• Erni AG, Triesen
    Geschäftsführer der Hermann Erni AG in Triesen, Gieri Blumenthal, mit seinem Produktionsleiter Özcan Üzümyemez.  (Tatjana Schnalzger)

Wie Blech und Büro zusammenpassen

Gieri Blumenthal hat seinen Job bei einer Schweizer Grossbank aufgegeben, um ein Triesner Familienunternehmen zu führen.

Seit über 50 Jahren produziert ein kleines Unternehmen in der Triesner Industriezone Metallkomponenten und Lager-sowie Büroeinrichtungen. Auf der Fassade prangen die vier blau­en Lettern «Erni». Was als Gebäude eher unscheinbar daherkommt, ist der Ort einer kleinen Erfolgsgeschichte. Aber der Reihe nach. «In der ersten Hälfte der Neunzigerjahre wurden die Möglichkeiten, im Fürstentum Liechtenstein wettbewerbsfähig zu produzieren, teilweise in Frage gestellt», erzählt Gieri Blumenthal. Viele Firmen lagerten ihre Produktion zu diesem Zeitpunkt in Niedriglohnländer aus. Die fehlende Nachfolgeplanung war ein weiteres Thema damals für die Hermann Erni AG. 


Ein Vollblutunternehmer mit Weitsicht


Gieri Blumenthal hatte eigentlich einen anderen Karriereweg eingeschlagen. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Zürich begann er bei der Schweizer Grossbank UBS – ebenfalls in Zürich. Als sich das Gespräch und damit die Option ergab, den Betrieb seines Schwiegervaters in Triesen zu übernehmen, zögerte Blumenthal nicht lange. 

Vor 25 Jahren trat er in das Unternehmen ein, drei Jahre konnte er noch vom Erfahrungsschatz seines Schwiegervaters profitieren. «Wir mussten reagieren, Prozesse anpassen und automatisieren, um kostengünstiger zu produzieren». Das Risiko zu scheitern, das habe er nie als Gefahr wahrgenommen, sondern als Herausforderung. Die Strategie war von Erfolg gekrönt.

Inzwischen wird die Hälfte des Umsatzes mit Produkten erwirtschaftet, welche das Unternehmen in Triesen selbst produziert, 200 Tonnen Material wird hier jährlich verarbeitet. Wichtig sei, dabei die hohe Fertigungstiefe zu gewährleisten und das Unternehmen breit diversifiziert aufzustellen. In den Bereichen Anlagen- und Apparatebau gehören Rohrkonstruktionen, Blechbearbeitung oder zum Beispiel Komponenten für Geräte der Medizinaltechnik dazu. Neben der Produktion stieg das Unternehmen in den Siebzigerjahren noch in den Handel mit Büroeinrichtungen, Trennwandsystemen und Lagereinrich­tun­gen ein. In den letzten Jahren konnte Blumenthal auch Kunstsammler von seinen Lagersystemen überzeugen. Privat- und Museumskunden im In- und Ausland gehören zu den Abnehmern. Das Geschäftsmodell auf Lager- und Büroeinrichtung auszurollen, war naheliegend. «Unsere Kunden brauchen keine Produkte, sondern Lösungen» sagt Blumenthal. Hier kommt der Betriebswirtschaftler durch. Einer, der um die Bedürfnisse der Kunden genauestens Bescheid wissen will und hier eine Nische gefunden hat. Und einer, der oft bei seinen Kunden vor Ort ist, vor allem in der Region, um zu erkennen, was sie brauchen. Standardprodukte werden modifiziert, um individuell angepasste Lösungen anbieten zu können. «Unser grösster Vorteil ist die Geschwindigkeit. Einer unserer Kunden schickt uns mehrere Aufträge täglich», erzählt Blumenthal. Innerhalb von 60 Minuten erwartet er ein Angebot, um seine Produkte bereits am darauffolgenden Tag abholen zu können. Zwölf Mitarbeiter arbeiten im Betrieb, um all das zu ermöglichen. Seine Frau, mit der er zusammen in Triesen lebt, übernimmt die Finanzen des Unternehmens und kümmert sich um die Buchhaltung. Auch sie hat Betriebswirtschaft studiert. Viel Freizeit bleibt dem Unternehmer nicht. Umso schöner und wichtiger sei es, dass er und seine Frau gleich ticken und mit gleicher Leidenschaft für den Betrieb brennen. Abschliessend meint Gieri Blumenthal: «Das Bewältigen des enormen Arbeitsaufwandes in den vergangenen 25 Jahren wäre ohne die Unterstützung meiner Frau nicht möglich gewesen.» Sie hat immer im Betrieb und auch anderen Unternehmen im Finanzbereich gearbeitet, sich um die Familie und die Erziehung der zwei gemeinsamen, mittlerweile 16- und 20-jährigen Kinder gekümmert. (dal)

12. Sep 2019 / 23:04
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
29. November 2019 / 13:35
27. November 2019 / 21:19
Aktuell
08. Dezember 2019 / 08:33
08. Dezember 2019 / 06:36
08. Dezember 2019 / 03:48
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Lova Hausmesse Vaduz
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
04.11.2019
Facebook
Top