• Ritzlina
    Der Name Rizlina bedeutet vermutlich «Lehm».

Rizlina: Nussgipfel in der Lehmgrube

Wer mit dem Bus durch das Land fährt, fragt sich bei manchen Haltestellen, wieso sie heissen, wie sie eben heissen. In der Serie #näherdran erklären wir einige davon.

Die Bushaltestelle Rizlina auf der Linie 21 der Liemobil ist vielen bekannt, die nach Malbun fahren. Bei der Haltestelle liegt nämlich auch der Rastplatz Rizlina, mit einer wunderschönen Aussicht auf das Rheintal.

Bis vor rund 15 Jahren war auf der Rizlina noch das gleichnamige Restaurant geöffnet. «Bei schönem Wetter war das Restaurant jeweils gerappelt voll», sagt der ehemalige Wirt Wolfgang Schädler. Bei schlechtem Wetter sei kaum jemand gekommen. Die einzigartige Aussicht habe viele Ausflügler ins Restaurant gebracht, wenn das Wetter passte. «Beliebt waren die Nussgipfel, die meine Mutter selbst gebacken hat.» Auch die Älplerrösti seien bei den Gästen gut angekommen. Heute befinden sich im Gebäude des ehemaligen Restaurants drei Wohnungen. In einer wohnt der ehemalige Wirt Wolfgang Schädler.

Von «Rützlina» zu «Frizlina»

Der Name Rizlina bedeutet vermutlich «Lehm» oder «kleine Lehmgrube». Heute ist von Lehm auf Rizlina nichts mehr zu sehen. Auch Wolfgang Schädler hat  beim Gebäude nie Lehm bemerkt. Einzig neben dem Stall im schattigen Bereich sei es manchmal etwas sumpfig. Schädler kann sich vorstellen, dass das vor 200 Jahren einmal anders ausgehen haben könnte. Denn heute gibt es im Gebiet Quellfassungen, wodurch die Böden heute wohl viel trockener sind als früher.

Im weiteren Gebiet der Bushaltestelle, etwas Richtung Gnalp, ist es laut dem Liechtensteiner Namenbuch durchaus möglich, dass sich dort in früheren Zeiten lehmige Zonen oder Lehmgruben befunden haben. Gänzlich abgesichert ist das alles nicht, aber dass der Flurname Rizlina «Lehm» bedeutet, ist plausibel. Wobei der Name einige Wandlung gemacht hat, mit verschiedenen Vorsilben und Eindeutschungen aus dem Alemannischen. Erste Belege wurden im 15. Jahrhundert gefunden, damals mit der Schreibweise «Rützlina».

 Im 17. Jahrhundert findet man laut Liechtensteiner Namenbuch erstmals «Ritzlina», noch mit «tz» geschrieben. Im selben Jahrhundert fand man auch «Frizlina». Dieser Name entstand vermutlich in der Zusammensetzung mit der Präposition auf. Im Dialekt «uf Rizlina» ausgesprochen, könnte verkürzt «Frizlina» geworden sein. (jeb)

 

27. Jun 2019 / 08:50
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