• Ernst Egger, Vater von Simon Egger, installiert mit dem lokalen Arbeiter Gabriel Diela eine Solaranlage.

Ein Musterbeispiel für gelebte Solidarität

Der Ruggeller Verein Nsalasani engagiert sich seit 2012 für bessere Schulbildung und medizinische Grundversorgung in der DR Kongo.

Sich alter Bekanntschaften zu erinnern und wieder auf sie zuzugehen, kann wunderbare Dinge hervorbringen. Carmen Egger weiss das aus eigener Erfahrung. In den Sommern der 1970er-Jahre weilte Gabriel Kembo Mambutu, ein ehemaliger Studienkollege ihres Onkels, Pfarrer Gebhard Matt, regelmässig zu Besuch in Ruggell. Als sie ihn Jahrzehnte später mittels einiger Recherchen schliesslich in der Demokratischen Republik Kongo wieder aufspürte, wo Mambutu mittlerweile als Bischof der Diözese Matadi tätig war, kam sie auch mit dessen Sekretär Pfarrer Janvier Nginadio in Kontakt. Im Zuge ihres regelmässigen Austauschs habe sie viel über die Zustände in Nginadios Heimat, gerade auch in den dortigen Schulen, erfahren, erzählt Carmen Egger. Nach und nach hätte sich so die Idee entwickelt, ein kleines Hilfsprojekt ins Leben zu rufen. Ein Projekt, das 2012 mit der Gründung des Vereins Nsalasani seine Geburtsstunde erlebte.

Der Vereinsname ist Programm
Der Name ist in diesem Fall tatsächlich Programm. «‹Nsalasani› bedeutet in der einheimischen Sprache Kikongo ‹Unterstützung› und ‹Solidarität›», erklärt Carmen Eggers Sohn 
Simon, der dem Verein zusammen mit seiner Mutter, Birgit Bartels und Rita Matt seit dessen Gründung vorsteht. Und diese Unterstützung lässt der Verein zwei abgelegenen Dörfern namens Mayanga und Mbata-Nkenge angedeihen. Konkret, so Simon Egger, gehe es um die Verbesserung der dortigen Schulbildung und der medizinischen Grundversorgung.
In den zurückliegenden acht Jahren hat der Verein zu diesem Zweck bereits einige spendenfinanzierte Projekte realisiert. Der Anstoss, sagt Simon Egger, komme dabei stets vom vor Ort weilenden Pfarrer Nginadio. Bei der Umsetzung werde zudem immer darauf geachtet, die Einheimischen miteinzubeziehen. So, wie das laut Simon Egger schon beim allerersten Vorhaben, einem umfassenden, vom Hilfswerk Liechtenstein unterstützten Projekt an einer Schule in Mbata-Nkenge, vorexerziert wurde: «Der Neubau der Schlafsäle wurde von einem kongolesischen Architekten geplant, die Ziegel wurden von der Bevölkerung hergestellt und die Schulbänke stammten aus der Schreinerei der Diözese Matadi.»

Besuche vor Ort auf eigene Kosten
Um bezüglich der Entwicklungen, die auf seinem Engagement fussen, stets auf der Höhe zu sein, steht der Verein in ständigem Kontakt mit seinen Partnern. Doch die Solidarität soll sich auch in der Präsenz der Verantwortlichen vor Ort manifestieren. Deshalb reisen die Vorstandsmitglieder von Zeit zu Zeit auf eigene Kosten gen Süden. «Bislang», so Simon Egger, «haben wir alle ein bis zwei Jahre einen Projektbesuch gemacht. Dabei konnten wir uns ein Bild des Fortschritts der laufenden Projekte machen sowie abgeschlossene Projekte begutachten.» Meistens, ergänzt er, sei die Visite im zentralafrikanischen Staat aber auch mit handwerklichen Arbeiten verbunden.
Und im Zuge dessen mit vielen bleibenden Erinnerungen. «Für mich war der Projektbesuch 2017 ein ganz besonderes Erlebnis», erzählt Simon Egger. Gemeinsam mit lokalen Arbeitern habe er damals Inselsolaranlagen an einer Schule, einem Spital und einer Kirche nachgerüstet. «Dies zusammen mit der Bevölkerung umzusetzen und am Ende des Tages die Anlage gemeinsam in Betrieb zu nehmen, war ein tolles Gefühl.» Aber ebenso eine Bestätigung für die Richtigkeit des eigenen Tuns: «Ich denke für die Kleinheit unserer Organisation konnten wir schon sehr viele kleine, aber wirkungsvolle Projekte realisieren», meint der Vizepräsident des Vereins. Besonders, dass die Bevölkerung konsequent an deren Realisierung beteiligt werde, erfülle ihn mit Stolz.

Das nächste Grossprojekt steht schon vor der Tür
Dass der Tatendrang der Verantwortlichen bei so vielen positiven Erfahrungen immerzu stimuliert wird, versteht sich fast von selbst. Das nächste grosse Projekt wartet bereits auf seine Verwirklichung. Das aktuelle Gebäude der «Vunda N’sole»-Schule in Mayanga befindet sich schon länger in einem sehr schlechten Zustand. Eine Renovierung sei nicht mehr möglich, berichtet Simon Egger. Deshalb sollen die Schüler schon in naher Zukunft in einem Neubau mit sechs Klassenzimmern unterrichtet werden. Die Fertigstellung ist für 2021 vorgesehen. Was ein Wiederbeleben einer alten Bekanntschaft doch alles bewirken kann … (bo)

13. Mai 2020 / 19:53
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