• Haltestelle Maschlina, Triesen
    Hinter der Bushaltestelle liegt derzeit eine grosse Pfütze. Wie in einem Sumpfgebiet.  (Tatjana Schnalzger)

Schweinerei oder Sumpfgebiet?

Flurnamen sind nicht immer nur schmeichelhaft, wie man am Beispiel Maschlina in Triesen sieht.

Wer mit dem Bus durch das Land fährt, fragt sich bei manchen Haltestellen, wieso sie heissen, wie sie eben heissen.  In der Serie #näherdran erklären wir einige davon. Heute die Haltestelle Maschlina in Triesen. 
Bei Maschlina kann man sich ein bisschen vom Klang des Namens leiten lassen. Denn eine Deutung des Flurnamens Maschlina geht in Richtung Sumpf. Und Sumpf kann man mit etwas gutem Willen mit dem Dialektwort Matsch gleichsetzen. Aus Matsch wurde «Masch» und damit man nicht gleich ein riesiges Sumpfgebiet vor Augen hat, hängt man hinten noch eine Verkleinerungsform, ein Diminutiv, an, das «–lina» –  schon ist man bei Maschlina. 

Acker in Form eines Schweins

Laut der Bücherreihe «Liechtensteiner Namenbuch» gibt es noch eine weitere Deutungsmöglichkeit, die in eine etwas andere Richtung geht. Die Frühform «puslina» könnte zu «purschiel» geführt haben, was Ferkel oder Schwein bedeutet. Im Engadin sagte man «puschlina» zu einem «Acker in Form eines Schweins». Im Rätoromanischen findet man heute noch das Wort «purschala» für Ferkel. 

Fasst man die beiden Deutungen zusammen, könnte man auf Schweinesumpf kommen. Dass jemand früher in der Gegend Maschlina Schweine gehalten hatte, ist gut möglich, schliesslich waren die Liechtensteiner früher ein Bauernvolk und viele Landwirte hielten früher Schweine. Und Schweine wälzen sich gerne im Matsch, passt also gut zusammen. 

«Was baust du auf diesem Sumpfgebiet?»

Schweine sieht man im Gebiet Maschlina heute keine mehr, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Aber als Sumpfgebiet sei die Gegend schon früher bekannt gewesen. «Als mein Vater in den 50er-Jahren hier gebaut hatte, wurde er ausgelacht. ‹Was baust du auf diesem Sumpf ein Haus?›, sagte man zu ihm», so eine Anwohnerin. Doch das stehe bis heute noch und sei nicht abgesunken. 

Östlich hinter der Bushaltestelle Maschlina an der Landstrassse liegt ein Brachland, möglicherweise künftiges Bauland, auf dem sich nach den Niederschlägen vom Wochenende eine grosse Pfütze bildete. Zudem sind viele Pflanzen zu sehen, etwa der «weisse Gänsefuss» oder das «beifussblättrige Traubenkraut». Bei beiden handelt es sich um Pflanzen, die gerne auf sandigem, lehmigem Boden gedeihen – wie etwa ei-nem Sumpfgebiet. Das passt doch. Zudem führte wohl früher mal ein Bach vom Gebiet «Höll» her ins Tal hinunter, der wohl im Rhein endete. Das Gewässer könnte ein Sumpfgebiet begünstigt haben. (jeb)

10. Sep 2019 / 20:58
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
06. Dezember 2019 / 15:30
06. Dezember 2019 / 20:30
06. Dezember 2019 / 09:49
06. Dezember 2019 / 16:17
Meistkommentiert
29. November 2019 / 13:35
27. November 2019 / 21:19
Aktuell
07. Dezember 2019 / 04:10
07. Dezember 2019 / 02:48
07. Dezember 2019 / 02:17
06. Dezember 2019 / 23:32
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
puzzle ravensburger
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
04.11.2019
Facebook
Top