• Die Joderteifel sind bei jedem Fasnachtsumzug ein Highlight – aber auch etwas beängstigend.  (pd)

Schaurig gute Stimmung mit den «Teifeln»

Fasnachtsgruppen gibt es viele – jedoch keine zweite wie die Joderteifel. Mit ihren schaurigen Masken und dem Kostüm aus Fell jagen sie so manchen Fasnachtsgästen an den Umzügen Angst ein – wer hinter den Masken steckt, weiss man meist nicht einzuschätzen.
Gruselig. 

Bunte Verkleidungen, wildes Treiben, Geschrei und Spass – auf die Fasnachtszeit freuen sich jedes Jahr besonders viele Narren. Es ist eine intensive Zeit für alle, die die Hauptfasnacht in all ihren Facetten miterleben möchten – besonders für die Mitglieder der Guggenmusiken oder im Wagenbauverein. Eine kleine Gruppe aus Triesenberg sieht in der Fasnacht aber auch noch etwas anderes, etwas Düsteres und Schauriges. Auch sie verkleiden sich – einen Clown oder einen Cowboy findet man unter ihnen aber nicht. Sie verwandeln sich in böse Teufel, mit langen Hörnern und spitzen Zähnen. Die Bärger Joderteifel sind bei jedem Fasnachtsumzug in Liechtenstein mit dabei und reisen teilweise auch ins Ausland, um ihre schaurigen Masken auch in Deutschland oder der Schweiz zu präsentieren.

«Die Besucher sollen sich fürchten»
Die Bärger Joderteifel gibt es schon seit 2005 – damals haben sich sechs Fasnachtsfans zusammengetan und kamen auf die Idee, einen Verein zu gründen. Es sollte aber nicht ein weiterer Wagenbauverein oder eine Guggamusik sein, von denen gibt es schon genug. Da kam ihnen die Geschichte vom heiligen Theodul – oder St. Joder, wie er im Dialekt genannt wird – in den Sinn. Der Heilige bekam vom Papst eine Glocke geschenkt, die jedoch so gross war, dass er sie nicht selbst tragen konnte. So zwang er kurzerhand den Teufel, ihm die Glocke hinterherzutragen. Diese Sage kennen viele in Triesenberg, schliesslich ist auch ein Bild davon im Rathaus Triesenberg und in der Kapelle Masescha zu finden. Kurzerhand nahmen sich die sechs Gründungsmitglieder diese Sage als Vorbild und verkleideten sich von nun an als Teufel.

Die Masken der Joderteifel bestehen auch heute noch, 14 Jahre nach der Gründung aus Arvenholz. Sie werden unterschiedlich bemalt und mit echten Hörnern versehen. «Die Masken gehören dem Verein Joderteifel. Unsere Mitglieder können die Masken für die Fasnacht ausleihen, müssen sie dann aber zurückgeben. So bleiben die Masken in Vereinshand», erklärt Präsident Florian Oberhofer. Insgesamt sind im Moment 20 aktive Mitglieder im Verein – Masken würde es aber 22 geben. «Wir bekommen etliche Anfragen von Kindern und Jugendlichen, die mal bei uns mitlaufen wollen. Aber eigentlich würden wir uns ältere Mitglieder, im Alter ab 16 Jahren wünschen», erklärt der Präsident. «Wir wollen schliesslich kein normaler Fasnachtsverein sein, sondern den Zuschauern schon etwas Angst machen. Und da wirkt es besser, wenn grosse Teufel vor den Schaulustigen stehen.» Und für Florian und seine Freunde ist es besonders schön, wenn sie auch Erwachsene erschrecken können. «Da haben wir richtig Spass, aber das sieht natürlich niemand unter den Masken.»

Eine Gruppe von Freunden
Als Fasnachtsverein treffen sich die Joderteifel unter dem Jahr nur sporadisch, beispielsweise zur Generalversammlung, oder für einen Grillabend. Die Mitglieder – Männer wie Frauen – sehen sich natürlich auch ausserhalb des Vereins. «Die meisten sind sehr gut befreundet. Wir unternehmen fast jedes Wochenende etwas miteinander», erklärt Florian. Und das ist für die Teifel auch das Wichtigste innerhalb des Vereins: Zeit mit Freunden zu verbringen, Spass zu haben und natürlich Leute zu erschrecken. «Es kann aber auch ganz schön anstrengend sein. Denn unter dem Fell wird es sehr schnell sehr warm. Ausserdem hat das ganze Kostüm und die Maske schon etwas Gewicht und wir laufen ja auch die ganze Zeit umher», weiss der Präsident. Dabei entwickelt jeder Joderteifel seinen eigenen Stil, jeder verhält sich anders. Mit Rauchbomben inszenieren sie ihren Auftritt, nehmen Zuschauer gefangen oder grölen furchterregend in die Menge. Bei drei Punkten sind sich aber die Joderteifel identisch: Alle haben ein Fell um, eine Maske mit Hörnern – und natürlich eine Glocke dabei, wie es in der Sage erzählt wird. (lat)

29. Jun 2019 / 06:00
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