Erste Cannabis-Produkte in Ruggell

Josef Goop bringt mit seinem Ruggeller Start-up die ersten wasserlöslichen Hanfprodukte auf den Markt.

Josef Goop hat im August des vergangenen Jahres das Unternehmen CannSol in Ruggell gegründet. 16 Jahre lang war er bei der Landespolizei tätig – als Instruktor und Einsatzleiter. Während dieser Zeit kam er als Polizist nur mit der illegalen Nutzung von Cannabis in Berührung. Heute hat sich seine Sichtweise auf die Hanfpflanze und ihre Möglichkeiten völlig verändert. Das Spektrum reicht von Medizinalcannabis und CBD-Hanf bis hin zu verschiedenen Produkten wie CBD-Öle, wasserlösliche Präparate oder Salben, die zukünftig in der Behandlung verschiedener Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen könnten. «Bis dahin steht uns jedoch noch ein sehr weiter Weg bevor», sagt Goop.

Erste Produkte kommen auf den Markt 

Im Herbst 2018 berichtete «Wirtschaft regional» bereits über die Pläne der jungen Unternehmensgruppe. Der Firmengründer Josef Goop und der in Ruggell aufgewachsene Molekularbiologe Angelo Pidroni haben Anfang Juli neue Büroräumlichkeiten in der Ruggeller Industriezone bezogen und berichten nun, wie sich ihr Betrieb in den letzten Monaten weiterentwickelt hat. Im September bringt das Unternehmen ihre ersten wasserlöslichen Nahrungsergänzungsmittel mit Extrakt aus der Pflanze namens Cannabis Sativa L. auf den Markt. «Momentan beschäftigen wir uns intensiv mit dem Markt der Nahrungsergänzungsmittel», erzählt Josef Goop. Dazu zählen zum Beispiel zwei Produkte, die Vitamine mit Hanf-Extrakt und Kurkuma-Extrakt kombinieren. Alle Komponenten liegen dabei in einer komplett wasserlöslichen Form vor, wodurch die Vitamine und Pflanzenextrakte vom Körper optimal aufgenommen werden können, erklärt Pidroni. 
Zusammen mit einem Partner haben die beiden ein neues Verfahren entwickelt, das lipophile, also fettliebende Substanzen in eine wasserlösliche Form überführt, ohne dabei die Molekularstruktur verändern zu müssen. Entgegen vielen anderen Herstellern solcher Produkte, die ihre Hanfextrakte als wasserlöslich anpreisen, «sind diese oftmals entweder im chemischen Sinne nicht wirklich wasserlöslich oder werden mit nicht ganz unbedenklichen Chemikalien hergestellt», betont Pidroni.

Ihre Produkte bestehen zu 100 Prozent aus rein pflanzlichen Zutaten. Die Pflanzen, die für den Extraktionsprozess verwendet werden enthalten kein THC, sind in der Schweiz und in der EU zugelassen und werden von Bio-Suisse zertifizierten Landwirten in der Schweiz angebaut. «Wir sind über unsere Vertriebspartner gerade dabei, uns auf den Verkauf unserer Produkte in Schweizer Apotheken und Drogerien vorzubereiten», erzählt Goop. Zudem werden sie über den eigenen Online-Shop angeboten. Hier läuft alles noch händisch. Geht eine Bestellung ein, werden die Produkte in Ruggell verpackt und versendet. Inzwischen arbeiten vier Mitarbeiter im Team der CannSol. Neben Goop und Pidroni die Verkaufsleiterin Christine Wohlwend und Marketingleiter Mario Marogg. 

«Medizinisches Potenzial von Hanf ist enorm»

Mittlerweile existieren sehr viele Studien, die eine Vielzahl von positiven Effekten bei einem sehr weiten Spektrum von Krankheiten demonstrieren. Leider wurden die meisten dieser Untersuchungen nur in Zellstudien oder im Tiermodell nachgewiesen und nur wenige in klinischen Studien. Zur Zeit werden jedoch einige weitere durchgeführt. Trotz dem momentanen Mangel an Daten aus klinischen Untersuchungen lässt sich der Anwendungsbereich von Hanf mittlerweile sehr gut einschätzen. Wir reden hier von einem «möglichen medizinischen Potenzial» von im Hanf vorkommenden Substanzen, betont Pidroni. Die CannSol ist im Begriff zusammen mit ihren Partnern bis Mitte 2020 die Hersteller- und Handelslizenz für Arzneimittel zu erlangen. Wir haben unsere Ziele klar definiert – die eigene Produktion von pharmazeutischen Wirkstofflösungen und Arzneimitteln aus medizinischem Cannabis für den europaweiten Markt, erklärt Goop.

Dies setzt natürlich klinische Studien voraus, was extrem kosten- und zeitintensiv ist. Der Fokus soll dabei auf sublingual einzunehmende Arzneimittel liegen, die zur Behandlung von Entzündungen oder Schmerzen eingesetzt werden könnten. Bis solch ein Arzneimittel auf dem Markt erhältlich sein wird, vergehen jedoch noch einige Jahre und benötigt Investoren. Momentan konzentriert sich das Unternehmen auf die intensive Vorbereitung zur Erlangung dieser Zulassungen und auf den Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetikartikeln, frei nach dem Motto: «Based on nature, for a better life. (dal)

26. Aug 2019 / 09:39
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