• Bushaltestelle in Schaan
    Vor vielen Jahren gab es in Schaan ein Heilbad.  (Daniel Schwendener)

Früher wurde hier wirklich gebadet

Heute geht es um die Haltestelle «Laurentiusbad» in Schaan: Früher gab es ein Badehaus ganz in der Nähe der Bushaltestelle.
Schaan. 

Wer mit dem Bus durch das Land fährt, fragt sich bei manchen Haltestellen, wieso sie so heissen, wie sie heissen. In der Serie «näherdran» werden einige davon erklärt. Heute geht es um die Haltestelle «Laurentiusbad» in Schaan.

Das Bad existiert leider nicht mehr. Doch früher gab es ein Badehaus ganz in der Nähe der Bushaltestelle. Der 1968 verstorbene Gustav Biedermann betrieb dort laut historischem Lexikon ab 1931 eine Drogerie und rund ein Jahr später auch eine Wasserheilanstalt nach Pfarrer Kneipp. Ein weiteres Jahr später wurde dafür ein Badehaus angebaut. Angeboten wurden Reinigungs- und Heilbäder sowie Wickel und Güsse. 
1944 erwarb Heilpraktiker und Pfarrer Albert Emmengger das Bad. Er lernte zuvor bei Kräuterpfarrer Johann Künzle in Zizers im Kanton Graubünden, wo Emmenegger auch die Prüfung als Kräuterpraktiker abschloss. Neben dem Laurentiusbad betrieb Emmenegger eine Kräuterheilpraxis in Maienfeld, wo er auch als Seelsorger tätig war.

Im Bad in Schaan hatte Emmenegger viele Helferinnen aus dem Kloster Sankt Elisabeth. Die Unterstützung der Anbeterinnen des Blutes Christi war auch nötig, schliesslich wurden laut historischem Lexikon wöchentlich bis zu 90 Patienten behandelt. 

Die Schwestern kamen jeweils vom Kloster zum Bad, um sich um die Patienten zu kümmern. Gewohnt haben sie im Kloster, nicht beim Bad in Schaan, weiss eine Nachbarin, die sich noch an die Badezeit zurückbesinnen kann. 1967 verstarb Emmenegger und in der Folge wurde das Bad geschlossen und das Gebäude verkauft.

Mehrere Schilder sind geblieben
Heute erinnert in der Apotheke vordergründig nichts mehr an das Heilbad. «Ein Teil des Lagers befindet sich wohl im ehemaligen Bad», sagt eine Mitarbeiterin. Ausserdem habe es ein Schild, auf dem das Bad angeschrieben sei. Schilder sind wohl das einzige, was noch an das Bad erinnern. Neben demjenigen im Lager und dem der Bushaltestellen gibt es an der Landstrasse, gegenüber des Olympischen Komitees, ein Parkplatzschild auf dem «Laurentiusbad nur für Patienten» steht. Der Parkplatz ist jeweils gut besetzt mit über einem Dutzend Autos. Aber zum Heilbaden ist wohl keiner gekommen. Noch heute wird Heilung im Hause des ehemaligen Bades betrieben. Im Gebäude befinden sich nämlich eine Apotheke, ein Urologe und eine Physiotherapiepraxis, welche den gleichen Namen trägt wie die Bushaltestelle. (jeb)

26. Okt 2019 / 16:06
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