• Jahrmarkt Vaduz
    Auf dem Vaduzer Jahrmarkt wird eine Menge geboten.  (Daniel Ospelt)

Ein Jahr planen für zwei Tage Rummel

Am Wochenende verwandelt sich das Vaduzer Städtle wieder in einen Rummelplatz mit Zuckerwatte, Magenbrot, Luftballons, Karussells & Co. Hinter dem bunten Treiben verbergen sich viele Arbeitsstunden der fünfköpfigen Jahrmarktkommission.
Vaduz. 

Mit einer Zuckerwatte in der Hand von Marktstand zu Marktstand schlendern. Mal steigt der Duft von gebrannten Mandeln in die Nase, dann weckt das Zischen einer Bratwurst auf dem Grill nebenan das Hungergefühl. Die Entscheidung fällt schliesslich schwer, sich der Grillwurst oder doch dem unverschämt lecker riechenden Raclette hinzugeben. Wer sich nicht entscheiden kann, läuft Gefahr, die Geschmacksnerven mit weiteren kulinarischen Köstlichkeiten zu strapazieren. Alle Sinne sind gefordert: Zur Linken klingelt’s, während zur Rechten wunderschöne Kunsthandwerke aus Holz und Metall faszinieren. Von den Bahnen tönt Musik, und vor lauter «Hoi, wia häsches?» kommt man kaum vom Fleck. 

Allerdings würde sich ein Besuch im Zelt, das von den Wildschloss Hexen und der Fasnachtsgesellschaft bewirtet wird, schon lohnen, wenn am Samstagabend die Liechtensteiner Band Naturtrüeb spielt. Oder die Gäste beim Frühschoppen am Sonntag ab 10.30 Uhr von der Harmoniemusik Vaduz und dem Kinderchor Vaduz unterhalten werden.

Schon im Herbst wird auf das nächste Jahr geblickt
Aber abgesehen davon: «Sei es die Musik, Bahnen, Stände oder kulinarische Angebote – beim Vaduzer Jahrmarkt jagt ein Highlight das andere», versprechen Andrea Marxer und Markus Hemmerle. Zusammen mit Josef Feurle, Joe Verling und Rigobert Wolf bilden sie die Vaduzer Jahrmarktkommission. Die Fünf sind verantwortlich, dass der Jahrmarkt im Vaduzer Städtle erfolgreich über die Bühne gehen kann. Und dies bedeutet weitaus mehr, als zwei-, dreimal durch die Stände zu laufen und nach dem Rechten zu schauen. «Genauer gesagt, ist es eine Jahresaufgabe», sind sich Andrea Marxer und Markus Hemmerle einig. Denn auch für sie heisst es: Nach dem Jahrmarkt ist vor dem Jahrmarkt. Noch im Herbst inseriert die Jahrmarktkommission bereits wieder für das nächste Jahr in einer spezifischen Zeitung in der Schweiz, die hauptsächlich nach Schaustellern und Marktbetreibern sucht. Und auch die Suche nach den Vergnügungsbahnen geht dann los, bestenfalls können diese bereits im Januar für den darauffolgenden Jahrmarkt verpflichtet werden. Heuer allerdings war die Kommission massiv im Verzug – «gerade erst vor zwei Wochen haben wir den letzten Vertrag mit einem Bahnbetreiber geschlossen», sagt Markus Hemmerle. Grundsätzlich hätten sie, was Bahnen betrifft, mit zwei grossen Problemen zu kämpfen: «Zum einen haben wir mit einem Markt in Luzern und der Olma in St. Gallen grosse Konkurrenz». Zum anderen hatte die Kommission dieses Mal ein bisschen Pech: Eigentlich hätte am kommenden Wochenende ein nigelnagelneues Riesenrad in Vaduz stehen sollen – «die Produktionsarbeiten dauern allerdings immer noch an», sagt Markus Hemmerle. Eine weitere Vergnügungsbahn wäre der Kommission ursprünglich versprochen gewesen: «Diese war allerdings nicht normgerecht gebaut und durfte am Zoll nicht in die Schweiz und nicht nach Liechtenstein eingeführt werden», sagt Andrea Marxer. Der fünfköpfigen Kommission ist es dennoch, wenn auch auf den letzten Drücker, gelungen, auch dieses Jahr wieder ein vielfältiges Bahnenangebot zu haben: «Wir haben zwei ganz gemütliche Kinderkarussells und zwei waghalsigere Bahnen für Mutige», so Andrea Marxer. Ausserdem gibt es eine «Time Machine» und eine «Fun City», die mit Sicherheit für jede Menge Spass sorgen. Und nicht wegzudenken ist natürlich die «Tötsch-Äutile-Bahn», die bei Gross und Klein beliebt ist.

Mit den Marktbetreibern auf Reisen
Dass Andrea Marxer seit nun vier Jahren bei der Vaduzer Jahrmarkt-Kommission ist, kommt nicht von ungefähr – schon ihr Vater engagierte sich dafür und so ist ihr die Jahrmarktbegeisterung quasi in die Wiege gelegt worden. Gerne erinnert sie sich, wie sie schon als kleines Mädchen durch den Jahrmarkt schlenderte. «Während der Sommerferien durfte ich sogar mit Marktbetreibern, die meine Eltern durch all die Jahr gut kennen, durch die Schweiz reisen», erzählt sie. «Das war so aussergewöhnlich und hat riesen Spass gemacht!»

Auch bei Markus Hemmerle hat der Jahrmarkt eine Tradition, die ihn bis in die Kindheit zurückerinnert. «Es macht bis heute Spass», sagt er. «Zum einen sind wir ein super Trupp und zum anderen können wir so einen Beitrag für die Gemeinde leisten.»

Der Startschuss für den diesjährigen Vaduzer Jahrmarkt fällt am Freitag, um 17 Uhr. Zur Feier des Tages ist der Eintritt zu allen Bahnen zwanzig Minuten lang gratis. «Schön wäre es, wenn danach die Besucher natürlich auch noch ein bisschen blieben», sagt Andrea Marxer.

Auf die Jahrmarktkommission warten in der Nacht von Freitag auf Samstag nur ein paar wenige Stunden Schlaf – bereits um 6 Uhr sind die Mitglieder wieder vor Ort und weisen den Standbetreibern ihren Platz zu –, «meist eingepackt in eine dicke Jacke, ausgestattet mit Einteilungsplan und Taschenlampe.»  Wer nicht angemeldet ist, muss bis circa 7.30 Uhr warten – «wir sind aber stets bemüht, alle unterzubringen», sagen die beiden Organisatoren.

Insgesamt bereichern den Vaduzer Jahrmarkt dieses Jahr rund 100 Marktstände, angefangen vom Kulinarischen, über Spielwaren bis hin zu Kunsthandwerk und Schmuck. Knapp ein Drittel der Standbetreiber kommt aus Liechtenstein. Oft sind dies humanitäre Vereine, die den Marktstand für Spenden nutzen. «Wie letztes Jahr wird es beim Rathausplatz auch am Sonntag noch Marktstände haben», sagt Andrea Marxer. «Im grossen Zelt», so Markus Hemmerle, «werden wir ausserdem zum ersten Mal eine Stehbar haben.» Ziel der Organisatoren ist, die Besucher neben dem Rummelplatz auch im Zelt zu begrüssen und zum Verweilen einzuladen.

Auch die Sonne ist herzlich eingeladen
Die Kommissionsmitglieder sind bereit – und auch ein klein wenig nervös. «Die Zusammenarbeit mit der Gemeindepolizei und dem Werkhof ist einwandfrei», sagt Markus Hemmerle. So darf sich das Komitee – abgesehen von der Nervosität – auch dieses Jahr wieder auf einen bunten Vaduzer Jahrmarkt freuen. Es gilt nur noch für etwas die Daumen zu drücken: Dass sich unter all den kleinen und grossen Besuchern am Wochenende auch die Sonne zeigen wird. «Eingeladen haben wir sie auf alle Fälle – nur können wir sie nicht verpflichten.» (bfs)

03. Okt 2018 / 18:42
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