• Garten, Ruggell
    Die Initiantinnen des Gemeinschaftsgartens: Patricia Biedermann, Cornelia Hanselmann und Laura Ospelt (von links).  (Tatjana Schnalzger)

Ein Garten für alle Ruggeller

Zum Platz der Begegnung soll der neue Gemeinschaftsgarten werden, welchen die Ruggeller Gesundheitskommission initiiert.

In Ruggell wächst ein Garten, wörtlich gemeint. Denn was schon lange als Idee in Patricia Biedermann schlummert, beginnt nun Form anzunehmen. Ein Garten für alle Ruggeller Einwohner. Querbeet. Ob Alt oder Jung, mit Erfahrung oder noch ganz neu auf dem Gebiet, für alle soll der Gemeinschaftsgarten, der sich gerade neben dem Friedhof befindet, Platz bieten. 

Das Anforderungsprofil für die zukünftigen Gärtner ist einfach: Freude an der Natur, am Schaffen, am Mitwirken und an der Gemeinsamkeit. Damit ist nicht nur körperliches «Schaffa» gemeint. Auch wer auf dem Bänklein sitzend altes Wissen an die nächste Generation vermittelt, trägt seine Form des «Schaffens» bei. 

Zwei Frauen mit derselben Idee 
Während einer Sitzung der Gesundheitskommission im letzten Frühling äusserte Gemeinderätin Cornelia Hanselmann die Idee vom Gemeinschaftsgarten und fand in Patricia Biedermann sogleich eine Verbündete. Die zwei Frauen der Gesundheitskommission machten Nägel mit Köpfen und suchten einen geeigneten Standort, um mit dem Projekt zu starten. Ziemlich bald erfuhr auch Laura Ospelt von der Idee. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Werkhofleiter Arno Oehri ergänzt sie das Team. Auch die Gemeinde Ruggell zeigte sich über das Projekt erfreut und unterstützt die Gesundheitskommission bei der Realisierung. «Sie haben uns mit der Baubewilligung geholfen, einen Brunnen geschlagen und sogar das alte Speaker-Hüüsle durften wir übernehmen», freut sich Hanselmann. 

Verschiedene Heilkräuter habe eine Kräuterpädagogin eingepflanzt, andere Pflanzen und Setzlinge seien vom Verein Hortus gesponsert worden oder stammen von den Frauen selbst. «Die eigentliche Idee ist es aber, aus den Ressourcen der Leute aufzubauen», erklären die Frauen. «Herzensgern übernehmen wir übrige Setzlinge oder restliches Saatgut aus der Bevölkerung», so Biedermann. Aber auch über nicht mehr gebrauchte Töpfe, Werkzeug, ein Fass oder eine Sitzbank freut sich die Gesundheitskommission.

Eine Bank, um einen Schwatz zu halten
Ende letzten Monat sollte eigentlich eine offizielle Eröffnungsfeier für den Gemeinschaftsgarten stattfinden. Aber wie so vieles in diesem Jahr musste auch diese abgesagt werden. Geplant wäre gewesen, gemeinsam mit den Einwohnern den Garten zu bepflanzen. Mit der aktuellen Situation sei dies ja nicht möglich. Sie bepflanzen und pflegen den Garten deshalb für die nächsten Wochen in Kleinstgruppen. 

Dennoch steht die Gesundheitskommission dem Projekt zuversichtlich gegenüber. «Früher hatte es überall im Dorf Bänke», weiss Hanselmann aus Erzählungen der ­älteren Generation. «Dort haben sich die Leute hingesetzt und miteinander geredet.» Etwas, das in der heutigen Zeit verloren gegangen sei. Zum einen aus Mangel an Zeit, zum anderen weil sie fehlen, die Bänke zum Hinsetzen. Der Grundgedanke des Gemeinschaftsgartens sei deshalb ein Platz der Begegnung zu schaffen. Ein Ort, wo Zeit für ein «Schwätzchen» bleibe, wo vielleicht auch um ein Feuer sitzend gesungen werde und vor allem ein Ort, der wachsen dürfe.  

Die Projektinitiatoren wollen sich offenlassen, wie genau der Sommer abläuft und was mit der Ernte passiert. Genauso wie der Garten wächst, wird auch die Gemeinschaft wachsen und damit deren Ideen, sind sie sich sicher. Mitmachen können alle, ohne Anmeldung. «Jeder, der vorbeispaziert, hat die Möglichkeit dabei zu sein. Auch wenn es nur fünf Minuten sind, um mit uns auf der Erde zu stehen», so Ospelt. Ankommen, spüren und sein sei Ziel des Gemeinschaftsgartens. «Er soll die Sinne ansprechen und die Menschen aufwecken, erklärt Laura Ospelt. «Der Mensch soll, wie auch die Pflanzen, wieder Platz haben dürfen zum Wachsen.» (noe)

11. Mai 2020 / 14:08
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