• Ewald Wolf, hier bei der Sardinienrundfahrt, fuhr auch nach seiner Karriere als Elite-Fahrer weiterhin Radrennen und fährt daher seit über 43 Jahren aktiv.
    Ewald Wolf, hier bei der Sardinienrundfahrt, fuhr auch nach seiner Karriere als Elite-Fahrer weiterhin Radrennen und fährt daher seit über 43 Jahren aktiv.  (SPORTOGRAF.COM)

Ein Leben für den Sport

Ewald Wolf gehört zu den besten Liechtensteiner Radrennfahrern der Geschichte. Im Gespräch mit dem «Vaterland» erzählt er von seiner Zeit als Elite-Fahrer, wieso er den Schritt zum Profi nicht wagte und was ihn mit Eishockey verbindet.
Radsport. 

Er gehört zu den schillerndsten Figuren im Liechtensteiner Radsport: Ewald Wolf. Der mittlerweile 63-jährige Vaduzer hat in seiner Karriere ca. 600 000 Kilometer in 934 Radrennen absolviert und dabei über 130 Siege herausgefahren. Seine Veloschuhe hat er deswegen aber noch längst nicht an den Nagel gehängt. «Die Energie ist noch voll da und solange ich gesund bleibe, werde ich weiterhin aktiv Velo fahren», stellt Wolf klar.

Olympia aus politischen Gründen verpasst

Die Begeisterung für den Radsport entdeckte er schon in seinen Jugendjahren. «Ich fuhr als Jugendlicher bereits Velo und startete auch bei dem einen oder anderen Rennen», erzählt der Vaduzer, «ich startete aber erst so richtig durch, als ich zwanzig war.» Und dies sehr erfolgreich, denn nur kurz nach seiner Rückkehr startete Wolf auf der Elite-Amateure-Stufe, also in der besten Nicht-Profi-Kategorie, welche mit der heutigen Continental-Stufe zu vergleichen ist.

Von Beginn weg fasste der Vaduzer auf der Elite-Stufe Fuss und feierte während seiner achtjährigen Aktivzeit zahlreiche Erfolge. Angefangen mit dem sechsten Gesamtrang bei der Tour Européen, über mehrere Liechtensteiner Landesmeistertitel und fünf Teilnahmen bei Weltmeisterschaften bis hin zum Goldtrikot beim GP Tell, einem der zu dieser Zeit wichtigsten Etappenrennen der Schweiz. «Das ist auf jeden Fall der grösste Erfolg meiner Karriere. 1980 gewann ich die zweite Etappe beim GP Tell und durfte vorübergehend in das Goldtrikot des Gesamtführenden schlüpfen», erzählt der 63-Jährige stolz.

Im gleichen Jahr wäre dann wohl das Highlight seiner Karriere angestanden: die Olympischen Spiele in Moskau. Doch aus der sicher geglaubten Teilnahme wurde nichts. Liechtenstein und auch viele andere westliche Staaten boykottierten die Spiele in Moskau, um so gegen den Einmarsch von sowjetischen Truppen in Afghanistan zu protestieren. Und so wurde aus Ewald Wolf, aus politischen Gründen, kein Olympionike.

Auf die Elite-Karriere folgte die Zeit als Masters-Fahrer

1982 beendete Wolf seine Aktivkarriere. Den Sprung zum Profi hat er nie geschafft. «Ich war nicht der Typ, der um jeden Preis gewinnen wollte. Ich hatte allgemein Freude am Radsport und diese Freude stand bei mir auch an erster Stelle. Wenn ich den Schritt zu den Profis gewagt hätte, wäre ich wohl auch dem Doping zum Opfer gefallen», erklärt der Vaduzer. Er wollte dieses Risiko nicht eingehen, da für ihn auch immer das Leben neben dem Radsport wichtig war und er auch immer an die Karriere danach gedacht hatte. «Es war ein grosses Wagnis, das ich nicht auf mich nehmen wollte.»

Doch Wolf blieb dem Sport treu, fuhr weiterhin Rennen. «Seit rund 43 Jahren fahre ich nun Radrennen, zuerst als Elite-Fahrer, nun auf Master-Stufe bei den Senioren. Heute hat das Velofahren nicht mehr den gleichen Stellenwert wie dazumal, doch der Radsport ist immer noch sehr wichtig für mich. Pro Jahr fahre ich noch knapp zehn Rennen.» Auch in seier Zeit als Masters-Fahrer war Wolf sehr erfolgreich. Mit zwei Medaillen an Kleinstaatenspielen und dem Europa- und Schweizermeistertitel auf der Strasse konnte er seine Trophäen-Sammlung ausbauen. Zuletzt startete der Vaduzer erst vor wenigen Tagen beim Radklassiker Chur–Arosa und klassierte sich dort in der Kategorie Ü60 auf dem starken zweiten Schlussrang.

Der Job als Sportlehrer brachte ihn zum Eishockey 

Auch wenn es nie zu einer Karriere als Profisportler gereicht hat, begleitet der Sport Ewald Wolf durch sein ganzes Leben. Nachdem er seine Aktivkarriere beendet hatte, begann er in Stuttgart die Ausbildung zum Sportlehrer. 

Und seine Tätigkeit als Sportlehrer brachte ihn plötzlich zu einer ganz anderen Sportart: zum Eishockey. «Ich spürte dazumal, dass das Interesse für Eishockey immer grösser wurde. So ermöglichte es einigen meiner Schüler, dass sie jeweils am Samstagmorgen in Widnau trainieren konnten», erzählt Wolf. Irgendwann habe er dann den Eishockey-Club Vaduz (EHCV) gegründet, später auch noch den Liechtensteiner Eishockey- und Inline-Verband (LEIV). «Dadurch bin ich dann zu der dritten Stufe in meiner Sportkarriere gekommen: zu der des Funktionärs.» 

Und auch als Funktionär hat Wolf einiges erlebt. Neben dem EHCV und dem LEIV war er auch Mitbegründer des Liechtensteiner Eiskunstlauf-Verbandes, war 16 Jahre Mitglied in der Sportkommission, über 20 Jahre lang Pärsident des Velo-Clubs Vaduz und noch vieles mehr. (rb)

03. Okt 2018 / 23:30
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