Vater-Tochter-Duo geht neue Wege

Nach fünf Jahren verlängern Leopold Schädler und seine Tochter Madlen den Vertrag mit dem «Schlucher-Treff» in Malbun nicht mehr. Die Entscheidung ist ihnen alles andere als leichtgefallen. Dennoch freuen sie sich auf einen neuen Lebensabschnitt.

Lange überlegen musste Leopold Schädler nicht, um vor fünf Jahren den Vertrag zu unterzeichnen. Er war früher schon in der Gastronomie tätig gewesen und wollte eine neue Herausforderung annehmen. Mit seiner Unterschrift auf dem Blatt Papier gab er seine Zusicherung, den «Schlucher-Treff» in Malbun während fünf Jahren zu führen, zu bewirten und zu pflegen. «Ich kannte das Projekt ‹Schlucher-Treff› bereits und war von Beginn an von der ganzen Anlage und der Architektur begeistert», erklärt der Triesenberger.

Viel schwieriger sei ihm hingegen die Entscheidung gefallen, sein «Baby», das er grossgezogen habe, aufzugeben. «Es tut mir schon sehr leid. Ich musste lange darüber nachdenken, ob ich diesen Schritt tatsächlich gehen möchte. Die Pro-Argumente haben am Schluss aber überwogen», erklärt Leopold Schädler. So muss die Gemeinde Triesenberg für die kommende Wintersaison einen neuen Mieter für den Malbuner Treffpunkt suchen. Denn Ende Oktober läuft der Vertrag mit Leopold Schädler und seiner Tochter aus. Das Bewerbungsverfahren für einen neuen Pächter läuft noch bis Ende der Woche. Laut Vorsteher Christoph Beck sind bereits einige Bewerbungen eingegangen. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist wird sich der Gemeinderat mit der Pachtvergabe auseinandersetzen. Im August oder September sollte der Nachfolger von Leopold und Madlen Schädler schliesslich feststehen.

Die Aufgaben sind nicht zu unterschätzen

Die Zeit im «Schlucher-Treff» bleibt dem Vater-Tochter-Gespann in guter Erinnerung. Sie haben es während all der Jahre genossen, mit Familien aus dem In- und Ausland in Kontakt zu treten. «Wir hatten Kleinkinder genau­so wie Teenager und Schulklassen zu Besuch. Viele kamen bereits als Babys zu uns und sind uns in den Jahren sehr ans Herz gewachsen. Das hat Leben und Abwechslung in den ‹Schlucher-Treff› gebracht», sagt Leopold «Poldi» Schädler mit einem Lächeln auf den Lippen. 
Sehr vielfältig, aber auch ein wenig anstrengend gestalteten sich im Laufe des Jahres die Aufgaben von Poldi und Madlen Schädler. Vor allem die Wintersaison hatte es immer wieder aufs Neue in sich: Der Sieben-Tage-Betrieb mit Eisplatzbearbeitung, Reparaturen, Schneeräumen, Schlittschuhausgabe, Service und Küche ist nicht zu unterschätzen. Vor zwei Jahren hatte dann auch noch der Eisplatz grosse Sorge bereitet. Es sei die negativste Erfahrung während der gesamten fünf Jahre gewesen, erklärt der Triesenberger. Weil die Rohre des Kühlsystems undicht waren, war Kühlflüssigkeit ausgelaufen und hatte auf der Eisoberfläche blaue Flecken hinterlassen – und das unzählige Male in nur einer Saison. «Die Reparaturen gestalteten sich sehr aufwendig und vor allem nervenaufreibend.» Selbstverständlich sei das nicht der Auslöser für die jetzige Entscheidung gewesen, aber der Vorfall habe zur Entscheidungsfindung beigetragen. «Ich bin nicht mehr der Jüngste und seit einiger Zeit bereits im Pensionsalter. Meine Tochter Madlen möchte zudem etwas Neues in Angriff nehmen. Daher übergeben wir den ‹Schlucher-Treff› nun in andere Händen», so Leopold Schädler. 

Zum beliebten Treffpunkt in Malbun geworden

Unter der Leitung des dynamischen Triesenberger Duos hat der «Schlucher-Treff» in den vergangenen fünf Jahren einige Veränderungen durchlaufen und ist zu einem beliebten Treffpunkt in Malbun geworden. Die Kartbahn sowie der Eisplatz haben schon lange Bestand. Poldi Schädler hat sich irgendwann aber dazu entschieden, das bestehende Angebot um einen Minigolfplatz zu erweitern. Ausserdem hat er jeden Winter aufs Neue ein Iglu gebaut, in dem in einzigartiger Atmosphäre ein Apéro genossen werden konnte. Auch in Sachen Gastronomie haben sich Leopold und Madlen Schädler etwas einfallen lassen: Im Sommer werden jeweils etwa 20 verschiedene Crêpes-Sorten angeboten, im Winter begeisterten sie ihre Gäste mit ebenso vielen Rösti-Spezialitäten. 

Poldi Schädler betont, dass er ohne die Mithilfe diverser Familienmitglieder nie so weit gekommen wäre. «Daher gilt ihnen ein besonderer Dank. Ich freue mich, nun kürzer zu treten und mehr Zeit für sie zu haben.» Nach der «Schlucher-Treff»-Ära wird bei Leopold Schädler aber keinesfalls Langweile einkehren. Denn wie er selbst sagt, sei er nicht der Typ fürs «Nichtstun». Er wurde von Bekannten bereits angefragt, ob er sich eine Zeit lang als Aushilfe betätigen könnte. «Ich habe zugesagt, aber gleichzeitig schweben mir auch noch diverse Ideen vor, die ich gerne umsetzen würde.» Auch seine Tochter Madlen wird einen neuen Lebensabschnitt in Angriff nehmen. Wohin ihre Reise führt, weiss sie noch nicht zur Gänze. 

Vom Nachfolger im «Schlucher-Treff» würde sich Poldi Schädler wünschen, dass in seinem Konzept das Hauptaugenmerk ebenfalls auf Kinder und Familien gerichtet wird. Gleichzeitig würde er es auch sehr begrüssen, wenn neue Ideen etwas frischen Wind einbrächten. «Ich werde künftig bestimmt das eine oder andere Mal im ‹Schlucher-Treff› zu Gast sein und beäugen, was aus meinem Baby geworden ist.» (jka)

25. Jun 2019 / 21:47
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