• Im Hotel Saroya befand sich der letzte Dorfladen Plankens. Dieser schloss bereits in den 70er-Jahren seine Türen. Heute steht auch das Hotelgebäude nicht mehr.

Ist Planken zu klein für einen eigenen Dorfladen?

In den 70er-Jahren schloss der Plankner Dorfladen seine Türen. Seither gibt es in der kleinsten Gemeinde Liechtensteins keine Einkaufsmöglichkeiten mehr.

Eine gewährleistete Nahversorgung ist für viele Gemeinden wichtig. In Planken gibt es aber weder einen Dorfladen noch ein Café. Im Juli hat auch das einzige Restaurant, der Hirschen, seine Türen geschlossen. In Erinnerung ist vielen noch das Hotel Saroya, welches allerdings bereits vor zwanzig Jahren zu ging – mittlerweile steht auch das Gebäude nicht mehr. Noch länger ist es her, als der Plankner Dorfladen den Betrieb aufgab: Dies war im Jahr 1975. «Der Laden hat nicht rentiert. Ich musste ihn schon nach wenigen Jahren schliessen», erzählt die letzte Dorfladenbesitzerin Marlies Thaler. Übernommen hatte sie den Laden von der Saroyawirtin Elisabeth Jehle. Jehle selbst hatte gute Erfahrungen gemacht. Es seien allerdings auch andere Zeiten gewesen. «Viele Hausfrauen hatten noch kein Auto und waren froh um die Einkaufsmöglichkeit», sagt sie. Den Laden verkauften sie schliesslich, weil es ihr zusammen mit dem Hotelbetrieb zu viel wurde. 

Auch Brotverkauf rentierte nicht
Die Zeiten schienen sich dann schnell geändert zu haben. Marlies Thaler hatte von Beginn an Schwierigkeiten. Die notwendigen Umsätze konnten im 450-Seelen-Dorf nicht erreicht werden, um wirtschaftflich erfolgreich zu sein. Thaler gab den Laden auf. In den Neunzigerjahren und zuletzt vor etwa 13 Jahren verkauften Bäcker einmal in der Woche frisches Brot und ein paar wenige Grundnahrungsmittel im Dorfzentrum. «Ich gehe davon aus, dass der Aufwand mit dem Ertrag in keinem vernünftigen Verhältnis stand und das Angebot deshalb wieder eingestellt wurde», sagt der Gemeindevorsteher Rainer Beck. Auch der Versuch, frisches Gemüse direkt in die Haushalte zu liefern scheiterte aus finanziellen Gründen, wie Elisabeth Jehle erzählt. Ebenfalls am finanziellen Aspekt scheiterten die Pläne des Detailhändler Denner, eine Filiale in Planken zu eröffnen. «Wie ich mich erinnere, hiess es damals, dass zirka 2000 Artikel im Sortiment sein sollten», erzählt die Gemeinderätin Monika Stahl. Bei einer so kleinen Gemeinde wie Planken ein schwieriges Unterfangen.

Sollte die Gemeinde einspringen?
Der Plankner Bevölkerung scheint es bewusst zu sein, dass ein eigener Dorfladen nicht funktionieren kann. «Gerade für Senioren wäre es fantastisch, wenn es einen Laden geben würde. Am besten noch mit einem kleinen Café. Aber aus Erfahrungen kann man sagen, dass es nicht funktionieren würde», sagt der Plankner Urs Woerz. Auch Freddy von Bültzingslöwen weiss: «Ein Laden in Planken läuft einfach nicht. Denn er würde nur von Kunden besucht werden, die bei ihrem Grosseinkauf etwas vergessen haben. Das rentiert einfach nicht. Höchstens, wenn die Gemeinde den Laden mitfinanzieren würde.» 
Und das wiederum wäre von einigen Einwohnern wünschenswert. «Wenn ein Dorfladen von der Gemeinde finanziell unterstützt werden würde, könnte es auch funktionieren», ist Elisabeth Jehle überzeugt. 
Denn gerade für ältere Menschen fehlt die Nahversorgung. Das sind sich die Plankner bewusst – auch der Vorsteher: «Für Haushalte ohne Fahrzeuge und für ältere Einwohner ist die fehlende Nahversorgung sicherlich eine Herausforderung. Da wäre ein Dorfladen womöglich willkommen», sagt er. Andererseits würden fast alle Haushalte in Planken über mindestens ein Motorfahrzeug verfügen. Auch die älteren Menschen wüssten sich in der Regel zu organisieren. «Darüber hinaus bietet die Seniorenkommission einen

Fahrdienst an – auch zum Einkaufen.» 
Wenn auch bei Umfragen und beim Kontakt mit der Bevölkerung das Thema Dorfladen immer wieder mal angesprochen wird, ist von Seite der Gemeinde kein Vorstoss in Richtung Nahversorgung geplant. «Es stellt sich ohnehin die Frage, ob dies eine Aufgabe der Gemeinde ist oder ob hier nicht ein privatwirtschaftliches Engagement gefragt wäre», so Rainer Beck. Doch wie er selbst betont, wird es in Planken nicht einfach, ein Laden rentabel zu führen. Und so werden die Plankner auch in Zukunft für die tägliche Milch nach Schaan fahren müssen – oder beim Nachbarn klingeln. (manu)
 

11. Sep 2018 / 18:39
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
09. November 2018 / 10:11
14. November 2018 / 05:00
18. November 2018 / 12:38
Aktuell
19. November 2018 / 20:30
19. November 2018 / 19:02
19. November 2018 / 18:31
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
25.10.2018
Facebook
Top