• Jonathan Jehle bei einem Wettkampf
    Jonathan Jehle bei einem Wettkampf  (mikeweibel.fotografie)

Jonathan Jehle – der stärkste Plankner

Liechtenstein hat seit Anfang Jahr einen Bodybuilding und Fitnessverband (LBFV). Gründer und zugleich auch erster Präsident ist der in Planken aufgewachsene und dort auch wohnhafte Jonathan Jehle. Der 24-Jährige nimmt auch an Wettkämpfen teil.
Bodybuilding. 

Jonathan Jehle. Ein Grossteil ihres Lebens haben Sie in Planken verbracht. Was verbinden Sie heute mit Planken?

Ich bin in Balzers aufgewachsen. Zur Einschulung bin ich mit meiner Familie nach Planken gezogen. Dort habe ich acht Jahre gelebt. Dann zog es mich nach Schaan, aber seit 1. Januar 2016 wohne ich wieder in Planken. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit, fast fernsehfrei, handyfrei und kein Internet. Ich erinnere mich sehr gerne an diese Zeiten zurück, wenn ich von der Bergspitze hinunter aufs Tal blicken konnte.

Heute werden Sie der stärkste Plankner sein, oder nicht?

Das ist gut möglich, obwohl es beim Bodybuilding nicht auf die Kraft, sondern auf die Gestaltung des Körpers ankommt.

Sie sind Präsident des neuen Liechtensteiner Bodybuilding und Fitness Verbandes (LBFV). Viel hat man von diesem Verband noch nicht gehört. Können Sie uns diesen etwas vorstellen?

Der LBFV wurde Anfang dieses Jahres ins Leben gerufen. Ausschlaggebend für die Gründung war der Wunsch von mir und meinen Kollegen, dem Kraftsport und Bodybuilding eine Plattform in Liechtenstein zu bieten. Zudem wollte der Bodybuilding-Weltverband IFBB einen weiteren Landesverband gründen. Am Weltkongress der IFBB im spanischen Benidorm wurde ich dann eingeladen. Liechtenstein wurde offiziell als 87. Nation in den Weltverband aufgenommen. Da wir noch sehr jung sind und uns in der Aufbauphase befinden, nimmt der neue Verband sehr viel Zeit in Anspruch. Ich wusste, dass wir diese Chance nutzen müssen, um den Sport und die fitnessbegeisterten Liechtensteiner weiterzubringen.

Sie sind Präsident und Gründer. Ganz konkret, warum braucht es diesen Verband?
Liechtensteinische Athleten konnten bis vor Kurzem nicht an Wettkämpfen teilnehmen oder mussten als «Schweizer Athleten» an den Start. Nun können sie für Liechtenstein an sämtlichen Anlässen teilnehmen.

Ihr gehört dem IFBB (dem internationalen Bodybuilderverband) an. Ist der LBFV auch beim LOC angeschlossen und was habt ihr künftig für Ziele?

Die Gespräche mit dem LOC laufen. Wir möchten uns auf breiter Ebene in Liechtenstein platzieren. Wir sind ein Verband für Fitness- und Bodybuilding-Begeisterte. Nicht nur für Wettkampfathleten. Wir möchten alle, die ins Fitnesscenter gehen, sich mit gesunder Ernährung befassen, sich gerne bewegen oder sich einfach gerne mit Sportlern unterhalten in unseren Verband aufnehmen, um das Wissen, welches wir haben, weitergeben zu können.

Gibt es auch Nachwuchs-Bodybuilder im LBFV und in Liechtenstein? Ab welchem Alter ist Bodybuilding unproblematisch respektive nicht ungesund?

Der LBFV ist selber noch sehr jung. Alle, die gerne im Verband dabei sein möchten, können sich gerne melden. Das Training im Fitnessstudio ist schon als Kind bedenkenlos, sofern man korrekt eingeschult und von einer Fachperson betreut wird. Neue Studien belegen, dass auch Krafttraining keine negativen Einflüsse auf die Entwicklung eines gesunden Körpers haben. Ganz im Gegenteil kann die Schulung des Bewegungsapparates das Wohlbefinden und die Entwicklung des jungen Körpers fördern.

Sie sind begeisterter Bodybuilder. Wie hat das bei Ihnen angefangen?

Sportbegeistert war ich schon immer. Etwa sechs Jahre lang habe ich Fussball gespielt und ging mit meinem Opa Klettern und Wander – ich war wirklich auf vielen Bergen. Effektiv mit Kraftsport angefangen habe ich mit 16 Jahren – im Olo’s Gym in Triesen. Mein «Oberstift» hat mich damals für den Kraftsport begeistern können. Mit 20 Jahren habe ich beschlossen auch auf die Bühne zu gehen. Drei Jahre nacheinander bin ich in der Schweiz an Wettkämpfen gestartet.

Erfolgreich?

Von diesen sechs Wettkämpfen  innerhalb von drei Jahren habe ich einmal den ersten, zweiten wie den dritten Platz belegt. Jedoch sehe ich die niedrigen Rangierungen nicht als Misserfolg an. Im Gegenteil – als Erfolg. Ich liebe diesen Sport und betreibe ihn mit Leidenschaft. Ich bin stolz auf diese Leistungen, die ich bis jetzt erbracht habe.

Wie oft trainieren Sie?
Ich trainiere fünf Mal pro Woche im Billinger Gym in Trübbach.

Im Bodybuilding gibt es auch immer wieder negative Beigeräusche. Sportler nehmen Zusatzpräparate, damit die Muskeln schneller wachsen, definierter sind. Wie stehen Sie und der Verband dazu?

Im Reglement vom Verband steht ganz klar an erster Stelle: Doping- Verbot. Wie in allen anderen Leistungssportarten kann man dies leider nicht immer verhindern. Ich persönlich finde es schade, dass die Leute beim Thema Bodybuilding immer zuerst an Doping denken. Body Building ist ein optischer Sport und für viele scheint es sehr extrem zu sein. Aus diesem Grund kann ich mir vorstellen, dass sie es sofort mit Doping verbinden. Nur wissen sie nicht, was hinter dem Sport steckt. Meiner Meinung nach ist es der intensivste und zeitaufwendigste Sport, den es gibt. Bei einer Wettkampfvorbereitung von rund 16 Wochen wird komplett alles zurückgeschraubt, Freunde, Familie, Partner etc. Der Fokus liegt nur auf einen selbst. Jeden Tag um vier Uhr aufstehen, eine Stunde Cardiotraining – danach für den ganzen Tag vorkochen, sechs bis sieben Mahlzeiten auf das Gramm genau abgewogen. Es folgen acht bis neun Stunden Arbeit, am Abend das Training, Posing, dann nach Hause und sofort ins Bett. Ohne die richtige Disziplin, den Ehrgeiz, den Glauben an sich selbst und die Liebe zum Sport, ist so etwas nicht möglich. Es ist nicht immer einfach. Umso wichtiger ist es, dass die Familie, die Partner und Freunde im Hintergrund einem den Rücken stärken. Da die letzten Tage vor einem Wettkampf extrem hart sind, wird ein Grossteil der Ferien für die Wettkampfwochen geopfert. Ich denke, dass nur die, die eine Wettkampfvorbereitung hautnah miterleben oder selbst machen, wissen, was die Grundlage für den Wettkampferfolg, den harten, muskulösen, nahezu fettfreien, Körper ist.

13. Sep 2018 / 16:22
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
18. März 2019 / 17:05
18. März 2019 / 08:45
18. März 2019 / 11:09
Meistkommentiert
08. März 2019 / 12:09
01. März 2019 / 18:27
10. März 2019 / 22:00
Aktuell
18. März 2019 / 17:53
18. März 2019 / 17:09
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
danini
Zu gewinnen 1 x 2 Karten für Danini - Dreambility am Freitag, 22. März, 20 Uhr im Schlösslekeller
04.02.2019
Facebook
Top