• Emily-Sophie Negele
    Mit der Holländerstute «Doutzen» war Emily-Sophie Negele dieses Jahr sehr erfolgreich an internationalen Turnieren.

Mit drei Pferden quer durch Europa

Die Triesnerin Emily-Sophie Negele startet unter Liechtensteiner Flagge an internationalen Springturnieren in ganz Europa – und das sehr erfolgreich. Sie befindet sich auf dem besten Weg, ein Profi zu werden.

Ihren ersten Ritt absolvierte Emily-Sophie Negele mit gerade mal vier Jahren und seit ihrem neunten Lebensjahr ist sie definitv vom Pferdevirus befallen. Der Springsport hat es ihr angetan. Heute reitet sie unter Liechtensteiner Flagge auf internationalem Niveau und reist für die Springtourniere quer durch Europa. Die Triesnerin hat sich zum Ziel gesetzt, Profi zu werden. 

Ihr erstes Pferd erhielt die junge Reiterin mit zehn Jahren. «Die Stute hatte bereits einiges hinter sich und die Vorbesitzer waren der Ansicht, dass sie nicht mehr an ihre alten Leistungen anknüpfen konnte», erzählt Emily-Sophie Negele. «Wir päppelten sie auf, und als sie so weit war, ging ich mit ihr auf meine ersten Tourniere, sprang zum ersten Mal über ­einen Meter und erwarb mit ihr die Springlizenz.» Vor drei Monaten brachte die heute 17-jährige Stute einen jungen Hengst zur Welt, mit dem Emily-Sophie Negele eines Tages an Turnieren teilnehmen wird. Mittlerweile springt die Reite­rin mit ihren drei Turnierpferden Hürden von bis zu 1,40 Metern. Der Schimmel «Bosco De Laye» gehört ihrer Mutter. Mit der Stute «Doutzen» verzeichnete Emily-Sophie Negele dieses Jahr einige Erfolge und wird ihr, wie der Wallach «Florida», zur Verfügung gestellt. Ein- bis zweimal im Monat befindet sie sich auf einem mehrtägigen Turnier irgendwo in Europa. Sie und ihre Trainerin sind dann mit einem Lastwagen unterwegs, der bis zu fünf Pferde transportieren kann und in dem sie auch übernachten. «Ohne meine Trainerin geht es noch nicht», meint Emily-Sophie Negele. «Die Kisten mit Ausrüstung und Pflegemittel für mich und die Pferde packe ich jeweils ein bis zwei Tage vor dem Turnier», berichtet die Springreiterin. «Auch mit dem Striegeln der Pferde beginne ich einige Tage vorher – bis die zwei Schimmel sauber sind, dauert es.» Meist fahren sie morgens in aller Frühe los. So haben ihre Pferde auf dem Turniergelände Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen. Das Kribbeln setzt bei Emily-Sophie Negele schon bei der Ankunft auf dem Platz ein. Sie selbst beruhigt sich mit autogenem Training. Vor dem Start des Parcours ­tätschelt sie den Hals des Pferdes und flüstert: «Wir schaffen das.» Nach einem Turnier gönnt Emily-Sophie Negele ihren Pferden eine mehrwöchige Pause. 

Die Europameisterschaft 2020 fest im Visier

Die drei Turnierpferde pflegt und trainiert sie täglich, soweit es die Schule zulässt, selbst.  «Wenn es möglich ist, reite ich jeden zweiten Tag mit ihnen aus. Das tut mir und den Pferden gut. Im Gelände erreichen sie eine gute Kondition und die Muskeln werden gestärkt», betont sie. Ab und zu unternimmt sie kleine Sprünge oder macht mit ihnen Stangentraining und reitet auch Dressur – sie hat ihre Dressurlizenz bei Otto Hofer in Grabs erworben. «Die Topleistungen müssen die Pferde auf dem Turnierplatz bringen und nicht im Training, da werden sie lediglich fit gehalten», so Emily-Sophie Negele. Ihr grösster Erfolg in diesem Jahr war die Qualifikation für die Europameisterschaft in Holland. Da Emily-Sophie Negele ihr Pferd aber lieber schonen wollte, verzichtete sie auf die Teilnahme und fokussiert sich schon jetzt auf die EM 2020. Denn mit einer Qualifikation in diesem Jahr hat sie gar nicht gerechnet. «Wenn ich gehe, dann möchte ich allen zeigen, dass ich hier bin und strebe einen Platz unter den besten zehn Reitern an», sagt sie voller Ehrgeiz. So wie die Qualifikation für die EM war auch das Turnier in Arezzo (Italien) für sie ein emotionaler Moment, als sie gleich am ersten Tag des Turniers als Siegerin hervorging und die Liechtensteiner Nationalhymne gespielt wurde. Ende September geht es für Emily-Sophie Negele auf ein Turnier in Belgien und sie hofft darauf, am CSIO in Genf starten zu dürfen. Im Winter gönnt sie dann ihren Pferden eine Pause. «Ich werde mit ihnen zwar trainieren, sie sollten jedoch etwas zur Ruhe kommen und auch ein paar Tage nur Pferd sein dürfen.» Um den Sport und die Schule zu vereinbaren, besucht die junge Triesnerin die Sportschule in Bern und macht dort das Gymnasium. Da hat sie nachmittags Zeit, sich ganz ihrem Sport zu widmen.

Die Wochenenden verbringt sie gerne zu Hause in Triesen. «Dort kann ich richtig abschalten. Aber allzu lange ohne die Pferde halte ich es nicht aus», lacht sie. Die Pferde sind in einem Stall in Thalheim untergebracht. Die junge Triesnerin ist sehr ehrgeizig und steckt sich Ziele, die sie nicht mehr loslassen. Eine Hürde dieses Sports ist es jedoch – da es eine Randsportart wie ein Einzelsport ist – Unterstützer zu finden. Denn wie in allen anderen Sportarten ist der Nachwuchs auf finanzielle Unterstützung angewiesen. (ms)

10. Sep 2019 / 14:50
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