• Prost: Mitglieder der Feuerwehr Schellenberg stossen nach der Probe an.

Nach der Probe geht es in die Beiz

Weil die meisten Traditionsvereine Probelokale haben, sind die Dorfbeizen leer. Die Feuerwehr Schellenberg macht es anders.
Schellenberg. 
Während dieser Woche steht die flächenmässig kleinste Gemeinde in Liechtenstein, Schellenberg, im Mittelpunkt der «Vaterland»-Gemeindeserie. Der Auftakt macht die Geschichte über die Feuerwehr, die sich nach der Probe immer noch in die Dorfbeiz begeben.
 
Für die traditionellen und grossen Vereine wie Blasmusik, Feuerwehr, Sänger und Pfadfinder zeigen sich die Gemeinden stets – zu Recht – grosszügig: Die Probelokale sind geräumig, die Infrastruktur perfekt. Viele Gemeinden haben eigene Vereinshäuser. Für das gesellige Beisammensein vor und nach der Probe stehen meist ein gut gefüllter Kühlschrank sowie eine Sitzecke oder Bar bereit; einige Probelokale sind sogar mit Küchenzeile ausgestattet. Der Verein kann sich also selbst versorgen – und das zum Selbstkostenpreis. 

Wer dabei auf der Strecke bleibt: die Dorfbeizen. Die Vereine waren früher Garant dafür, dass auch unter der Woche in den Dorflokalen Betrieb herrschte. Bleiben die Vereinsmitglieder nun im Probelokal, wird es in den Wirtshäusern leer. Darunter leidet auch das Dorfleben und der Austausch: Früher traf man nach der Probe Mitglieder anderer Vereine, Gemeinderäte, Pensionisten, Unternehmer, Jugendliche und Jasser. Was viele Wirte zusätzlich ärgert: Erst beim Sponsoring für den nächsten Vereinsevent erinnert man sich wieder daran, dass es eine Dorfbeiz gibt.

Organisierter Beizenbesuch
Die Feuerwehr Schellenberg erkannte das und wollte einen bewussten Beitrag dazu leisten, dass der Verein das Dorfleben belebt. So wurde beschlossen, dass man nach jeder zweiten Probe in einem Schellenberger Lokal einkehrt. Die Wirtshäuser wurden angefragt, ob sie ein Angebot für ein Getränk und ein belegtes Brötchen machen können, damit auch für jedes Vereinsmitglied ein Anreiz besteht. Getränk und Brötchen übernimmt der Verein. «Wir können es anderen Vereinen nur empfehlen», sagt Andrin Clavadetscher, Präsident der Feuerwehr Schellenberg. «So bleibt auch der Verein nahe an den Leuten im Dorf.» Netter Nebeneffekt: «Zu Hause gibt es keinen Grund mehr zu schimpfen, denn die Feuerwehrmänner und -frauen sitzen ja vom Verein aus in der Beiz», sagt Clavadetscher und lacht. Die Rückmeldungen der Dorflokale und der Vereinsmitglieder sind sehr positiv. An der Generalversammlung im Februar 2019 wurde klar der Wunsch geäussert, dass die Idee weitergeführt werden soll. (db)

12. Mai 2019 / 22:09
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