• Mathias Briker fuhr 2001 an der Junioren-WM in Verbier auf Rang 8. In den Weltcup schaffte er es jedoch nie. Nun wird er Trainer von Tina Weirather – und das trotz seines noch jungen Alters. 	Bild: Keystone
    Mathias Briker fuhr 2001 an der Junioren-WM in Verbier auf Rang 8. In den Weltcup schaffte er es jedoch nie. Nun wird er Trainer von Tina Weirather – und das trotz seines noch jungen Alters. Bild: Keystone

«Am Ende geht’s immer noch ums Skifahren»

Mathias Briker ist der neue Trainer von Tina Weirather. Der 38-jährige Urner soll die Liechtensteinerin nach der schwierigen Saison wieder zurück an die Weltspitze führen und das, obwohl er bisher nur im Juniorenbereich tätig war.
Ski alpin. 

Mathias Briker schaffte selbst nie den Sprung in den Weltcup. Und dennoch ist er jetzt an der Weltspitze des Skisports angekommen – einfach als Trainer. Seine Trainerkarriere begann er als Assistentrainer im Juniorenbereich beim Liechtensteiner Skiverband (LSV). Seit rund zwei Monaten ist er Cheftrainer der Damen und betreut somit Tina Weirather im Weltcup. Dabei hat der Urner, welcher mittlerweile in Planken lebt, nach seiner aktiven Ski-Karriere zuerst einen ganz anderen Weg eingeschlagen.

Seine grosse Liebe lernte er durch «Büxi» kennen

Doch alles der Reihe nach. Briker fuhr im Alter von 19 Jahren an den Junioren-Weltmeisterschaften auf den achten Rang im Riesenslalom und klassierte sich dabei vor Fahrern wie Erik Guay, Aksel Lund Svindal oder auch Daniel Albrecht, die allesamt später Weltmeister wurden. Im Gegensatz zu Svindal und Co. schaffte Briker den Sprung in den Weltcup nie und fuhr vor allem im Europacup. 2007 beendete er dann schliesslich seine Karriere.

Während Mathias Briker in seiner sportlichen Karriere das Glück nicht auf seiner Seite hatte, lief es dafür in der Liebe rund. Und eine entscheidende Rolle darin spielte Marco «Büxi» Büchel. «Er hat immer am Ende der Saison eine Party veranstaltet und dazu war ich auch einmal eingeladen. Auf diesem habe ich dann Jessica (Walter) kennengelernt und wir haben uns in einander verliebt», erzählt Briker. Mit der ehemaligen Skirennfahrerin ist er nun seit rund acht Jahren verheiratet und lebt mit ihr und ihren drei Kindern in Planken. «Mir gefällt es hier sehr. Die Ruhe, die Atmosphäre oder auch der Ausblick. Es passt einfach alles», meint Briker und erklärt, dass Planken seiner Heimat im Kanton Uri sehr ähnlich ist. «Allerdings ist mein Heimatdorf in Uri mit knapp 3000 Einwohnern noch etwas grösser als Planken.»

Von der Bank ins Trainerbusiness

Seine Frau war es schliesslich auch, die ihm zum Einstieg in die seine Trainerkarriere verhalf. «Nach meiner aktiven Karriere wollte ich zuerst einmal etwas anderes machen. Also ging ich auf die Bank und arbeitete dort viereinhalb Jahre lang», erzählt Birker. Doch irgendwann habe er den Sport vermisst und so suchte er eine neue Herausforderung. «Jessica hat mir dann den Kontakt zum LSV vermittelt, welcher damals gerade einen Jugendtrainer gesucht hat. Damals sollte das jedoch nur eine vorübergehende Lösung sein», so der 38-Jährige.

Das Training mit den Kindern habe ihm dann aber sofort zugesagt und so bildete sich Briker weiter, besuchte Trainerkurse und wurde nach fünf Jahren als Assistenztrainer unter Dominic Zimmermann zum Cheftrainer des Jugendkaders ernannt. «Nach den fünf Jahren unter Dominic habe ich mir dann auch zugetraut, dass ich Cheftrainer sein kann. Die Aufgaben da sind noch etwas anders. Man muss beispielsweise viel mehr planen und auch kommunizieren mit seinem Team und den Athleten.»

Nur noch eine Profi-Athletin statt 19 Nachwuchsfahrer

Und nun also der Wechsel zum Cheftrainer der Damen. Es ist eine Art Krönung der noch jungen Trainerkarriere des Mathias Briker. Doch nicht für ihn. «Es war nie ein Ziel von mir, irgendwann einmal im Weltcup Trainer zu sein. Es hat sich einfach so ergeben.» Grossen Anteil an diesem Karrieresprung hat Tina Weirather. Die 30-Jährige wollte nach einer schwierigen Saison, in der sie nicht ganz an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen konnte, frischen Wind in ihrem Trainerteam haben. «Ich kenne Tina schon länger, da sie ja die Cousine meiner Frau ist. Sie ist in diesem Frühling auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte», erzählt Briker. Nach mehreren langen Gesprächen mit Weirather und seiner Frau Jessica habe er sich dann entschieden, diese Herausforderung anzunehmen. 

Eine Herausforderung wird es auf jeden Fall werden, denn der Urner trainiert nun nicht mehr Nachwuchsathleten, sondern eine Olympia-Medaillengewinnerin. Doch das beeindruckt den 
38-Jährigen wenig. «Der grösste Unterschied ist, dass ich nicht mehr 19 Athleten, sondern nur noch eine Athletin trainiere. Klar, Tina fährt auf Profistufe und da geht natürlich alles viel mehr ins Detail als bei den Nachwuchsfahrern. Aber am Ende geht’s immer noch ums Skifahren und daher bleibt auch vieles gleich.» Unterschiede gibt es aber vor allem auch in der Kommunikation. Während im Juniorenbereich vorwiegend der Trainer alles vorgibt und vieles noch über die Eltern läuft, sei es im Profibereich ganz anders. «Hier ist die Kommunikation sehr direkt. Tina fordert sehr viel und wir besprechen alles zusammen.»

«Tina wollte einen Trainer, der selbst Athlet war»

Am Ende bleibt aber noch eine Frage offen. Briker ist erst 38 Jahre alt und somit eher jung für einen Cheftrainer im Weltcup. Zudem hat er bisher «nur» Erfahrungen im Juniorenbereich gesammelt. Weshalb wählt Weirather einen solchen Trainertyp? «Tina wollte einen Trainer, der früher selbst Athlet war. Da ich eher jung bin, ist meine aktive Zeit noch nicht so weit weg und das sehen wir als Vorteil an. Klar fehlt mir noch die Erfahrung, da ich auch die Strecken im Weltcup nicht kenne. Doch wir arbeiten ja eng mit Swissski zusammen und da haben wir genug Erfahrung», erklärt Briker abschliessend.

Es wird sich also weisen, ob Weirathers Schachzug aufgeht und sie mit Briker an ihre grössten Erfolge anknüpfen kann. (rb)

07. Jun 2019 / 11:11
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