• Liechtenstein Fussball LFV Award
    2017 wurde Vito Troisio mit dem LFV Award als Liechtensteins «Trainer des Jahres» ausgezeichnet.  (Eddy Risch)

Ein Trainer voller Leidenschaft

Vito Troisio war fünf Jahre lang Trainer beim FC Ruggell. Im Sommer übernimmt er beim USV Eschen/Mauren das Ruder.

Wer sich in den letzten Jahren Fussballspiele des FC Ruggell angeschaut hat, weiss, wer Vito Troisio ist. Lange Zeit war er nicht nur an der Seitenlinie zu sehen, sondern leitete als Spielertrainer vom zentralen Mittelfeld aus die Geschicke. Er hat die erste Mannschaft des FC Ruggell als Drittligateam übernommen und über Jahre an die Spitze der Zweitliga geführt. «Es war nur eine Frage der Zeit, bis man Zweitliga spielen würde. Dass man nun so gut da- steht ist Frucht der harten Arbeit aller Beteiligten und 

des starken Teamcharakters», meinte Troisio bescheiden. 
Doch das war nicht immer so. Bevor Vito Troisio seine Erfolge beim FC Ruggell feiern konnte, hatte er beim FC Schaan keine einfache Zeit. Als erfolgreicher Juniorentrainer, wo er als Highlight mit den B-Junioren den 3. Rang in der Coca-Cola-League erreichte, wurde er als Trainer der Aktivmannschaft berufen. «Der Verein war zu jener Zeit alles andere als gut aufgestellt und ich hüpfte ins eiskalte Wasser. Mir war wohl nicht bewusst, auf was ich mich einlasse. Ich war aber lange beim FC Schaan aktiv und es war immer wieder ein Herzensentscheid, in Schaan zu bleiben», blickt Troisio zurück. Auch wenn er als Trainer beim FC Schaan nicht erfolgreich war, zweimal abgestiegen ist und den Wiederaufstieg im dritten Jahr als Trainer verpasste, ist er dankbar für die Chance zum Einstieg als Trainer im Aktivfussball, die er beim FC Schaan bekommen hat. Genauso dankbar war er dann aber auch, dass nach drei «bitteren Pillen» beim FC Schaan noch jemand an ihn geglaubt hat. Er wurde zum FC Ruggell geholt, wo er nach und nach Selbstvertrauen tanken konnte.

Steiler Weg nach oben
Fünf Jahre lang war Vito Troisio Ruggells Chef an der Seitenlinie. Zusammen mit seinem Staff hat er die Mannschaft so geformt, wie er es sich vorgestellt hat. Mit Erfolg. 2016 stieg sein Team in die Zweitliga auf, letztes Jahr erreichten die Unterländer das Cupfinale und in der laufenden Saison überwinterte seine Mannschaft als Herbstmeister. Dass Troisio dabei gute Arbeit machte, wurde landesweit erkannt, sodass er 2017 als Liechtensteins «Trainer des Jahres» ausgezeichnet wurde – nominiert war er sogar viermal in vier Jahren. Nun verlässt Troisio den FCR aber. 

Vor Kurzem hat der USV Eschen/Mauren verkündet, dass er dort die Nachfolge von Erik Regtop antreten werde. «Es ist für mich eine Ehre und eine tolle Chance. Nach fünf positiven Jahren beim FCR habe ich diesen Schritt gewagt. Ich bin gespannt, wie und ob ich das packen werde und freue mich darauf», meinte er. Ein wenig bedauert Troisio aber, dass der Abschied vom FC Ruggell durch die Corona-Pandemie ein wenig anders als geplant ausfiel. «Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir mit jeder Entscheidung leben können, da die Gesundheit vor-geht. Es ist natürlich schade, dass wir nicht um den Aufstieg spielen und kämpfen können. Dies hätten wir gerne gemacht, wir haben nämlich ein wirklich starkes Team gestellt. Einen Abschied wird es in irgendeiner Art und Weise noch geben, aber klar hätte ich mir es bei einem Spiel gewünscht», so Troisio. 

Seit letztem Sommer stand Vito Troisio bei den Ruggellern nur noch an der Seitenlinie und nicht mehr auf dem Platz und konnte sich so voll auf seine Aufgabe konzentrieren. «Ich sehe dadurch viel mehr, kann mehr eingreifen und die Details im Training pflegen», so Troisio über seine neue Rolle, die ihm sehr gut gefalle. Als er noch selbst als Spieler auf dem Platz stand, war Troisio stets ein Leader, ging mit viel Leidenschaft voran, wodurch er seine Spieler auch in schwierigen Situationen mitreissen konnte. «Wenn du jemanden neben dir hast, der alles gibt und der sich für dich zerreisst auf dem Platz, dann machst du dasselbe für ihn. Diese Mentalität haben meine Jungs angenommen und sind mit der Zeit auch im kämpferischen Bereich stärker geworden», sagte er. Beim USV wird er die Spieler zwar nicht mehr auf dem Platz antreiben, trotzdem will er mit seinen Inputs vom Spielfeldrand dafür sorgen, dass seine Trainingsphilosophie umgesetzt wird. In den Spielen, aber auch im Training. Oder etwa bei den Kabinenansprachen. Diesbezüglich beschreibt Troisio seine Art als «kurz und sachlich». «Die Jungs hören höchstens die ersten fünf Minuten zu, danach sind sie mit den Gedanken anderswo. Aus diesem Grund sind meine Ansprachen immer knapp. Ich probiere, die letzten taktischen Inputs zu geben, aber alles andere wird jeweils im Training schon angeschaut.» Neben letzten taktischen Inputs versucht Troisio aber auch, seine Spieler zu motivieren. Er erinnert seine Spieler jeweils daran, dass sie sich glücklich schätzen können, Fussball spielen zu dürfen. «Man muss dem Fussball etwas zurückgeben und so spielen, als wäre jedes Spiel das letzte. Ich erinnere meine Jungs oft daran und probiere, sie so heiss wie möglich auf jedes Spiel zu machen», so Troisio.

Was seine Philosophie anbelangt, hatte er bisher mit keinen Barrieren zu kämpfen. «Ich habe meine Ideen dem USV kommuniziert und sie wurden auch in der Transferkommission besprochen. Man hat meine Inputs bei der Kaderzusammenstellung berücksichtigt und ich denke, dass wir ein gutes Team für die neue Saison stellen», sagte Troisio. Wie genau das Spiel und die Mannschaft im Allgemeinen dann aber ausschauen werden, wird sich wohl erst zeigen. Das Team macht nämlich durchaus einen Umbruch mit. Mit Michael Bärtsch und Co. verlassen einige Top-Spieler den Verein, während andere «Hausnummern» dazustossen. Es wartet also eine spannende und gleichzeitig herausfordernde Aufgabe auf den neuen USV-Trainer.

«Privat bin ich definitiv ruhiger»
Auf dem Platz war Vito Troisio als Spieler immer gut zu hören. Privat, so sagt er, sei er aber definitiv ein ruhigerer Typ. «Ich bin ein Familienmensch und lasse auch da meine Emotionen leben.» Zusammen mit seiner Frau Carmen hat Vito Troisio vor rund 14 Monaten nämlich eine Tochter bekommen, mit der er zuletzt die fussballfreie Zeit geniessen konnte, wobei die Familie Troisio nicht ganz ohne Fussball auskommen musste. Nicht nur Vito Troisio, sondern auch seine Frau Carmen hat lange bei den Triesner Damen Fussball gespielt. Und auch die Tochter ist auf dem besten Weg, in die Fussstapfen von Mama und Papa zu treten. «Die Kleine hat mit 14 Monaten eine enge und gute Ballführung. Wir arbeiten aktuell noch am schwachen linken Fuss», scherzte er. Dafür hat er im Moment viel Zeit. Wenn die Saison mit dem USV dann beginnt, nimmt auch der Aufwand im Hobby wieder zu. Vito Troisio ist daher froh, dass er von seiner Frau Carmen so gut unterstützt wird. «Ich muss mich bei meiner Frau Carmen bedanken. Ohne ihre Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen. Ich habe eine tolle Familie und darf zusätzlich auf dem Platz mein Hobby ausüben. Ich schätze mich sehr glücklich deswegen», sagte er. (sb)

15. Mai 2020 / 18:34
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