umher, um auf Festivals die Tontechnik zu regeln, und wird von Bands wie Heavy-Metal-Legende Messiah gebucht.
Nach dem Bachelor liess er sich zusätzlich zum Akustiker ausbilden und bestimmt zum Beispiel den Lärmschutz für Schulen. Momentan besucht er die Universität Liechtenstein. (dab)

25. Nov 2019 / 07:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Bauen und Wohnen April 2020
Zu gewinnen 1 Gutschein im Wert von 300 Franken von der Buntag AG in Ruggell.
06.04.2020
Facebook
Top