• Preschool teacher and children using globe.
    Beim altersdurchmischten Lernen profitieren Kinder voneinenander und lernen miteinander. Bild: iStock  (vgajic)

Der altersdurchmischte Unterricht hat sich bewährt

Seit dem Schuljahr 2017/18 werden die Schülerinnen und Schüler der Gemeindeschule Schaan altersdurchmischt unterrichtet. Erste Erfahrungen sind positiv.

2014 hat die Gemeindeschule Schaan damit begonnen, ihre Schülerinnen und Schüler etappenweise altersdurchmischt zu unterrichten. In einem ersten Schritt wurden dabei die beiden Kindergartenstufen und die erste Primarschulklasse zusammengelegt. Ein Jahr darauf folgten die zweite und dritte Klasse und nochmals zwei Jahre später wurden die vierte und fünfte Primarschulklasse zusammengelegt.

Seit 2018 ist die Umstellung an sich abgeschlossen und die grosse Hürde geschafft. Alle Schülerinnen und Schüler in Schaan werden nun nach dem von Edwin Achermann und Heidi Gehrig stammenden Ansatz des altersdurchmischten Lernens unterrichtet. Aller-dings gab und gibt es laut Philipp Dünser, dem Leiter der Schule, weiterhin «Herausforderungen» zu lösen. «Vor allem in der Startphase ist der Aufwand sehr gross», sagt er. Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen mussten sich erst einmal an einige Veränderungen gewöhnen, die sie aber allesamt positiv aufgefasst haben.

Schulentwicklung findet fortlaufend statt 

«Der Ansatz besteht aus vielen Bausteinen und Schwerpunkten, die schrittweise und in Abstimmung mit den Stufen in den einzelnen Klassen zur Anwendung kommen», erklärt der Schulleiter. Hierfür sind nun vor allem die Lehrer gefragt, die vermehrt zusammenarbeiten müssen. Eine 2017 durchgeführte externe Evaluation hätte der Schule allerdings eine breite Zustimmung von allen Beteiligten bescheinigt, erklärt Dünser weiter. Man sei auf dem richtigen Weg. Die in regelmässigen Abständen stattfindenden Besuchstage lassen auch die Eltern nicht im Dunkeln stehen. Denn dadurch haben sie die Möglichkeit, sich fortlaufend ein Bild vom altersdurchmischten Unterricht und dessen Weiterentwicklung zu machen. So gilt es auch in Zukunft, den regelmässigen Austausch von Erfahrungen innerhalb des gesamten Schulhauses weiterzuführen, damit das altersdurchmischte Lernen und seine Umsetzung immerzu angepasst und verbessert werden kann. «Die Schulentwicklung findet demgemäss fortlaufend über die nächsten Jahre statt», so Dünser. Der Ansatz von Edwin Achermann und Heidi Gehrig habe sich bewährt. Gleichzeitig konnte der Leiter der Gemeindeschule auch feststellen, dass sich ein altersdurchmischter Unterricht mit «Schaaner Prägung» abzeichnet. 

Viele Gründe sprechen für das flexible System

Schaan hat das Konzept des altersdurchmischten Lernens nicht neu erfunden. Die Lehrpersonen können massgeblich von Erfahrungswerten aus anderen Schulen Liechtensteins und dem Ausland profitieren. Das altersdurchmischte Lernen wird beispielsweise schon seit elf Jahren in der Schaaner Tagesschule praktiziert. «Trotz vieler Erfahrungswerte war eine persönliche Auseinandersetzung mit einer intensiven Fortbildungsreihe aber wichtig, um sich optimal darauf vorzubereiten», meint Dünser. 

Die Gründe, welche gemäss den Schaaner Lehrpersonen für die Umstellung auf das altersdurchmischte Lernen sprechen, sind vielfältig. Beispielsweise werden die Übergänge vor allem vom Kindergarten in die Primarschule, Repetitionen oder Klassenübersprünge weitgehend erleichtert. Die Kinder bleiben ausserdem in den Unter- und Mittelstufen im gleichen Trakt. Auch wird der Unterricht geöffnet. «Die Lehrpersonen diskutieren miteinander über verschiedene Lerninhalte und Unterrichtsformen», erklärt Dünser. So erlaubt es der Unterricht, dass die Kinder in ihrem Tempo und mit ihren Lernfortschritten arbeiten können. Dies wiederum bewegt sie dazu, über ihr eigenes Lernverhalten nachzudenken. Selbstbeurteilungen werden zu diesem Zweck bewusst in den Unterricht integriert. Nicht zuletzt lernen die Schülerinnen und Schüler auch, sich ihre Arbeit einzuteilen. Die Lehrpersonen würden die Kinder dabei strategisch unterstützen, erklärt der Schulleiter. «Der Morgenkreis sowie eine fixe Wochenstruktur geben ihnen einen zusätzlichen Orientierungsrahmen.»

Das System erwies sich in Schaan somit als sehr flexibel, wobei kooperative Lernformen eingesetzt werden und die Kinder dadurch nicht nur nebeneinander, sondern auch voneinander und miteinander lernen. (jka)

23. Okt 2019 / 22:43
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