• Christian Meier Schellenberg 01
    «Ich habe mich bei diesem Prozess nicht in den Vordergrund gedrängt und gesagt, wenn es niemand machen möchte, übernehme ich es», sagt Christian Meier.  (Rudi Schachenhofer)

«Schellenberg kann sich wehren»

Heute am Freitag wird der neue Vizevorsteher von Schellenberg, Christian Meier, vereidigt. Anlässlich seines Amtsantritts sprach er über Verantwortung, Mut und auch was ihn als Fondsbuchhalter für die Stelle qualifiziert.
Schellenberg. 

Interview: qus

Sie wurden vor Kurzem zum Vizevorsteher ernannt, wie fühlt sich das an?
Christian Meier: Es fühlt sich natürlich gut an und es ist ein grosser Vertrauensbeweis, der mir vonseiten des Gemeinderats sowie des Vorstehers entgegengebracht wurde. Ich darf nun noch mehr Verantwortung gegenüber der Bevölkerung übernehmen.


Stichwort Verantwortung: Fällt es Ihnen leicht, diese zu übernehmen?
Bereits als Gemeinderat musste ich Verantwortung übernehmen, klar ist es nun mehr geworden, aber ich mache das gerne für Schellenberg. Es ist meine Heimatgemeinde und da bin ich auch verwurzelt. Ich würde sagen, ich bin Schellenberger durch und durch, und auch deswegen fällt es mir leicht, mich dafür einzusetzen. 


Warum wollten Sie dieses Amt übernehmen?
In der VU-Fraktion wurde lange darüber diskutiert, wer für dieses Amt in Frage kommt.Ich habe mich bei diesem Prozess nicht in den Vordergrund gedrängt und gesagt, wenn es niemand machen möchte, dann übernehme ich es gerne. Unsere Fraktion hat sich in der Folge dann für mich entschieden. 


Möchten Sie nicht lieber Vorsteher sein?
Nein. Im Moment fühle ich mich mit meinem Amt als Gemeinderat und Vizevorsteher sehr wohl. In vier Jahren werden die Karten wieder neu gemischt, dann wird sich zeigen, wer für die Vaterländische Union als Vorsteherkandidat ins Rennen geschickt wird.


Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Schellenberg als kleine Gemeinde vernachlässigt wird? 
Nein, Schellenberg kann sich wehren. Der Gemeinderat hat den Mut, sich auch kritisch gegenüber Ämtern und Behörden zu äussern. Wenn wir als das Gefühl haben, falsch verstanden, vernachlässigt oder ignoriert zu werden, dann wehren wir uns.


Sie sind von Beruf Fondsbuchhalter, inwiefern profitieren Sie davon bei Ihrer Tätigkeit als Vizevorsteher?
Ich kann strukturell denken, habe ein gutes Zahlenverständnis und kann mich selbst gut organisieren. Zudem fällt es mir nicht schwer, Termine im Auge zu behalten.


Als Buchhalter sind Sie sich eher den Umgang mit Zahlen gewöhnt, fällt Ihnen der Umgang mit Menschen leicht?
In bin Abteilungsleiter in einer Bank – bereits bei meinem früheren Arbeitgeber durfte ich Führungserfahrung sammeln– somit bin ich den Umgang mit Menschen gewohnt und es fällt mir leicht, mit Menschen in Kontakt zu treten. Deshalb werde ich auch immer ein offenes Ohr für die Einwohner von Schellenberg haben. 
Welche Themen müssen in Schellenberg in den kommenden vier Jahren unbedingt angepackt werden?
Das Thema «Wohnen und Leben im Alter» beschäftigt die Gemeinde seit längerem und wird sie auch noch länger beschäftigen. Teilprojekte wurden bereits aufgegleist, unter anderem auch die Förderung des barrierefreien Bauens und Wohnens – jeder möchte doch in seinen eigenen vier Wänden alt werden können. Daneben ist auch die Renovation des Gemeindehauses mit seinen ganzen Verwaltungsräumen ein grosses Projekt von Schellenberg, das sehr kostenintensiv ist. Es wird in den kommenden vier Jahren etappenweise umgesetzt. 


Seit dem 1. Mai sind Sie nun im Amt, konnten Sie bereits etwas anpacken? 
Ich konnte den Schlüssel für das Gemeindehaus abholen und habe bereits gewisse Verträge unterschrieben. Da die Vereidigung erst am 17. Mai ist, geht es auch erst dann richtig los. Ich habe von Vorsteher Norman Wohlwend bereits einige Termine bekommen, an denen ich ihn vertreten darf. Unter anderem darf ich an der Hauptversammlung des Liechtentsteiner Alpenvereins (LAV) – diese ist am selben Tag wie die Vereidigung – einige Worte an das Publikum richten.


Sind Sie bereits jetzt nervös vor diesem Termin? 
Es wird das erste Mal sein, dass ich die Gemeinde nach aussen vertrete, und das gleich bei einem der grössten Vereine des Landes. Das ist sicherlich eine kleine Herausforderung, aber mit jeder Aufgabe wächst man auch. 


Wie können Sie das Amt mit ihrem Beruf und der Familie unter einen Hut bringen?
Von beiden Seiten erhalte ich Unterstützung, und dafür bin ich auch sehr dankbar. Ohne diesem Rückhalt würde es schwierig werden. Das Amt des Vizevorstehers ist ein Teilzeitamt, das ich eher am Abend wahrnehmen werde. Brauche ich aber Vorbereitungszeit oder fällt ein Termin in meine Arbeitszeit, dann werde ich mir nach Rücksprache mit meinem Arbeitgeber den Tag freinehmen.


Wie wird sich nach ihrem Gefühl das Verhältnis mit dem Vorsteher gestalten?
Bereits die vergangenen vier Jahre, in denen ich im Gemeinderat war, hatte ich ein gutes Verhältnis zu Norman Wohlwend, das wird sicherlich so bleiben. Klar ist man nicht immer gleicher Meinung, aber so soll es auch sein. Nur über die Diskussion findet man meiner Meinung nach die bestmögliche Lösung.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Gemeinde?
Dass weiterhin Sachpolitik betrieben wird sowie in allen politischen Belangen Gerechtigkeit, Transparenz sowie Nachhaltigkeit gewahrt werden. Zudem müssen wir weiter zukunftsorientiert planen.

17. Mai 2019 / 15:25
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
27. November 2019 / 21:19
19. November 2019 / 05:00
Aktuell
13. Dezember 2019 / 00:52
12. Dezember 2019 / 23:58
12. Dezember 2019 / 23:25
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
the gospelt
Zu gewinnen 3 x 2 Tickets für das Konzert - The Gospel People (USA) am Sonntag, 22. Dezember , 17 Uhr im Vaduzersaal.
11.11.2019
Facebook
Top