• Corinna Stefanie Schill
    Corinna Stefanie Schill (20).  (zvg)

Das Selfie-Porträt: «Die Gemeinde überrascht mich mit einer kleinen Feier»

Für Corinna Stefanie Schill, lernende Kauffrau bei der Gemeinde Ruggell, fallen die Abschlussprüfungen wie auch die Diplomfeier ins Wasser. Trotzdem freut sie sich, denn bestanden hat sie auf jeden Fall.

«Statt der Abschlussprüfungsnoten zählen nun die Erfahrungsnoten, das heisst, die Semesternoten vom 1. bis 5. Semester. Das 6. bzw. das vergangene halbe Jahr zählt nicht. Einige aus der Klasse freuten sich mega, als sie erfuhren, dass es keine Abschlussprüfungen geben wird. Bei mir war die Freude nicht wirklich gross. Man hat sich über die ganzen drei Jahre Lehrzeit viel Mühe gegeben, hat auf das Endziel hingearbeitet. So fehlt halt irgendwie doch der offizielle Abschluss. Dazu kommt, dass ich bei Abschlussprüfungen meist bessere Noten schreibe als übers Jahr. Aber ich bin trotzdem zufrieden, denn ich habe mein Ziel erreicht. Letzte Woche stellte der Bund einen neuen Notenrechner zur Verfügung. Wir durften dort unsere Noten eintragen und gemäss dieser Berechnung sollte ich mit einer 5,1 abschliessen. 
Die grosse Diplomfeier, auf die ich mich sehr gefreut habe und die ich gerne erlebt hätte, findet aufgrund der aktuellen Situation ebenfalls nicht statt. Ein schönes Kleid in feierlichem Rahmen tragen, mit der Familie und den Leuten der Gemeindeverwaltung, die mich über die Jahre ständig unterstützt haben, einen schönen Abend verbringen ... nichts war’s. Was mich aber sehr freut: Die Gemeinde wird sich etwas einfallen lassen und trotzdem eine kleine Feier unter Einhaltung der erforderlichen Massnahmen organisieren. Wann und wo, weiss ich noch nicht. Ich solle mich überraschen lassen ... 
Die Arbeit bei der Gemeindeverwaltung ging in den letzten Wochen soweit normal weiter – natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen, Verwendung von Desinfektionsmittel etc. Für den Publikumsverkehr hatten wir geschlossen. Die Einwohner konnten sich aber jederzeit telefonisch an uns wenden. Da die Gemeinde nur ausbildet, bin ich auf Jobsuche. Stellenangebote gibt es derzeit aber praktisch keine. Falls ich nichts finde, darf ich noch drei Monate hier bei der Gemeinde bleiben. Das gibt mir ein gutes Gefühl und ist auch eine gewisse Absicherung für mich.
Freizeitmässig waren die letzten Wochen nicht gerade prickelnd: Als aktives Mitglied beim Fussballverein Ruggell fielen Trainings und Spiele aus. Und auch mein zweites Hobby, den Hundesport, konnte ich nicht ausüben, denn der Hundesportverein Rüthi hatte ebenfalls geschlossen. 
Wir in Ruggell sind ein sehr aktives Dorf. Auf dem Papier bin ich zwar keine gebürtige Ruggellerin, aber dafür im Herzen! Mit meinen Eltern, Bruder Pascal (12) und Schwester Jasmin (21) hier aufgewachsen, freue ich mich sehr, wenn wieder Normalität einkehrt, man unter die Leute gehen kann, die Vereine ihren Betrieb wieder aufnehmen und das Dorfleben aktiviert wird.»

Aufzeichnung: Gabi Eberle

12. Mai 2020 / 22:01
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