• Zuckerbäcker Goop, Schellenberg
    Ein starkes Team: Dominik, David und Julia Goop.  (Tatjana Schnalzger)

Süsse Sünden aus der Familienküche

Seit 2014 erfreuen David, Julia und Domink Goop die hiesigen Schleckermäuler mit gebrannten Mandeln in allerlei Variationen.

Die Schnittmenge von Militärkapellen und gebrannten Mandeln ist in der Regel überschaubar. Im Fall des Princely Liechtenstein Tattoos verhält es sich anders. Mit seinem liebevoll gestalteten Wagen, beladen mit rot-weiss gestreiften Tüten voller süsser Leckereien, ist David Goop seit Jahren Stammgast auf der Burgruine Schellenberg. «Nachdem er 2013 zunächst noch seine selbst gebastelten Zwerge verkaufte, wollte David an der nächsten Ausgabe des Tattoos etwas Neues anbieten, am besten etwas zum Knabbern», erzählt Vater Dominik. «Also», ergänzt Mutter Julia, «haben wir uns zusammengesetzt und sind schliesslich auf die Idee mit den gebrannten Mandeln gekommen.»

Der Entschluss, auf dieses Pferd zu setzen, war alles andere als willkürlich oder vom blossen Bauchgefühl geleitet. Das Mutter-Vater-Sohn-Trio aus Schellenberg hatte vorab klar definiert, was das neue Produkt auszeichnen soll: «Wir haben etwas Süsses gesucht, das zu Hause herstellbar ist, beim Verzehr keine grosse Sauerei verursacht und originell eingepackt werden kann», so Julia Goop. Attribute, die gebrannte Mandeln allemal erfüllen. Auch wenn man immer höllisch aufpassen müsse, dass sie nicht in der Pfanne anbrennen, wie David Goop anmerkt.

Die Verantwortung tragen alle gemeinsam
Am heimischen Herd stehen sie alle – mal David, mal Julia, mal Dominik. Das entspricht dem grundsätzlichen Credo des Familienunternehmens, das seit August 2018 als Zuckerbäcker Goop GmbH im Handelsregister eingetragen ist: Angepackt wird immer im Verbund, die Verantwortung ist auf alle Schultern verteilt. «Wir arbeiten im Team. Zusammen können wir mehr erreichen», betont Julia Goop. «Die besten Ideen, wie wir was und wann umsetzen, entstehen immer im Familienrat.» Als angenehmer Nebeneffekt wird dabei noch das familiäre Binnenklima gestärkt. Das gemeinsame Arbeiten, berichtet Dominik Goop, schweisse definitiv zusammen.

Ein Stück weit ist diese integrative Herangehensweise die einzig praktikable Methodik. Gerade jetzt. Der 15-jährige David befindet sich auf der Zielgeraden seiner obligatorischen Schulzeit. «Für ihn stehen entscheidende Monate an», sagt Mutter Julia. Da sind die Prioritäten klar gesetzt. Aber auch sie und ihr Mann sind in ihren Möglichkeiten, sich um das Familienunternehmen zu kümmern, eingeschränkt. Im Hauptberuf gehen sie beide einer anderen Tätigkeit nach, die entsprechend nicht vernachlässigt werden darf.

Umgekehrt scheint aber auch die Zuckerbäcker Goop GmbH stets die notwendige Aufmerksamkeit zu erfahren. «Es lief eigentlich von Beginn an toll», berichtet David Goop. Stück für Stück vergrösserte sich der Kundenkreis mit der Zeit und wurde die Angebotspalette ausgeweitet. Zum klassischen Ausgangsprodukt, das sich ganzjährig grosser Beliebtheit erfreut, gesellten sich regelmässig weitere, auf die verschiedenen Jahreszeiten abgestimmte Geschmacksrichtungen. Anfänglich, wenn man den Kunden an den Märkten wieder neue Kostproben verteile, sei die Verwirrung zwar oft gross, erzählt Julia Goop. Aber bislang sei die Skepsis – nach der einen oder anderen Nachjustierung – fast immer Begeisterung gewichen. Die Sorten Himbeere und Erdbeere beispielsweise dürfen mittlerweile getrost als Verkaufsschlager tituliert werden. Doch auch Aromen wie Kirsche, Kaffee, Orange oder Zimt haben ihre Anhängerschaft.

Mittlerweile in sechs Gemeinden vertreten
Parallel zum Sortiment und der Nachfrage wuchsen auch die Möglichkeiten im Vertrieb. Was am Princely Liechtenstein Tattoo seinen Anfang nahm und sich später auf die Märkte der Region ausweitete, ist längst auch in diversen Restaurants und Geschäften in Liechtenstein angelangt. «Aktuell sind unsere Produkte in sechs Gemeinden erhältlich», sagt Julia Goop stolz. Und das soll nicht das Ende sein, wie ihr Mann anfügt: «Wir arbeiten daran, in jeder Gemeinde vertreten zu sein.» Zudem haben die Zuckerbäcker aus Schellenberg die Unternehmen und Casinos des Landes ins Auge gefasst. «Dort einen Fuss hineinzubekommen, wäre super. Die Firmen könnten unsere gebrannten Mandeln beispielsweise als Werbegeschenke einsetzen», meint David Goop.

Wachstum ist also durchaus etwas, was die drei auch künftig anstreben. Selbst das Betreiben des Familienunternehmens im Hauptberuf gilt laut Julia Goop nicht als ausgeschlossen –  wenngleich zumindest Sohn David sich nach der Schule vorerst anderweitig orientieren möchte. «Warum nicht? Träume sind da, um gelebt zu werden. Es wäre schön, wenn das klappen würde.» Allerdings, merkt sie an, sei ihnen bewusst, dass ein solcher Schritt in der Realität relativ schwer zu bewerkstelligen sein dürfte. «Es braucht sehr viel Geld, Mut und einen langen Atem.»
Sollte aus dem ganz grossen Traum nichts werden – David, Julia und Dominik Goop könnten es verschmerzen. «Wir sind zufrieden, haben Spass bei dem, was wir tun», sagt Letzterer. Die Zuckerbäcker Goop GmbH wähnt sich zwar definitiv nicht am Ende ihrer Entwicklung. Aber sie wird nicht auf Teufel komm raus wachsen. Auch, weil neben dem Teamgedanken noch etwas anderes grossgeschrieben wird, wie Julia Goop sagt: «Qualität kommt bei uns auf jeden Fall vor Quantität.» Die vielen zufriedenen Kunden dürften dem beipflichten.

10. Mär 2020 / 11:07
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