• Buchprojekt 50. Jahre Liechtensteiner Trachtenverein
    Der Trachtenverin Planken zählt derweil sieben aktive Mitglieder. Der Verein ist in erster Linie bei kirlichen Anlässen zugegen und kümmert sich um den Apéro.  (Eddy Risch)

Das Brauchtum aufrecht erhalten

Nur noch ein Jahr und dann darf der Trachtenverein Planken sein 40-jähriges Bestehen feiern. Einst zählte der Verein insgesamt 35 Mitglieder, heute sind gerade mal noch sieben Frauen aktiv, welche die Tradition der Tracht in Planken wahren.

Den Auftakt für den Trachtenverein Planken machte der zeitweise dort lebende deutsche Unternehmer Hermann Hagenmeier. Da er der Feuerwehr Planken ein Fahrzeug sponserte, kam in ihm das Bedürfnis auf, auch etwas für die Frauen der Gemeinde zu tun. Also dachte er sich, ein Trachtenverein wäre genau das Richtige. Doch erst wurde mittels einer Umfrage bei einer Versammlung sichergestellt, ob das Interesse dafür überhaupt vorhanden ist – das war 1978. «Definitiv gegründet wurde der Verein 1979 mit 15 Erwachsenen, zehn Jugendlichen und zehn Kindern – also insgesamt 35 Mitgliedern», erzählt Elke Kaiser-Gantner, Mitglied des Trachtenvereins Planken. Sie war eines der Kinder, die beim Gründungsjahr dabei waren. Auch der damalige Obmann der Trachtenvereinigung Liechtenstein, Adulf Peter Goop, war zugegen. Anschliessend ging es um die Bestimmung der Tracht, denn nebst der Liechtensteinischen Tracht stand die Tracht der Walser zur Diskussion. «Es ist immer noch umstritten, ob Planken wirklich eine Walser-Gemeinde ist», erinnert sich Liselotte Wichser, die bei der Gründung des Vereins dabei war. Sie entschieden sich für die Liechtensteiner Tracht. «1978 haben die Trachten im Land noch etwas anders ausgesehen. Es gab rote, grüne und blaue Trachten in den Landesfarben. Später erarbeitete man ein neues Konzept», erinnert sich Elke Kaiser-Gantner.

Schneiderinnen werden extra dafür ausgebildet
Bei Recherchen über die Landestracht und aufgrund von Funden bei Ausgrabungen entstanden die Hacken am Mieder, die Rottöne und Hauben. Die traditionelle Tracht besteht aus einer Bluse, einem schwarzen Rock, und dem Mieder. Dazu gehört eine Silberkette und eine Schürze, die man darüber zieht. «Es dauert schon eine Weile, bis man sie angezogen hat», schmunzelt Elke Kaiser-Gantner. 
Eine Tracht erhält man nicht einfach so: Erst erstellt man ein Gesuch an die Trachtenvereinigung. Ein Termin mit einer extra dafür ausgebildeten Schneiderin wird vereinbart, Mass genommen und die Stoffe ausgesucht. Die Stickereien werden ebenfalls von Hand angefertigt. Dabei bildet die Krone in der Mitte einen festen Bestandteil jeder Tracht, die Verzierung darum herum kann individuell gestaltet werden. «Es steckt sehr viel Handarbeit dahinter und die Tracht muss am Schluss von einem Gremium abgenommen werden: Es nimmt Mass an den Schuhen, am Rock sowie die Stickereien müssen sitzen», berichtet Liselotte Wichser. 

Verschiedene Anlässe im Dorf organisiert
Der Trachtenverein in Planken brachte etwas Schwung ins Dorfleben. Die Frauen organisierten ein jährliches Dorffest, gründeten und führten die örtliche Suppenküche und stellten einige gesellschafltiche Anlässe auf die Beine. Doch änderte sich dies 1990, als beschlossen wurde, die alte Tracht abzulegen und eine neue anzufertigen. «Da haben einige Mitglieder gesagt, dass sie keine Tracht mehr möchten – aus alters- sowie kostengründen», bemerkt Elke Kaiser-Gantner. Es fand ein Umbruch innerhalb des Vereins statt. Nun schmeissen noch sieben Frauen den Laden. «Viele Teenager hören auf, denn es gibt viel anderes. Liselotte und ich sind noch die einzigen, die seit Beginn dabei sind», so Elke Kaiser-Gantner. «Darum mussten wir, was die Anlässe betrifft, stark reduzieren.» Nun kümmert sich der Verein in erster Linie um kirchliche Angelegenheiten: An Ostern bemalen sie Eier, lassen diese segnen und verteilen sie an die Kirchgänger. Im Advent binden sie Kränze und lassen diese ebenfalls segnen. Bei Firmungen und der Kommunion begleiten sie die Kinder und stehen Spalier. «Bei den Anlässen erscheinen wir in der Tracht und servieren auch den Apéro», erzählt Elke Kaiser-Gantner. Zudem erscheinen die Mitglieder des Trachtenvereins auch an besonderen Geburtstagen. «Die Tracht tragen wir bei bestimmten Ausflügen mit den Senioren sowie an Hochzeiten und Familienfesten, um schön gekleidet zu sein», meint Liselotte Wichser. Die Kirche bildet jedoch die Hauptanlässe für den Trachtenverein sowie landesweit der Staatsfeiertag oder Liechtenstein Tattoo und der Olma Umzug.
Liselotte Wichser glaubt, dass bei den jungen Leuten die Tendenz und Interessen wieder vermehrt Richtung Tradition und Brauchtum gehen. «In Schaan gibt es einen landesweiten Trachtentanzclub für Kinder, der sehr beliebt ist», meint sie. Das älteste Mitglied im Verein ist heute 80 Jahre alt und das jüngste sechs Jahre. In Planken sind nur Frauen Mitglieder. Sie haben seit 2004 keine Präsidentin mehr, sondern ein Gremium aus fünf Personen. «So funktioniert das ganz gut und wir machen das, was wir zu siebt stemmen können», so Liselotte Wichser und Elke Kaiser-Gantner. (ms)
 

10. Sep 2018 / 18:02
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