• Hornli Grill in Triesen
    Mehmet Tona hat in Triesen noch viel vor.  (Daniel Schwendener)

Vom Bosporus nach Triesen

Mehmet Tona führte in Istanbul ein Restaurant mit 40 Angestellten. Vor dreizehn Jahren hat er sich entschieden, seine Heimat zu verlassen. Sein Traum ist es, auch in Triesen ein türkisches Restaurant zu eröffnen.
Vielfalt. 

Istanbul ist die Stadt grosser Vergangenheiten. Byzanz. Konstantinopel. Sie ist der Inbegriff des Orients mit spektakulären Hotels und unzähligen Restaurants. Die Metropole ist mit ihren 12 Millionen Einwohnern die drittgrösste Stadt der Welt. Wer hier lebt, der ist die Vielfalt einer turbulenten Grosstadt gewohnt – auch Mehmet Tona war das. In Liechtenstein, wo er seit 13 Jahren lebt, kennt man ihn als Memo. Jeden Tag steht er bis kurz nach Mitternacht in seinem Imbiss an der Landstrasse in Triesen.

Hektisch und Hauptsache gut
Angefangen hat alles in der türkischen Stadt der Gegensätze – in Istanbul. Hier lebte Mehmet Tona 15 Jahre und hier arbeitete er in der Gastronomie. Jahrelang hat er sogar sein eigenes Restaurant mit 40 Angestellten geführt – ein sehr beliebtes, wie er erzählt. Trotzdem zog es den heute 41-Jährigen gen Westen und schliesslich wurde er in Liechtenstein sesshaft – in einer Gemeinde mit 65 verschiedenen Nationen. Zuerst arbeitete er in Vaduz bei einem Imbiss mit italienischer Küche. Südländisch zwar, aber das schmeckte dem leidenschaftlichen Koch zu wenig nach Heimat, zu wenig nach Türkei. Er absolvierte die Wirteprüfung und machte sich selbstständig.

Mit seinem Imbiss hat es sich Tona zur Aufgabe gemacht, mehr aus seiner alten Heimat zu zeigen als die bekannten Klassiker. Adana zum Beispiel. Das ist ein Fleischgericht der türkischen Küche, und zwar eine Spezialität aus der  gleichnamigen türkischen Stadt. Dazu werden üblicherweise gegrillte Tomaten und Peperoni, Fladenbrot, Petersilie, Zitrone, Rettich, Blattsalat und gewürzte rote Zwiebeln gereicht. Wie könnte es anders sein: Auch Dürüm gehört zu seinen Spezialitäten. Auf kleinsten Raum kann es im Imbiss schon einmal hektisch werden. Und auf diesen wenigen Quadratmetern fühlt er sich wohl. Dennoch hat Mehmet Tona grössere Träume.

Der Traum vom Restaurant
«Ich möchte auch in Liechtenstein ein Restaurant eröffnen – am liebsten in Triesen», erzählt er. Die türkische Küche sei so vielfältig, das möchte er auch den Liechtensteinern und Liechtensteinerinnen näherbringen. Sie bietet nämlich weit mehr als Döner Kebab und Raki oder Baklava mit Tee. Durch die Lage des Landes zwischen Europa und Asien hat die türkische Küche über die Jahrtausende hinweg Einflüsse von allen Seiten erfahren. Griechen und Assyrer, Römer und Araber haben ihre Spuren in den Töpfen und auf den Tellern hinterlassen. Eine ganze Fülle von unterschiedlichen Landschaften, von der Ägäis, dem Schwarzem Meer und dem Mittelmeer an den Küsten bis zu den Steppen und Gebirgen im inneren Anatoliens. All das übersetzt sich in eine landwirtschaftliche und kulinarische Vielfalt.

Eine Reise durch ein Land des Geschmacks
Die Küche in der Westtürkei zum Beispiel ist laut Tona anders als in anderen Regionen des Landes. Kalte Vorspeisen prägen das Bild und «es wird viel mit Olivenöl gekocht». In Istanbul sind es unter anderem die Zutaten Oliven, Schafskäse und Honig, die einfach zur Küche dazu gehören. Auf Platz eins steht Fisch – aus dem Bosporus oder der Ägäis. Basare und Märkte mit ihren Gewürzständen in Istanbul sind Zeugen historischer Handelsverbindungen entlang der Seidenstrasse. Kein Wunder will Tona die vielen Facetten seines Heimatlandes nach Liechtenstein bringen. Schon jetzt ist er in seinem Imbiss auf dem besten Weg dazu.

Fast alles macht er in seinem kleinen Lokal selbst. Alles soll frisch sein. Stolz ist er auf sein vegetarisches Angebot, aber auch auf sein grosses Grillfest, das er Ende Juni wieder organisiert. Er liebt es zu kochen und hat schon als Kind gerne gekocht. Diese Leidenschaft wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt.

Mehmet Tona stammt aus dem Osten der Türkei, aus der bevölkerungsmässig zweitkleinsten Provinz des Landes Tunceli mit der gleichnamigen Hauptstadt. Hier ist er geboren und aufgewachsen. Inzwischen hat er längst in Triesen zusammen mit seiner Frau – seiner Sandkastenliebe – und seinem Sohn ein Zuhause gefunden. Hier fühlt er sich wohl. «Wenn man ehrlich ist und freundlich, dann ist man überall willkommen», sagt Tonas Frau. (dal)

08. Jun 2018 / 06:00
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